Das (un)planbare Leben

Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aber irgendwie lerne ich es wohl nie. Bei mir verläuft eigentlich nie etwas nach Plan, selbst, wenn es so haarklein ins Detail vorbereitet wurde. Nun denn, nachdem mich das Warten auf die Antwort des BAFÖG-Amtes wochenlang gelähmt hat und ich mir nach der Absage den Frust abgeschüttelt habe, kann es nun weitergehen. Ich bin bereit. Für einen neuen Plan! Oder auch keinen.

Seit, ach, eigentlich schon immer, stehe ich mir mit folgenden Eigenschaften selbst im Weg: ich interessiere mich für vieles, ich bin absolut begeisterungsfähig, ich will alles/ganz, ich habe ein Problem, Dinge loszulassen.

50% dieser Eigenschaften sind super, die restlichen eher nicht. Zusammen führen Sie dazu, dass ich angefangene Dinge liegenlasse (aber nicht aufgeben will!!) oder soviele Dinge gleichzeitig mache, dass das System zusammenbricht. Der Tag hat schließlich nur 24 Stunden und ich bin irgendwann auch leer. Letzteres habe ich zumindest in den vergangenen zwei Jahren verinnerlicht.

 

 

 

Der Plan ist tot! Es lebe der Plan!

Dieses Jahr werde ich 30. An sich nichts schlimmes. Tatsächlich habe ich mich in den vergangenen Wochen in der Hochphase von Wut, Frust und Enttäuschung gefragt: und nun? Was ist aus den 1001 Träumen geworden? Soll es das jetzt gewesen sein? 

Ich habe mich dann ins Bett gekrümelt, dem Mann mein Leid geklagt und gemeinsam haben wir gegrübelt, analysiert, geplant und phantasiert.

Herausgekommen ist ein neuer Plan. Der gar nicht so neu ist. Nur anders.

 

 

Zufrieden sein mit den Dingen, die man hat

Ich bin dankbar und zufrieden mit den Dingen die ich habe. Ich habe eine Berufsausbildung und einen Job. An dem ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht. Eigentlich ist er sogar überwiegend toll! Ich habe einen tollen Mann, ein noch tolleres Kind. Familie (eine irgendwie tolle ;-)) und Freunde! Wir haben ein Dach über dem Kopf.
Ich bin gesund und auch nicht vollständig talentfrei. Auch das ist…..toll 😉

Und damit habe ich schon viel, viel mehr, als die meisten anderen Menschen auf dieser Welt. Dafür bin ich auch tagtäglich sehr dankbar! Aber….

 

Und dann kommt das Leben!

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einer guten Freundin auf 1-3 Cocktails getroffen. Wir haben uns gegenseitig unser Leid von der Arbeit geklagt und überlegt: wollten wir nicht eigentlich was ganz anderes? Haben wir nicht irgendwas lebenserfüllenses machen wollen, nichts weniger als die Welt retten?
Welt retten, Künstler werden, Dinge erforschen, jeden Tag glücklich sein! Was ist bloß passiert?
Da waren diese Pläne und Träume. Und dann kam das Leben!“ So recht hat sie!

 

Gerade kann ja jeder!

Es fällt mir schwer mich zurückzulehnen und einfach nur den IST-Zustand zu genießen. Ich will immer weiter…nur führt mich mein Weg nie nach oben, sondern Zickzack, in Schleifen, zu neuen Orten, zu fremden Menschen, zu Unbekanntem.

Und so bin ich auch (irgendwie) Künstler und Entdecker. Und ich kann vielleicht nicht die Welt retten, aber die vielleicht ein klitzekleines bisschen besser machen.

 

Was kommt, was bleibt?

Ich finde es in Zeiten wie diesen schwierig, über die Zukunft zu grübeln. Wir leben ein Luxusleben und immer mehr empfinde ich das als Luxusprobleme, mit denen wir unsere Zeit vertrödeln. Wie auch hier beschrieben, ist es sehr schwer einen Weg zu finden zwischen den eigenen Bedürfnissen und der gesellschaftlichen Verantwortung. Zwischen Zukunftsverpflichtungen und ICH-LEBE-JETZT. Denn bei all den Verlockungen der Möglichkeiten möchte ich eines nicht: eine Arbeitssituation, bei der ich von Praktikum zu Praktikum geschickt werden oder nur einen Zeitvertrag nach dem anderen bekomme. Am Ende ist die Suche nach dem WOHIN, nicht nur eine Frage von: was will ich?, sondern eine der finanziellen Möglichkeiten. Und auch der Frage nach: wie viel Familienzeit und #metime möchte ich opfern für einen Traum? Und: könnte man nicht die ein oder andere Stunde opfern, um anderen zu Helfen, statt nur für sich und die (wenn es sie überhaupt gibt) nächste Karrierestufe zu arbeiten?

 

Vereinbarung ist überall. Immer!

Ich versuche nun also wieder zu Vereinbaren. Neu zu Vereinbaren.                                         Den Alltag, der endlich eingekehrt ist, mit all seinen Routinen, mit der Hilfe für Andere, mit Ehrenämtern und Familie.

 

Wunsch und Realität und eine große Portion Zufall!

2016 wird geheiratet, eine große Prüfung abgelegt, fernstudiert und angepackt. Die Pläne werden kleiner. Dafür sind die Ergebnisse nicht weniger wichtig. Und vielleicht kommt ja alles anders. Oder auch nicht.

Ich lasse mich überraschen.

 

 

Neues aus der Anstalt: der Februar

Die Tage vergehen wie im Fluge und auch im Februar hat sich so einiges hier ereignet. Da war Karneval, meine Neuentdeckung der #Stoffliebe und mein erstes Bloggertreffen in Frankfurt. Vor allem war ich in diesem Monat aber eins: müde! 

Mombie Deluxe

Quelle: flubu.com

Immerhin: wir waren in diesem Monat schon weniger krank, als in den vorangegangenen. Leider auch war in diesem Monat auch das Thema „Schlaf“ ganz oben auf der Hitliste. Denn während die Raupe nachts stundenlange Partys feierte, zog ich in den darauf folgenden Tagen eher im ausgeprägten Zombiestyle meine Runden. Jeder Modedesigner wäre stolz auf mich gewesen, denn den heroin-chic hatte ich echt drauf….darauf einen Kaffee! Die Kurzfassung liest sich dann in etwa so: müde, müde, müde – krank!

 

 

Karneval/nähen/Stoffliebe 

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Es war Karneval! trööööööt helau! Es wird euch überraschen: aber wir sind nicht so die Karnevals-Partynasen 😉 Stattdessen habe ich herausgefunden, wie unglaublich niedlich doch so ein Baby in einem Kostüm aussieht! Furchtbar niedlich nämlich!

Und weil ich sowieso gerade dabei war mich mit Stoffen, Schnittmustern und diversen Nähutensilien einzudecken, habe ich direkt mal ein kleines Schwänzchen für die KiTa-Karnevalsverkleidung gebastelt.

 

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Ich denke, es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich bisher nur eins! der gedruckten Schnittmuster geklebt und geschnitten habe und bisher genau 0 Kleidungsstücke genäht habe. Aber immerhin….ich bin motiviert!

 

 

Weniger Stunden als Teilzeit-Laborratte!

Das Ende der Elternzeit vom Mann rückt unaufhaltsam näher und damit auch die Entscheidung wie es weitergehen soll. Wie bereits mit meinem Chef besprochen, habe ich für den 1.3 meine Stundenreduzierung festgemacht. Meine Gedanken zu dem Thema könnt ihr hier nochmals nachlesen.

kleines Fazit nach einer halben Woche: ich liebe es!!

 

 

Eine klitzekleine Nachlese auf das #MainCafe

Quelle: www.mamaschulze.de

Am 21.Februar war es endlich soweit: mein erstes Bloggertreffen! Dafür habe ich mir einen Kurztrip nach Frankfurt gegönnt und muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Danke an die tolle Organisation und an die lieben Menschen, die ich dort kennenlernen durfte!

Es wird auf jeden Fall noch einen kleinen Artikel und vor allem ein Bericht über meine (eigentlich gar nicht so spektakuläre) Anfahrt geben. Bis dahin bitte einfach mal hier bei Frida von 2kindchaos

 

Das Monatsprojekt: Sport!

Jeden Monat gibt es für mich eine kleine Aufgabe. Dinge, die ich wieder in meinen Alltag integrieren will oder einfach blöde Scheißdreckspupsaufgaben, die ich ewig vor mir herschiebe.

Im Januar habe ich erfolgreich und recht konsequent meine Ernährung umgestellt: vegetarisch, wenig Weißmehl, wenig Schokolade

Im Februar war dann die Einführung von regelmäßgigen Sporteinheiten dran. Joa… ich war zweimal im Fitnessstudio und dann hat mich der Rotz niedergerafft…ihr kennt das!

 

Und sonst so?

Endlich Frühling in Sicht! Und damit auch mehr Sonne, so hoffe ich zumindest. In den vergangenen Tagen konnte man die Sonne morgens zumindest wieder erahnen und da ich ja jetzt bereits am Nachmittag aus meinem Betonbunker entfleuchen darf, sehe ich auch da wieder ein bisschen mehr von dieser so motivierenden und energiespendenden hellen Scheibe.

 

Dumm nur, dass die Erkältungssaison direkt von der Allergiesaison abgelöst wird! 😉

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr auch einen schönen Februar hattet!
Ahoi!

Ich bin nicht weg! Ich bin nur nicht hier!

Seit drei Wochen ist hier nichts mehr passiert. Aber ich habe meinen kleinen Blog nicht vergessen, sondern es ist einfach momentan so viel los, dass ich irgendwie gar nicht zum Schreiben komme. Und bevor es hier langsam so verwaist, keiner mehr reinschaut und so vertrocknete Pflanzenreste vorbeiwehen, muss ich mich doch mal zurückmelden.

 

Dezember from hell!

Puh! Es waren jetzt acht anstrengende Wochen, die da hinter uns liegen. Arbeitsstart, Weihnachten mit dem #Verwandtenbesuch und der Jahreswechsel: all das hat ganz schön an meinen Kräften gezehrt. Und gerade aus diesem Grund war es mit wichtig auch mal wieder einen Gang zurückzuschalten und den Blog einfach mal Blog sein zu lassen. Das hatte ich ja bereits in meinem Beitrag zur #blogpause bereits angekündigt.

 

 

Vom Rotzen und Keuchen = Dauerseuche

Leider war es dann auch so, dass wir die Weihnachtsferien so gar nicht genießen konnten und seit Mitte Dezember permanent krankheitsbedingt wieder ausfallen. Nicht alle gleichzeitig versteht sich, sondern immer schön abwechselnd und mit wechselnder Keimausstattung. Und wenn mal gerade kein Familienmitglied mit Kotzen oder Keuchen dahinsiecht, so hat mindestens einer Kopfschmerzen oder Migräneanfälle (in diesem Fall bin ich da das bevorzugte Opfer 🙁 ). Neuerdings in einer interessanten neuen Ausführung mit Schwindel.

 

Die Raupe ist jetzt ein KiTa-Kind

Jetzt ist es ja nicht nur so, dass wir hier nur das Krankenlager hüten. Ich muss ja auch zwischendurch mal arbeiten und die kleine Raupe wird seit dem 5.1 in der KiTa eingewöhnt. Wie zu erwarten ohne Probleme. Sie bleibt schon 1,5 h ohne Papa dort und spielt schon wie eine Große 🙂

Aber auch hier kam es schon zu Verzögerungen durch Krankheit, sowohl von Raupenseite, wie auch von der Erzieherseite. Noch sind wir ganz entspannt, denn wir haben ja noch zwei weitere Monate Zeit zu Eingewöhnung. In der Zwischenzeit vertreiben wir uns unsere Zeit mit sonstigen KiTa-Aktivitäten wie Elternabende (alle zwei Wochen) oder dem Markt-Einkaufsdienst, zu dem wir eingeteilt sind.

 

 

Noch mehr Raupencontent!

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Und dann war da ja noch der 1. Geburtstag meiner kleinen Babyraupe! Oje! Ein Jahr ist so schnell rum und doch muss ich ganz ehrlich sagen: ich bin froh darum, dass die schlimme Zeit vorbei ist und wir nun so eine aufgeweckte und gesunde junge Dame hier herumwuseln haben 🙂

 

 

Wunderwelt der Technik

...der Laptop pfeift aus dem letzten Loch!
…der Laptop pfeift aus dem letzten Loch!

Wer jetzt glaubt, das wären ja bereits genug Gründe für meine momentane Blogabwesenheit, dem sei gesagt: da kommt noch was!

Zum Beispiel ist diese Abstinenz nur teilweise dem Zeitmangel bedingt. Hier hat sich nämlich ein technisches Problem in Form von einem altersschwachen Laptop aufgetan. Und der hat nur noch bedingt Lust, seine Dienste zu erbringen. Durch den Twittersupport und ein Gespräch im Fachhandel wurde mir dann doch zu der Anschaffung eines Neugerätes geraten. Nun bin ich auf der Suche nach günstigen Angeboten und hoffe einfach inständig, dass mein alter Junge hier noch weiter durch hält – zumindest den Internetnotbetrieb!

 

 

Neues Jahr – neuer Blog!

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Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein neues, kleines Blogprojekt vorstellen:

den POLyMEER – Blog auf dem Scilogsportal. Dort schreibe ich seit Anfang diesen Jahres Artikel rund um das Thema Meeres- und Polarforschung. Ein Herzensthema und ich freue mich die Möglichkeit zu haben auf dieser Plattform zu schreiben. Bereits auf meinen ersten Artikel haben ich viel positive Resonanz bekommen. Vielleicht schaut ihr auch mal vorbei?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles Wochenende. Bald gibt es hier wieder regelmäßig was zum schmökern für euch. Ein paar neue Rubriken habe ich mir bereits zurechtgelegt und natürlich platzt mein Kopf vor Ideen. Also alles wie immer!

Ahoi!

p.S: fast hätte ich es vergessen: mein Blog wurde von Blogstar-Eltern zu einem der 12 besten Neueinsteigern gewählt. Da freu ich mich! Hier gibt es noch ein Interview zu mir und meinem Blog! Danke Martin!

Tagebuch eines Mombies…#5

Wie eine Schwangere loszog, um einen Krippenplatz zu suchen

Rückblick: Oktober 2013. Ich bin im sechsten Monat schwanger und habe so überhaupt gar keine Kapazität, um mir über sowas wie einen Kitaplatz Gedanken zu machen. Meine Probleme sind gerade ziemlich existentieller Natur: der Wegfall von meinem Bafög, die Nichtverlängerung meines Arbeitsvertrages und die Erkenntnis, dass ich mir wohl selbst meinen Mutterschutz finanzieren darf. Ja, mir geht gerade echt der Arsch auf Grundeis, wenn man das mal so sagen darf.

Keine gute Ausgangssituation für den Semesterstart und auch kein Kopf für Krippenkram. In meinem Kopf schwirren nur noch die Gedanken rund um das: wie geht es weiter. Zwar geht es natürlich immer irgendwie weiter, aber mit Baby im Bauch ist so eine Perspektive, wo dann demnächst Brot und Windeln herkommen, doch irgendwie beruhigender.

Nun gut. Die Schwangerschaft lässt sich nun ja nicht einfach für eine zeitlang aufhalten und U3 Plätze gibt es ja leider auch nur begrenzt. Trotz subventioniertem Kitaausbau ist der Erhalt eines angemessenen U 3-Krippenplatzes mit dem Fund einer Schatzkiste im eigenen Garten zu vergleichen.
Ich habe keinen Garten und somit bin ich also bereits im Wettbewerbsnachteil.
Hätte ich mich ja auch früher drum kümmern müssen. So sagte es mit zumindest die zuständige Dame beim Jugendamt vor einigen Wochen, als ich -gerade mal in Schwangerschaftswoche 17 dort nach einem Platz fragte.

Sie, kurz vor Rente, strenger Zopf und ein Schreibtisch, der so ordentlich ist, dass es mir schon unheimlich war, hatte keinerlei Verständnis dafür, dass mein Anliegen doch nun eine gewisse Dringlichkeit hatte. Soll ich doch einfach zu Hause bleiben. So einfach ist das also….

Ob ich denn einen Platz auf der Warteliste haben wolle, fragt sie. Natürlich will ich!

Ich habe dann einen Platz auf der Warteliste bekommen. Platz 53. Mit total realistischen Chancen diesen auch im Januar 2015 antreten zu können. NICHT!

Das nächste Mal mache ich meinen Schwangerschaftstest bei ihr im Büro und verlange direkt mit dem erscheinen des zweiten Streifens einen Platz auf der Liste! Pah!

Meine Alternativen sind rar, aber ich bin da ja wie ein Terrier. Ein paar private Kitas haben sich neu gegründet. Eine schaue ich mir an…zumindest ist das mein Plan. Wäre da nicht mein nicht-existenter Orientierungssinn.

An einem schönen Samstagmorgen – mittlerweile ist es November – möchte ich zu einem Tag der offenen Tür einer besagten privaten Kita gehen. Gehen, weil es ist schönes Wetter, es ist nicht wirklich weit (das wird noch mein Verhängnis werden) und so als fette Schwangere kann so ein Spaziergang ja nicht schaden.

12 Kilometer und 2,5 Stunden später treffe ich in der Kita mitten im Wald ein -schnaufend und mit einem gaanz dringenden Bedürfnis – Schwangere kennen das.

Es ist sehr idyllisch. Umringt von Wäldern und Wiesen legt sich gerade romantisch der Morgentau nieder, während die warme Herbstsonne ein wunderschönes Licht zaubert. Wunderschön sag ich euch. Ein kleines Häuschen mit viel Platz für kleine Menschen und ein Streichelzoo mit Schafen! Noch besser würde es mir gefallen, wenn es in irgendeiner Weise auch erreichbar wäre. Zu Fuß, mit ÖPNV oder dem Rad….nada. Geht nur mit Auto. Ja, da hilft auch kein Streichelzoo und kein Bioessen, denn die Anschaffung eines zweiten Autos nur wegen der Kita ist nun auch nicht drin.  Also wieder zurück. (Ohne Umwege braucht man übrigens nur 30 min 🙂 )

Nach diesem wirklich langen Spaziergang und einem Eintrag auf eine Warteliste für eine Kita, die für uns so gar nicht erreichbar ist, sitze ich leicht frustriert auf dem Sofa und versuche das Problem durch die Aufnahme von zwei Packungen Snickers-Eis zumindest seelisch zu verarbeiten. Letztendlich raffe ich mich dann doch auf und schicke weitere 10! Bewerbungsschreiben an die verblieben Kitas mit U3 -Betreuung und einem Ganztagsangebot. 10mal schleimen (‚ihr Internetauftritt und ihr Konzept haben uns ja so begeistert!‘) , 10 mal seien Lebenslauf schönreden (‚aufgrund anstehender Weiterbildungen…‘) und sich für charmant, engagiert und im Beruf absolut unabkömmlich beschreiben. Denn nur die wichtigen Leistungsträger in unserer Gesellschaft brauchen doch eine Ganztagsbetreuung, oder?

Fazit: vier Einrichtungen haben sich gar nicht gemeldet, bei drei Kitas habe ich nach dem Besuch von einer weiteren Bewerbung abgesehen, zwei Einrichtungen sind wieder geschlossen und die letzte ist die absolute Traumkita! Und nach Zwei Telefonaten, zwei Besuchen, einem ausführlichen Bewerbungsbogen und zwei Vorstellungsgesprächen mit allen Eltern, haben wir den Platz bekommen. Um 23.30h kam der Anruf mit der Zusage und wir haben vor Freude getanzt. Innerlich, ganz leise versteht sich, denn die Raupe war noch keine 5 Wochen alt.

Ahoi!

Nicht nur Tage vollkommenen Glücks

Es gibt sie, diese Tage: die fangen schon müde an, weil man nachts nicht schlafen konnte und es zieht sich einfach nur hin. Unwohlig und unzufrieden. Ist das dieser Montag von dem alle Reden?

Ich möchte an erster Stelle erwähnen: ich liebe Montage. Ja, es ist so und ich werde sicherlich noch mal einen ‚I Love Monday‘-Post schreiben. Aber nicht heute. Heute Abend möchte ich diesen Tag einfach nur abschütteln und abstreifen und ihn am liebsten auf den Mond katapultieren.

Eigentlich bin ich ja immer positiv eingestellt und ich freue mich auf den Tag und auf die Aufgaben. Ja, jeder Tag ist ein Geschenk und man sollte sich glücklich schätzen ihn erleben zu dürfen. Aber da gibt es dann diese Dinge. Eine durchwachte Nacht, den Infekt in den Knochen, Hektik am Morgen, Ärger mit der Sekretärin an der Uni, ein rumzickendes Auto und viele tausend Kleinigkeiten, die den Tag nicht versüßen. Es ist eher so ein Rosenkohltag.Bitterer, fieser Rosenkohl. Ein Tag, der so gar nicht vollkommen perfekt sein mag.

Ich erwähnte schon die Müdigkeit, die wie Blei in den Knochen steckt? Die zig Flüchtigkeitsfehler? Die schlechtgelaunten Mitmenschen? Die quälende Frage, wie man dann bald den Alltag organisieren soll, wenn die Elternzeit rum ist?

All das mag ich nicht. Nein, ich mag dann in mein Bettchen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Solange, bis alles wieder gut ist und ich mich wieder woanders hin wünsche.

Das Leben ist nicht nur wunderschön und perfekt und einfach. Aber mir geht es nicht schlecht. Uns geht es nicht schlecht. Wir haben keine existentiellen Sorgen – es ist nur ein Unwohlsein. Und darum steige ich zwar müde, zerknautscht und mit dicken Kopfschmerzen aus der S-Bahn, aber …noch 400 Schritte. Dann bin ich Zuhause.

Ich werde klingeln und oben krabbelt schon ein kleines Baby auf mich zu und sagt“Maammmaaaap“, und wird über beide Öhrchen grinsen.

Noch 300 Schritte. Dann bin ich zuhause.
Der Papa wird mir die Jacke abnehmen und mir einen Kuss geben. In der Wohnung riecht es schon nach frischem Essen.

Noch 200 Schritte und ich kann meine Jogginghose anziehen und die kuschligen Schluppen. Die Raupe wird versuchen den Schuh zu essen und mir durch das Gesicht zu schlecken. Und fürchterlich lachen. Das Herzschmelzlachen!

Noch 100 Schritte. Mein Herz wird leicht und der Kopf entspannt sich. Alles nicht so schlimm.

Zuhause bei der Familie, in der Ruhe, im Geborgenen. Und vielleicht ist dieser Tag doch: vollkommen perfekt.

Ahoi!

Krankheit, Arbeit und das schlechte Gewissen

Vor einigen Tagen hat die liebe Endwinterwunder auf ihrem Blog über Krankheiten und Achtsamkeit geschrieben. Ein toller Text und er trifft (blöderweise)  er auch gerade auf mich zu.

Arbeitsstart und schon krank

Wer hier aufmerksam mitliest weiß, dass ich erst vor kurzem meine Vollzeitstelle wieder angetreten habe. In der Zeit habe ich fast jedes Wochenende irgendwie flachgelegen. Entweder mit Migräne (zweimal) und jetzt diesem ominösen Infekt, der eine Mischung aus halb grippaler Infekt und halb MagenDarm ist. Aber, bisher hat sich das ganze als sehr arbeitgeberfreundlich entwickelt: zum Montag war ich immer wieder fit. Jetzt, in Woche vier, ging leider nichts mehr. So oder so musste ich also zum Arzt und der hat mich -ohne mir überhaupt die Hände schütteln zu wollen, der kluge Mann – direkt mal einen Platz auf der Couch gesichert. Also der eigenen. Zum auskurieren. Denn machen kann man da nichts, ausser warten und Tee trinken.

das schlechte Gewissen 

Ich, meines Zeichens: Vorbildarbeitnehmer, habe in den vergangenen Jahren immer versucht möglichst nicht zu fehlen. Die Fehltage die ich dann mal hatte, waren dann einzelne Tage, zum Beispiel wegen Migräne. Und immer im Hinterkopf das schlechte Gewissen der Firma gegenüber.

Aber warum eigentlich? Mal ehrlich: es dankt dir keiner, wenn man krank zur Arbeit kommt. Klar, begeistert ist dein Vorgesetzter und deine Kollegen auch nicht über eine Krankmeldung, denn die Arbeit muss gemacht werden. In den meisten Fällen bleibt dann sowieso alles liegen und du darfst den Wust eh alleine wieder wegarbeiten. Die damit verbundenen Überstunden bekommt man aber selbstverständlich nicht bezahlt, sondern kann die als Überstunden nehmen. In der Theorie. So oder ähnlich wird es bei den meisten aussehen.

Und noch weniger wird dir gedankt, wenn du als Bazillenmultiplikator deine Kollegen verseuchst. Ich weiß jetzt, dank einem Gespräch bei meiner Krankmeldung, wem ich die Seuche zu verdanken habe.

In Zukunft werde ich Kollegen, die ihre Sätze mit:’Meine Frau und die Kinder lagen am Wochenende mit (bitte beliebige Krankheit einsetzen) flach., meiden und gegebenenfalls mit Baktolan desinfizieren.

Sich selbst in den Fokus setzen

Wer krank ist, ist krank. Ich für meinen Teil bin niemand, der sich wegen einem Schnüpfchen oder einen kratzigen Hals drei Wochen krankschreiben lässt. Wenn es mir aber schlecht geht, scheue ich nicht mehr den Weg zum Arzt und lasse auch eine Krankmeldung zu. Ich muss ja nicht nur in Zukunft meinen Arbeitgeber mit meiner Leistungsfähigkeit überzeugen, sondern auch für meine Tochter und für meinen Mann sorgen. Nebenbei gibt es eine Vielzahl von Krankheiten, die chronisch werden können. Und dann fällt man ganz aus – das mag weder dein Arbeitgeber, noch die Krankenkasse und führt garantiert nicht zu einer Erhöhung deines Gesundheitsstatus.

Abwägen und im Notfall einen Gang runterschalten

Es gibt da wohl keine verbindliche Aussage, was man wie zu tun hat. Leider ist es ja manchmal so, dass gerade dieses Projekt abgeschlossen werden muss oder man wirklich der einzig verbliebene Kollege ist, der noch die Stellung hält.

Im Allgemeinen sollte man aber wieder mehr auf seinen Körper hören und ihm das geben was er im Krankheitsfall braucht: Ruhe. Ohne schlechtes Gewissen.

In diesem Sinne werde ich jetzt hier meinen Tee schlürfen und mir die Bettdecke wieder bis unter die Ohren ziehen.

Ahoi an alle Schniefnasen und Seuchenmutterschiffe!