Ein Karnevalswochenende ohne Helau! – #WIB (6/16)

#WIB Es ist wieder soweit: Karneval! Ich bin ja nicht so der Fan der feucht-fröhlichen Karnevalskultur. Leider ist für die Tochter auch das zweite Karnevalsfest im Kindergarten wegen Krankheit ausgefallen. Zum Glück hatte der Mann frei und es gab eine extra Portion Familienzeit.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie jede Woche bei Susanne.


 

Samstag, 6.2.2016

Die Nacht war für uns alle sehr anstrengend. Ich wurde am Morgen direkt mit einer Migräneattacke begrüßt. Relativ spät sind wir dann auch aus dem Haus gekommen und haben gemeinsam unsere erste Morgenrunde durch die Stadt gedreht. Wir haben die wichtigsten Einkäufe auf dem Wochenmarkt erledigt. Nachmittags haben wir dann das milde Wetter für einen großen Waldspaziergang genutzt.


 

Sonntag, 7.2.2016

Nach einer recht kurzen Nacht versuche ich unser Internet wieder flott zu bekommen. Leider ist der  Mann von der Hotline nicht wirklich hilfreich – am Dienstag kommt dann ein Techniker. Wir teilen uns solange das WLAN mit Nacharn.

Mittags gibt es lecker gefüllte Paprika und danach geht es für die Tochter zur Oma. Wir bereiten uns derweil auf den SuperBowl vor 🙂

 

Und wie war euer Wochenende so?

Jeder Mensch kann schlafen lernen

Schlaflernprogramme – würden sie sich selbst oder ihrem Partner sowas antun? Die meisten werden nun mit dem Kopf schütteln.

Dieser Text ist für alle, die immer noch der Meinung sind, dass man Kindern das Schlafen durch „ferbern“ beibringen kann. Stellen sie sich vor, sie haben Schlafprobleme und würden diesen Text in einem Ratgeber oder in der Apothekenumschau lesen. Würden sie sich selbst so behandeln?


 

Jeder 3. Erwachsene leidet an einer Schlafstörung!

Haben sie Probleme in den Schlaf zu finden oder durchzuschlafen? Dann ergeht es ihnen wie rund 1/3 aller Erwachsenen. Aber das muss nicht sein! Mit diesem Schlafprogramm schaffen sie es in wenigen Tagen problemlos ein -und durchzuschlafen.

Ein erster Schritt ist es zu verstehen, dass sie an ihrem Problem wirklich selbst Schuld sind. Wer nicht einschlafen kann, will es (bewusst oder unterbewusst) einfach nicht wirklich. Mit dieser Erkenntnis und den weiteren Schritten, werden sie innerhalb weniger Tage zum glücklichen Murmeltier.

Versprochen –

denn: jeder Mensch kann schlafen lernen!

 

Das Schlafprogramm

Folgen sie diesen Tipps mindestens drei Tage. Bis dahin sollten sich erste Besserungen eingestellt haben. Falls nicht, führen sie das Programm weiter bis sich das gewünschte Ergebnis einstellt.Los gehts!

Feste Uhrzeiten: Gehen sie immer zu einer festgelegten Uhrzeit ins Bett. Diese muss nicht ihrem Biorhythmus entsprechen. Halten sie sich in jedem Fall an diese Zeit!

Voller Bauch und leere Blase: essen sie kurz vor dem Schlafen gehen sehr viel und besonders schwere Sachen. Ein voller Bauch gaukelt ihnen ein Müdigkeitsgefühl vor und lässt sie schön träge werden. Am besten nehmen sie zuckerhaltige Breie zu sich. Aber Vorsicht: trinken sie 2 Stunden vor dem ins Bett gehen nichts mehr, damit sie auf keinen Fall noch mal zur Toilette müssen!

Alleine, dunkel und weit entfernt vom Partner: für einen ungestörten Schlaf ist es vollkommen wichtig, dass ihre gewählte Schlafstätte ruhig und ohne Ablenkungen ist. Dafür sollten sie selbstverständlich absolut einsam und alleine sein. Ihr Zimmer muss möglichst weit weg von ihrem Partner entfernt sein.

Studien haben herausgefunden: einsam und ohne Nähe schläft es sich am besten. Von diesem Wissen können sie profitieren! Falls sie die Vermutung haben, dass ihre Schlafstörungen durch Kummer, Sorgen oder Ängste verursacht werden, besinnen sie sich einfach auf ihr Ziel. In wenigen Tagen werden sie wieder normal schlafen können. So  wie es alle anderen Erwachsenen auch tun. Weinen und schreien sie ruhig bei Sorgen und Ängsten. Sie müssen lernen sich selbst zu regulieren.

Trost werden sie sicherlich nicht brauchen, denn das ist ja nur für Babys…Oh!

 

Was sie als Angehöriger eines Patienten mit Schlafstörungen tun können

Unterstützen sie ihren Partner bei diesem Programm. Umarmen sie ihren Partner, wenn er ins Bett geht. Sie können sie Türe hinter ihm schließen, signalisieren sie aber keine Verfügbarkeit. Dazu verlassen sie am besten das Stockwerk, oder sogar das Haus. Ein Abend bei Freunden ist da genau das Richtige.

Wenn sie ihren Partner durch die geschlossene Türe weinen hören, geben sie ihm die Zeit sich selbst zu beruhigen. Geben sie nicht zu schnell nach. Ihr Partner muss diese Lektion lernen und sie werden sehen: es wird sich auch für sie lohnen. Wenn ihr Partner das Programm erfolgreich absolviert, werden auch sie davon profitieren. Ihr Partner wird sie nun nachts weniger stören. All das wird selbstverständlich keine Auswirkung auf ihre Beziehung und ihr gegenseitiges Vertrauen haben. Im Gegenteil. Ihr Partner wird sich freuen, dass sie ihn bei diesem Programm unterstützt haben.


 

Würden sie so ihren Partner behandeln oder diese Tipps selbst anwenden? Wohl eher nicht. Warum sollte man dies also an Babys und Kindern durchführen?

[kurzgebloggt] Der frühe Vogel ist kaputt 

Abends bin ich immer schnell müde. So ab 22 Uhr ist bei mir Ende im Gelände und ich muss mich in mein Nest verziehen. Dafür bin ich morgens um 4.45h topfit und habe schon die Mails nimmst dem ersten Kaffee beantwortet. So war das zumindest früher! Jetzt scheint mein früher Vogel irgendwie kaputt zu sein!
Liegt es vielleicht am Alter, dass ich nicht mehr elegant und motiviert morgens aus den Federn hüpfe? Schließlich bin 30 und irgendwie versuche ich diese neue Trägheit auf mein Alter zu schieben. Die Nächte durchmachen (früher Party, heute Kleinkind), wenige Stunden Schlaf und trotzdem motiviert und leistungsfähig aus dem Bet hüpfen, das war einmal.

Und ich vermisse es! Denn statt morgendlicher Metime mit Erfolgserlebnissen, drücke zigmal die Snoozetaste, nur um dann doch unmotiviert in den Tag zu starten. Meine Überstunden schmelzen so langsam dahin, weil ich jeden Tag die spätere S-Bahn nehme.

Mich macht das nicht nur sehr unzufrieden, sondern zerschießt auch meinen mühevoll antrainierten Biorythmus. Die Folge sind neben schlechter Laune auch vermehrt Migräne, Kreislaufprobleme und…..ich bin immer müde! 
Ich bin von mir selbst genervt und trotzdem bekomme ich nicht die Kurve. Denn statt mich beim ersten Weckerklingeln aus den Federn zu quälen, verkrümel ich mich lieber noch mal unter meine warme Decke.
Nur noch 5 Minuten kuscheln………..

Das glückliche Kind nach Anweisung – das gibt es nicht! Ein Erfahrungsbericht

Ines hat einen ausführlichen Gastbeitrag zur aktuellen Blogparade: „Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung“ verfasst.

Sie ist Mutter eines High-Need-Kindes und war der Überzeugung, dass ihre gute Vorbereitung und ein bedürfnisorientierter Umgang mit dem Kind alles in die richtigen Bahnen leiten würde. Die Realität war dann leider eine etwas andere….


 

Ich habe die Diskussion bei Twitter mitbekommen und bei mir hat das ganz gemischte Gefühle ausgelöst….. daher möchte ich gerne meine Sicht der Dinge teilen.

Schon bevor ich schwanger wurde, war mir klar, dass wir unser Kind bedürfnisgerecht erziehen wollen. Ich wollte natürlich gebären, stillen, tragen, familienbetten (wobei ich mir das anders vorgestellt habe, als es letztendlich läuft), immer für mein Kind da sein, mein Kind lieb haben…. und fand es gut und beruhigend, dass das Internet voll ist mit Leuten, die es genauso sehen, die Anregungen und Tipps geben können. Die habe ich in meiner näheren Umgebung nämlich nicht.
Rückblickend würde ich sagen, dass ich dabei ziemlich naiv war, denn ich ging davon aus, dass mein Kind ein zufriedenes, ausgeglichenes Kind sein würde, wenn ich mich denn an all die „Anweisungen“ hielt. Dafür kann und will ich niemandem außer mir selbst einen Vorwurf machen. Das betonte ich deshalb, weil ich denke, dass es – zumindest im Internet, auf Blogs und in Büchern – häufig die (unbewusst?) aufgestellte Behauptung gibt, wenn man alles das bedenkt und sich danach richtet, das Kind eben ganz entspannt und friedlich ist. Vermutlich meinen die wenigen das ernsthaft so, aber ich bin da einfach von ausgegangen. Hey, alle sagen, wenn man das Kind immer trägt, dann ist es ausgeglichen und schreit weniger! Wenn man im Familienbett schläft, ist die Störung der Nachtruhe viel geringer! BLW macht viel mehr Spaß als Brei!

 

Ein schlimmer Start für Mutter und Kind

Es lief bereits vor der Geburt anders als geplant: Aufgrund einer sich fulminant innerhalb von drei Tagen entwickelnden Präeklampsie, die passenderweise bei der Vorsorgeuntersuchung in einen Krampfanfall mündete, wurde unsere Tochter zwei Monate zu früh per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Ich habe von alledem nichts mitbekommen, da ich erst drei Tage später wieder zu Bewusstsein kam und nicht auf Anhieb begriff, warum man mich beglückwünschte.
Da sie als Frühchen galt, mussten wir lange im Krankenhaus bleiben. Für das Stillen hatte nie jemand Zeit, schlimmer noch, als wir bereits in der Kinderklinik waren und den ganzen Tag Zeit für sie hatten, da hieß es, wenn sie schläft, sollen wir sie nicht nehmen, sie brauche den Schlaf für die Hirnentwicklung und das dürfe man nicht stören. Also saß ich neben ihrem Bett, habe wie verrückt Milch abgepumpt, aber mich nicht getraut, mein Kind in den Arm zu nehmen.
Als wir endlich nach Hause kamen, konnte und wollte ich dort alles anders machen. Vermutlich hätte ich auch keine Wahl gehabt, denn meine Tochter entschied dann: Sie schlief nur, wenn einer von uns sie am Körper trug. Obwohl wir etliche Male davor gewarnt worden waren, ließ ich sie nachts mit ihrem Bauch auf meinem Bauch schlafen. Tagsüber das gleiche, nur dass ich dabei dann auf dem Sofa lag. Wir brachten uns das Stillen letztendlich selber bei, weil die Hebamme meinte, das würde eh nicht mehr funktionieren.
Dass das Kind irgendwann zu schreien begann, überraschte mich nicht. Schließlich war am Anfang alles falsch gelaufen. Die Situation beruhigte sich um den 4. Lebensmonat herum etwas. Bis sie anfing, mobiler zu werden. Sie begann nachts im Stundenrhythmus wach zu werden und zu schreien. Tagsüber wollte sie nicht mehr schlafen und schrie nur noch.

 

Wenn die Phase zum Dauerzustand wird

Anfangs trösteten wir uns damit, dass es sicherlich nur
eine Phase sei und wieder vorbei gehe. Wir haben weiter gestillt, getragen, gefamilienbettet. Nichts half.
Jetzt ist sie 13 Monate alt und immer noch eine unglaublich schlechte Schläferin. Sie wacht nachts alle 60 Minuten auf; tagsüber ist an Schlafen kaum zu denken, es sei denn, Mama setzt sich aufs Bett und man kann auf ihren Schoß. Ich war zwischendurch oft verzweifelt, habe die Schuld bei mir gesucht, sagte mir, dass es an meinem Versagen liegen MUSS, denn alles drumherum habe ich ja „richtig“ gemacht. Zweimal war ich so am Ende, dass ich vorschlug, sie zur Adoption freizugeben, weil ich es ja offensichtlich nicht hinbekomme, sie so zu versorgen, dass es ihr gut geht – was in meinen Augen dann der Fall gewesen wäre, wenn sie weniger geschrien und besser geschlafen hätte.

 

Die Wahrnehmung der persönlichen Grenzen

Wenn ich dann solche Diskussionen mitbekomme, frage ich mich sofort, was denn gemeint ist, seine eigenen Bedürfnisse über die des Kindes zu stellen. Ich fühle mich ertappt und schuldig, weil ich mich jedes Mal freute, wenn mein Mann unsere Tochter für einen zweistündigen Spaziergang mit nach draußen nahm, und ich endlich mal Ruhe hatte.

Bedeutete das nicht schon, dass ich mich selber wichtiger nahm als sie? Neuerdings geht es mir nachts so: Wir schlafen inzwischen getrennt. Wenn unsere Tochter eine schlechte Nacht hat, was meistens bedeutet, dass es ihr nicht gelingt, mit meiner Hilfe wieder einzuschlafen, und dass meine Brustwarzen nach kurzer Zeit dazu tendieren, blutig zu werden, dann bringe ich sie meinem Mann. Dort schläft sie interessanterweise oftmals recht schnell wieder ein, manchmal protestiert sie ein wenig. Und ich liege hinterher oft wach, weil ich mich frage, ob das nun wieder Ausdruck meines Egoismus ist. Was mir bei Lichte betrachtet Blödsinn scheint, denn sie schläft bei ihrem Papa ja mindestens genauso gut.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, dass diese Diskussion schon alleine deswegen schwierig ist, weil sie so subjektiv ist. Was meint denn nun, dass ich meine Bedürfnisse über die des Kindes stelle? Wäre es dann überhaupt erlaubt, sich eine Atempause zu nehmen? Oder bedeutet das direkt, dass mir mein Kind nicht wichtig ist? Diese Absolutheit scheint mir – wenigstens für mich – problematisch.

Problematisch ist für mich persönlich außerdem der Gedanke, dass es sich für mich sichtbar auswirkt, wenn ich meinem Kind bedürfnisorientiert begegne. Möglicherweise tut es das, irgendwann – aber ich weiß nicht wann und in der Zwischenzeit kann eine solche Sichtweise arg frustrieren (meinem Mann ging es zwischendurch so, dass er sich aufregte, unser Kind sei undankbar, sie dürfe bei und mit uns schlafen und sei trotzdem nur am Schreien, während andere Kinder das alles nicht hätten und trotzdem zufrieden wirkten).

In der Zwischenzeit mag es so wirken, als würde unser Kind, obwohl wir es so „verwöhnen“ (Zitat der Hebamme) häufig unausgeglichen und unzufrieden sein, während andere Kinder, die (scheinbar) weniger bedürfnisorientiert aufwachsen, ausgeglichen und fröhlich zu sein scheinen. Ich kann in niemanden reinschauen, daher weiß ich nicht, wie es tatsächlich ist.

Ich weiß, dass ich den Weg, den wir angefangen haben, für uns für richtig und gut halte, und dass wir ihn deswegen weiter gehen werden. Ich habe auch gelernt, dass so etwas für jeden etwas anderes bedeutet. Aus meiner eigenen (Kranken-)Geschichte weiß ich, dass es weder mir noch sonst irgendwem etwas nützt, wenn ich meine Kraft dauerhaft überstrapaziere. Deswegen habe ich mein Kind nicht weniger lieb. Ich werde möglicherweise niemals wissen, ob unser Kind nicht der gleiche Mensch geworden wäre, wenn wir etwas anders gemacht hätten – und gleichzeitig denke ich,
dass es egal ist, wie wir die Dinge machen, solange wir unserem Kind respektvoll begegnen.


Liebe Ines, vielen Dank für deinen ausführlichen und sehr emotionalen Artikel. Ich finde diesen Erfahrungsbericht sehr wichtig, denn es kann diejenigen sensibilisieren, die sich ein Leben unter Dauerstress nicht vorstellen können. 

Ich finde euch als Familie unglaublich stark und hoffe, dass ihr euren Weg weiter gehen werdet. 

Ihr könnt Ines auf Twitter folgen (hier!)und mit ihr über ihren Beitrag diskutieren. Alle weiteren Beiträge der Blogparade findet ihr im Beitrag im Linkverzeichnis: Hier geht es zum Beitrag der Blogparade!

Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung {Blogparade}

Zwischen der Ansicht man müsse Säuglingen Schlaf „beibringen“ und dem vollkommenen Leben nach den kindlichen Bedürfnissen, ist im modernen Umgang mit Kindern alles vertreten. Jeder sucht sich die Methode aus, die am besten zu der Familie passt. Dabei wird ein bedürfnisorientierter Umgang mit Kindern (zum Glück) immer populärer und die Erziehung nach festen Mustern verliert langsam ihre Bedeutung. 

 

Zwischen Ferbern und elterlicher Selbstaufgabe 

Wie man sein Leben mit Kind gestaltet ist insbesondere durch die eigenen Erfahrungen in der Kindheit und des familiären Umfeldes geprägt. Im welchem Kulturkreis, mit welchen Sitten und Gebräuchen wachsen wir auf? Welches Lebensmodell haben wir gewählt? All das prägt uns ein Leben lang. Daneben sind wir als Eltern, gerade am Anfang, anfällig für jegliche Tipps und Trends aus Ratgeber und Co. Ob diese immer dem Wohle des Kindes dienen, sei mal dahin gestellt….

Nicht zuletzt bestimmt die Grenze unserer eigenen Belastbarkeit, wie wir unseren Kindern begegnen können. Sind wir selbst krank oder anfällig? Wie sind gerade meine Lebensumstände, habe ich vielleicht Sorgen?

Die Definition der persönlichen Grenzen ist richtig und wichtig. Eine kranke Mutter oder ein ausgebrannter Vater kann nicht mehr für ein Kind sorgen. Diese Grenzen vorzeitig vor einem Kollaps zu ziehen, scheint Eltern und gerade Müttern aber nicht mehr gestattet zu sein. In einer Gesellschaft, in denen Mütter nur eins sollen: dem Kind eine perfekte Mutter/Vater sein. Ohne Makel, ohne negative Emotion.

 

Das zufriedene Kind – Glück oder eine Frage der Erziehung?

Immer wieder kommt bei dieser Diskussion die Frage auf, ob das zufriedene Kind nun ein Zufallstreffer war oder das Ergebnis bedürfnisorientierter Elternschaft ist. Gerne wird dann die eigene, vollkommene Selbstaufopferung ins Feld geführt, während die Eltern mit High-Need (Schreikindern/ durch Krankheit beeinträchtigte) Kindern über solche Aussage nur den Kopf schütteln können.

Es gibt Eltern, die geben alles und das Kind ist nicht zufrieden! Die körperliche und seelische Belastung in solch einem Zustand, der meist Monate oder Jahre lang anhält, ist enorm. Wann ist die Grenze elterlicher Belastungen erreicht? Was muss passieren, damit auch Mutter oder Vater wieder im Fokus der Fürsorge stehen?

Es ist ein Thema, bei dem es kein richtig oder falsch gibt, denn unsere persönliche Wahrnehmung von Belastbarkeit ist immer nur von unserem eigenen Standpunkt und mit unseren Erfahrungen zu beurteilen. Aus diesem Grund wünsche ich mir mehr Weitsicht, mehr „über den Tellerrand blicken“, mehr „den Horizont erweitern“. 

 


 

Hiermit möchte ich nur kurz einen Anreißer geben und den Anstoß für die Blogparade zum Thema:

 

Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung {Blogparade}

geben und jetzt nicht weiter auf die vorangegangene Diskussion eingehen. Ein paar Themen habe ich oben schon etwas ungeordnet in den Raum geworfen….

 

weitere  Stichpunkte zum Thema könnten sein:

  • Wie viel Egoismus, Selbstaufgabe und Aufopferung sollen oder müssen Eltern erbringen
  • Wie passen elterliche Grenzen und die Befriedigung aller kindlichen Bedürfnisse zusammen?

Muss sich das Leben um das Kind drehen, der ins Leben integriert werden oder muss sich das Kind dem Leben der Eltern anpassen (Stichpunkt: funktionieren!) ……..


 

Ich freue mich auf eure Einsendungen bis zum 31.1.16. (die Linkliste endet am 18.1.16, dann bitte in den  Kommentaren posten).

Ihr könnt eure Artikel via inlinkz, in den Kommentaren, via Twitter oder Facebook los werden. Wer keinen Blog hat, kann mir gerne seinen Text unter chamailion -ät-icloud-dot-com schicken. Ich veröffentliche ihn dann nach Rücksprache als Gastartikel.

Eines noch in eigenes Sache: dieses Thema ist sehr emotional beladen. Bitte bleibt freundlich zueinander! 

Viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Horizonterweitern 🙂

Die Babys der Anderen

Die Babys der Anderen, die Schlafen friedlich in ihren Kinderwägen, lassen sich ruhig im Maxi Cosi im Auto transportieren, spielen alleine stundenlang mit einem Spielzeug, schlafen,wenn sie müde sind, ihr Dauergeschrei ist maximal ein leises (niedliches) Quäken von 30 Minuten, wollen nachts nur alle 2,5 h an die Brust, sind zufrieden, machen mit. Funktionieren.

 

SO ein Baby hätte ich auch ganz gerne!

Manchmal, wenn ich so die ganzen Neubabys in meinem Umfeld betrachte, da kommt der Wunsch nach einem zweiten Kind. Eins, dem ich beim friedlichen Schlaf zuschauen kann, das durch Nähe und Stillen zufriedengestellt ist, mit dem ein Spaziergang nicht nur eine zweckgebundene Aktion ist und mit 90% Gezappel quittiert wird, eins, mit dem Autofahren nicht zur absoluten Nervenbelastung wird.

Aber eigentlich doch nicht: Nein, ich möchte gar kein Baby, denn ich wüsste gar nicht, wie ich die Bedürfnisse von uns Dreien mit einem weiteren Kind vereinbaren könnte, denn gerade läuft es so, dass wir es packen. Ich will jetzt gar kein weiteres Kind, denn ich brauche meine Kraft für Arbeit, Studium und für mich.

 

Das Baby eines Kollegen: das schläft einfach so!

Meine Kollege erzählte mir letztens von dem neuen Yoga-Kurs seiner Frau. Bezahlt von der Krankenkasse. Das sollte ich doch auch mal machen. Eigentlich eine gute Idee, aber:

Dabei mach ich doch sowas ähnliches, sogar täglich: zweistündige Einschlafbegleitung in einer völlig unnatürlichen Körperhaltung, bei der ich mich keinen mm bewegen darf. Manchmal trainiere ich abei auch meinen Beckenboden, wenn ich circa 90 Minuten davon auf die Toilette muss.
Das Baby dieser Frau schläft dann bereits seit 2 Stunden und wird noch weitere 10 Stunden schlafen. Ohne Dauergebrüll, ohne nächtlichen Milchdurst. Es ist 5 Monate. Bei solchen Erzählungen kommt es mir dann manchmal hoch….

Es nur der reine Neid, der gerade aus mir spricht. und manchmal, ein ganz kleines bisschen macht es mich auch traurig und wütend.  

Trotzdem bleibt der Wunsch, dass es nur einmal so ist, wie bei Ihnen: den Anderen!


Dies ist gebloggt für die liebe @2kindchaos_mo <3. lass dich mich ärgern, unsere Zeit wird kommen!

 

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Mit voller Entwicklungsschub-Kraft voraus! #WIB

Dieses Wochenende ist geprägt von müde..sehr müde! Leider hat sich die Tochter für den aktuellen Entwicklungsschub unseren Urlaub ausgesucht. Wir haben in dieser Woche eine Nacht ganz okay (nur aufwachen, trinken, kuscheln…) gehabt, der Rest war echt nervig, besonders wenn man über mehrere Stunden angeschrien wird. Wir geben unser Bestes, unseren Schlaf. Aber wir haben wohl das schlimmste überstanden und sind uns sicher, dass es diesmal eine enorme Sprachentwicklung gibt. So toll! Das schlimmste ist nur die Hilflosigkeit, weil man nicht viel tun kann, ausser Dasein.

In diesem Sinne gibt es ein müdes Wochenende in Bildern und einen unentspannten Start nach dem „Urlaub“ in die kommende Arbeitswoche. Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne!


 

Samstag, 21.11.2015

Nach einer schlaflosen Nacht bereite ich uns ein herzhaftes Frühstück  „Huevos rancheros“ zu. Der Mann und ich sind begeistert, das Kind scheint sich mit warmen Gemüse und komischen Fladen am Morgen nicht anfreunden zu können. Es verlangt beständig nach „den Blauen“ (Blaubeeren). Anschließend muss ich den Mann als Umzugshelfer verleihen und wir Mädels machen uns auf zum Wochenendeinkauf auf den Wochenmarkt. Der Einkaufsschwierigkeits-Level wurde übrigens erhöht, denn auf dem Marktplatz steht jetzt der Weihnachtsmarkt (aka 20 polnische Fressbuden und zwei Karussell). Die Marktstände werden einfach drumherum gequetscht. So schön! NICHT! Das Kind kann aber so das Frühstücksdefizit ausgleichen, denn sie bekommt Brötchen, Käse und eine Möhre zugesteckt.

Auf dem Rückweg wird dann noch kurz der „Spielplatz“ bespielt. Anschließend machen wir es uns auf dem Sofa gemütlich und beobachten die Vogelverkehr an unserem Vogelhäuschen 🙂

Es folgt (nach 90 Minuten ‚Kampf‘) der Mittagsschlaf. Zwei Übermüdete, wovon eine ein Schläfchen halten will (Ich) und die andere kein Schläfchen halten kann (überdreht dank Entwicklungsschub).*yeah*

Nachmittags gehen wir mit dem Papa zum Weihnachtsmarkt, kaufen für die Tochter Wintersachen und kochen uns zu Hause (mal wieder) Soba-Nudeln mit Brokkoli 🙂 Achja, die Tiere werden natürlich auch gefüttert!

 


 

Sonntag, 22.11.2015

Wir sind, äh…müde! Egal. Ich versuche mich nach meiner Tasse Kaffee an den Banana-Pancakes. Davon gibt es kein Foto, denn optisch und geschmacklich waren die eher nicht so der Bringer.

Nach dem Frühstück machen wir gemeinsam einen Spaziergang zu den Enten und während der Mann das Kind in den Mittagsschlaf bringt, mache ich mir richtige Pfannkuchen und arbeite ein bisschen am Laptop!

Spoiler: Es gab dann nur 45 minuten Mittagsschlaf! Mann und Kind wurden zur Uroma gescheucht und ich halte Siesta. Morgen klingelt schließlich um 5 Uhr der Wecker!

 

Und wie war euer Wochenende so? 

Ein Jahr #workingmom – Vereinbarkeit ist möglich

Vor einem Jahr und zwei Wochen bin ich wieder in meinen Job zurückgekehrt. Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie es wohl werden wird. Mann und Kind werden fünf Monate alleine zu Hause sein und den Alltag wuppen, während ich täglich fast 12 Stunden außer Haus bin. Den Beitrag zum ,Schichtwechsel, könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Jetzt kann ich sagen, dass es ein Jahr mit (wenigen) Höhen und (vielen) Tiefen war. Und trotzdem bin ich der Überzeugung, dass die Vereinbarkeit von Familie und Berif möglich ist. Hier ein kleines Resümee:

Die ersten fünf Monate habe ich Vollzeit gearbeitet, während der Mann das Kind hütete und den Haushalt versorgte. Als seine Elternzeit vorbei war, bin ich dann auf eine 30 Stundenwoche gewechselt (80%). (Hier gibt es noch den Artikel zu meinen Bedenken zum Teilzeitmodell.)

 

Nach 9 Monaten zurück in den Job – warum eigentlich?

Der Plan hatte ja eigentlich einen anderen Ablauf vorgesehen: nach neun Monaten wollte ich wieder zur Uni und mein Studium beenden. Aus verschiedenen Gründen wurde dieser Plan bereits in der Schwangerschaft zerschlagen (und alle späteren Versuche das Studium wieder aufzunehmen sind ebenfalls bisher gescheitert). In dieser Situation hat man mir meine alte Stelle angeboten. Zu dem damaligen Zeitpunkt war es für mich ideal, denn ohne weiteres Bafög hätte mir nur ein hoher Studienkredit durchs Studium geholfen. Das wollte ich nicht. Die Ängste aus den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten waren erstmal verflogen.

So früh wieder in den Job zurückzukehren hatte also im Endeffekt mehrere Gründe: ich wollte meinen Arbeitgeber nicht länger als nötig hinhalten, nach 9 Monaten musste ich raus aus dem Hamsterrad Haushaltschaos mit Schreibaby und wir wollten unbedingt, dass der Mann genügend Zeit hat, seine Tochter ein paar Monate zu begleiten.

 

 

Schwieriger Start

Richtig los ging es dann im März und dann kam es dicke! Seit der Geburt lebten wir eigentlich nur unter Strom unter Anspannung. Solange einer zu Hause noch die Stellung hielt und dem Arbeitenden den Rücken freihalten konnte, funktionierten wir irgendwie. Die Doppelbelastung hat uns erstmal ganz schön aus der Bahn geworfen. Dazu jeden Abend noch bis zu 2 Schreistunden und meist sehr unruhige Nächte. Zu guter Letzt haben wir noch jeden Infekt mitgenommen, den man so kriegen kann (ich hatte ja eh schon permanent irgendwelche Infekte) . Erstes Kitajahr eben.

Bei Familie.de habe ich im Sommer über meine Erfahrungen geschrieben, die ich bis dahin mit meiner Berufstätigkeit seit dem Wiedereinstieg gemacht habe. Alles in allem hatte ich einen schwierigen Start. Das hatte vielerlei Gründe: Krankheiten, mehrfach Belastungen, keine Erholungsphase und vor allem die nicht klar definierten Erwartungshaltungen sowohl von meiner Seite als Arbeitnehmerin, als auch die Erwartungen meines Arbeitgebers an mich.

 

Freizeit, was ist das?

Nach unserem Horrorurlaub im Sommer musste ich mich für zwei Wochen krankmelden. Die eigentliche Krankheitsursache war schnell gefunden und behoben, trotzdem führte ich ein längeres Gespräch mit meiner Hausärztin über die dauernde Erschöpfung, über das fordernde Kind, über das Schreien, nicht schlafen und der Druck, der sich auf der Arbeit aufgebaut hat. Möglicherweise floßen auch ein paar Tränen… Da alle Werte ansonsten in Ordnung waren, sprach sie mir vor allem Mut zu und gab mir auf den Weg, was ich sowieso schon mache: achten Sie auf sich! Freiräume, Ruhezeiten, Aufgaben abgeben. Den Alltag überdenken und sich darin so einrichten, dass es sich gut anfühlt!

Seit dem Sommer geht es permanent bergauf.
Der Alltag läuft mittlerweile ganz gut. Jeder hat hier seinen Aufgabenbereich und seine Freizeiten. Die Alltagsroutine hat uns im Griff – das erleichtert uns so einiges, auch wenn uns unser Lebensradius manchmal sehr winzig vorkommt.

 

 

Ohne schlechtes Gewissen? Ja!

Und das schlechte Gewissen? Immer wieder lese ich von Müttern, die sich tagtäglich mit einen schlechten Gewissen zur Arbeit quälen. Ich habe, zum Glück!, keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Das Kind ist gut versorgt, erst vom Papa und nach komplikationsloser Eingewöhnung zu Jahresbeginn in der (weltbesten) Kita. Hätten wir nicht so einen guten Betreuungsplatz, sähe das vielleicht anders aus, aber so bin ich mir sicher, dass sie gut versorgt ist. Die Rahmenbedingungen waren also von Anfang an gut.
Nachmittags haben wir dann noch ungefähr vier Stunden gemeinsam und natürlich den langen Freitag und das Wochenende. Alles in allem haben wir einen guten Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können.

Mein Fazit aus dem ersten Jahr als #workingmom

Ich habe in diesem Jahr viel gelernt:

  • über Grenzen, insbesondere Belastungsgrenzen
  • Über Vertrauen und die Art unserer Beziehung
  • Über den Umgang mit Erwartungen und den Mut, diese offen zu kommunizieren
  • über die vielen Wege der Vereinbarkeit….und das diese möglich ist!
  • wie wichtig es ist, in einem tollen Team zu arbeiten und sich dieser Arbeitsplatz auch ein ganz klein wenig wie ein Stück von Heimat anfühlt ❤️

….und so vieles mehr!

 

Vereinbarkeit IST möglich!

Niemals hätte ich gedacht, dass ich die Debatte über Vereinbarkeit führen müsste. Niemals hätte ich gedacht, dass ich einmal soviel Gegenwind bekomme. Trotzdem sage ich euch, das es möglich ist Familie und Beruf zu vereinbaren! Es ist nur kein Zuckerschlecken.

Ich denke, dass jede Familie ein Anrecht darauf hat, ihr Modell zu leben. Realistischerweise ist es aber in den Köpfen der Arbeitgeber noch nicht angekommen, dass wir als Eltern auch Teil dieses Systems sind. Um so wichtiger ist es durchzuhalten und einen eigenen Weg zu finden.

Vielleicht macht es ja der einen oder anderen Mut?
Wie waren eure Erfahrungen mit dem Wiedereinstieg und der Vereinbarkeit? Hattet ihr auch eine geteilte Elternzeit?

Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Heute gibt es wieder ein Gastbeitrag für euch. Die Autorin des Textes möchte anonym bleiben, denn sie spricht über ein Thema, dass in der Gesellschaft, und gerade auch im familiären Umfeld, als Befindlichkeit abgetan wird: die schwierige Zeit der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind.

Während man bei der ersten Schwangerschaft noch eine ruhige Kugel schieben konnte und alle die Ankunft des erstgeborenen Kindes kaum erwarten können, liegt die Situation bei der zweiten Schwangerschaft etwas anders. Denn da ist ja auch noch ein anderes Kind zu betreuen! Wenn die Schwangerschaft dann auch noch mit einschränkenden Begleiterscheinungen daherkommt, gilt man schnell als Jammerlappen, denn: Schwangerschaft ist keine Krankheit.                                              Und was, wenn es sich doch nach Krankheit anfühlt und weit und breit keine Hilfe in Sicht ist?


 

Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Mein erstes Kind ließ sehr lange auf sich warten und entstand dann auch nur nach einer OP und mit weiterer medizinischer Hilfe. Gerade als wir dachten, wir bekommen kein zweites Kind mehr, wurde ich überraschend schwanger – einfach so. Das ist ein unbeschreiblich großes Glück, das ich mit diesem Text nicht schmälern will. Ich freue mich auf mein Kind, genieße die Bewegungen und Tritte in meinem Bauch und würde es nicht anders wollen.

Aber zur Zeit kotzt mich diese Schwangerschaft einfach nur noch an!
In den ersten Monaten war mir schlecht, was allerdings im erträglichen Rahmen blieb. Ich war vor allem so dermaßen müde, dass ich anfing, meinem Kind das Handy zum Spielen in die Hand zu drücken bevor ich narkoleptisch auf der Couch zusammenbrach. Meine Ideale über Bord werfend begann ich parallel zu glauben, was 2kindchaos hier schrieb.

Zwar wurden mir die gleichen doofen Fragen wie in der ersten Schwangerschaft gestellt: „Wie geht´s denn dem Bäuchlein?“ Äh, was soll ich dazu sagen. Gut.
oder
,„Und? Wisst ihr schon, was es wird?“ Ja, es ist ziemlich sicher ein Kind!
Doch echte Anteilnahme oder gar Unterstützungsangebote suchte ich vergebens. Macht ja nix. Eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit. Das schaffe ich.

 

Nur eine kurze Erholungsphase

Wie erhofft, wurde es im vierten Monat schlagartig besser. Ich war fitter, die Müdigkeit nahm ebenso ab wie die Aknepickel am Kinn und ich genoss den deutlich wachsenden Bauch. Da mein Rücken anfing leicht zu schmerzen, ein Zipperlein, dass ich aus den letzten Wochen der ersten Schwangerschaft kenne, hörte ich auf, K1 zu tragen und hoffte, dass es so bei den leichten Schmerzen bleiben würde. Haha! Wie naiv ich sein kann!
Dann kam die Hitze. Ich hatte heiße Hände, heiße Füße, an Schlaf war kaum zu denken. Nasse Tücher, Eispacks und Ventilator brachten nur wenig Erleichterung. Mein geliebter Sommer wurde zum Feind.
Zum Glück konnte mein Mann mich den Sommer über stark entlasten, so dass ich im Großen und Ganzen trotz allem recht vergnügt war. Ich wollte auch nicht jammern. Ich wollte genießen. Wir bereiteten uns gemeinsam auf die Geburt vor und ich übte, mich tief zu entspannen.

Der Sommer ging und ich wurde von Tag zu Tag unfitter. Jeder Weg bereitet mir Schmerzen im Rücken, die mich dann vor allem nachts wach halten. Hausarbeit wird dadurch zur Folter und dieses Eingeschränktsein macht mich wahnsinnig. Mein geliebter Mann versucht bei stetig steigendem Arbeitspensum unsere Tochter zu bespaßen, der mit mir eindeutig körperliches Auspowern fehlt, und gleichzeitig noch den Haushalt zu stemmen. Dabei entgleitet ihm schon der ein oder andere fiese Spruch. Das kann ich ihm nicht verdenken. Er ist auch überlastet. Aber seine passiv-aggressive Art bringt mich zum Heulen. Ich würde ja so gerne alles schaffen, niemanden brauchen, fit sein. Ich fange an, meinen Körper wieder zu hassen. Diesen Körper, mit dem ich Probleme habe so lange ich denken kann und der es mir immer schwerer zu machen scheint als es andere haben.

 

Die helfende Hand fehlt! Und nun?

Nun muss mein Mann seit einer Woche jeden Tag so viel arbeiten, dass wir ihn quasi gar nicht sehen. Nächste Woche muss er zusätzlich für fast zwei Wochen geschäftlich verreisen. Und ich dekompensiere völlig.
Am schlimmsten ist es für mich, dass meine Tochter darunter leiden muss. Die Schmerzen machen es mir unmöglich, ihr ausreichend Toben und Spielen zu ermöglichen. Ich kann sie kaum tragen, wenn es ihr schlecht geht und meine Geduld nimmt stetig ab. Dabei ist sie so lieb.

Und dann war heute: Ein Tag zum in die Tonne treten. Ich wachte müde auf. Zu wenig Schlaf. Schmerzen. Nach dem Duschen ging es einigermaßen, so dass wir den Vormittag bei Frühstück, lesen, spielen und aufräumen ganz gut rum bekamen. Nachmittags wollten wir raus, zu einer Kinderfarm, wo meine Tochter auch ohne mich ganz gut ausgelastet sein kann, wenn jemand sich ihrer erbarmt und sie mitmachen lässt. Ställe ausmisten, Ponys striegeln, Hufe auskratzen – ich war froh, dass so wenig los war und eine Bekannte für mich einsprang.

Dann sollte ein kleiner Ausritt gemacht werden. Kurz bevor es losging, wollte meine Tochter aber nicht mehr reiten. Ich denke, sie hatte Angst bekommen, weil eine Betreuerin meinte, dass ihr der Helm nicht richtig passen würde und das gefährlich sei. Also beschloss sie, dass sie erst einmal nebenher laufen wollte. Wir stiefelten los, doch schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass sie, obwohl sie sich so sehr anstrengte zu rennen, nicht mitkam. Die Beine einer Dreijährigen können mit Ponys eben nicht mithalten. Die anderen waren einfach zu schnell und ich konnte sie ja leider nicht tragen, in dem Tempo schon gar nicht.
Keiner drehte sich nach uns um und als meine Tochter bitterlich weinte, kamen mir auch die Tränen. Warum schaffen das andere Frauen? Warum kann ich das nicht leisten? Warum haben wir niemanden, der uns hilft?
Meine Eltern? Im Urlaub.
Mein Bruder? Im Urlaub.
Freunde? Müssen arbeiten und/oder sind zu weit weg.
Meine Schwiegermutter? Ist körperlich noch unfitter als ich derzeit.
Immerhin war Tochters Patentante schon zweimal da, damit ich zum Geburtsvorbereitungskurs gehen und einmal auch schlafen konnte. Aber das war das erste Mal seit drei Jahren und auch nur, weil ich ihr echt die Ohren vollgejammert habe. Und ich hasse es, jammern zu müssen, damit sich jemand unserer erbarmt. Mich muss auch niemand anbetteln, damit ich helfe, verdammt!

Eine Bekannte erzählte mir, dass ihre Mutter einmal pro Woche kommt, um ihren Sohn zu hüten. Außerdem würde sie zusammen mit einer Tante drei Wochen vor Termin das Haus noch mal richtig putzen, mit Vorhängen und so und sie dann mitnehmen, damit sie vor und nach der Geburt nichts machen muss. GRÜN VOR NEID!

Wie ich die kommenden zwei Wochen schaffen soll? Ich weiß es nicht. Ich denke auch einfach nicht mehr darüber nach. Irgendwann wird mein Sohn geboren werden und mein Mann wird Urlaub haben. Das Leben als frischgebackene Familie zu viert wird zwar bestimmt auch nicht einfach, aber ich hoffe, dass mein Rücken sich regenerieren kann und wir es gemeinsam wuppen.

 

Putzen statt Strampler!

Wenn ihr also Schwangere in eurem Umfeld habt, bietet doch mal Hilfe an, echte Hilfe. Einkaufen gehen, das Bad putzen, saugen oder das Kind mit zum Spielplatz nehmen. Spart euch den hundertsten Strampler zur Geburt und sammelt im Freundeskreis für eine Putzhilfe oder einen Gutschein zur Fußpflege – mit Kinderbetreuung. Denn so süß Stofftiere und all der Krempel sind – echte Unterstützung, sich nicht alleine fühlen müssen, das ist es, was man wirklich brauchen kann.


Danke für deinen Beitrag. Ich wünsche dir alles Gute für dich, deinem Kind und überhaupt der ganzen Familie! Ihr werdet diese schwere Zeit überstehen, da bin ich mit sicher!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema und wie kann man die Schwangerschaft und die anstrengende Zeit am besten wuppen, wenn man wenig helfende Hände, dafür aber ein, zwei oder mehrere kleine Kinder zu versorgen hat?

Die Liebe wächst, wenn der Sturm sich legt – Die Zeit nach dem Schreien

Meine kleine Tochter ist nun 1,5 Jahre alt. Ein wildes, lautes und selbstbewusstes Mädchen.Jeden Tag wird es schöner und wir haben einen eingespielten Familienalltag. Der Weg dorthin war aber nicht immer einfach.

 

 

Der erste Schrei…..

war wunderschön. Nach einer endlos langen Geburt war es das schönste Geräusch, was ich jemals gehört habe. Knapp 15 weitere Monate sollte dieses Geräusch ein ständiger, nervenaufreibender Begleiter sein. Vielleicht war die Geburt auch nur die Ruhe vor dem Sturm, der die kommenden Monate über uns hereinbrechen sollte.

Nach knapp 10 Monaten waren wir dann soweit, dass es fast „nur“ noch abends mehrere Stunden Geschrei gab – und nachts. Schon der Gedanke an das abendliche Zu-Bett-Geh-Ritual ließ mir die Haare zu Berge stehen.

Wäre es doch wenigstens so, dass die Nacht uns ein wenig Erholung bringen könnte. Aber Pustekuchen.

Wir sind da und halten dich!

All die Monate – und auch jetzt noch- halten wir dich und halten aus. Halten durch und verlieren nie den Mut, nicht die Überzeugung, dass wir richtig handeln. Das es richtig ist, dir alles zu geben was wir können. An Liebe und Zuneigung und an Halt. Denn du weißt ja nichts von der Welt und irgendwas macht dir Angst, verwirrt dich und lässt dich nicht zu Ruhe kommen.

Wir hielten dich all die Zeit und bekamen nichts zurück. Wir gaben dir mehr Nähe, als es manchmal für uns zu ertragen war. Du warst nur hilflos und hast uns unentwegt deinen Schmerz entgegen gebrüllt.

Die Babys der Anderen sind leise. Ich war neidisch auf die Frauen, deren Kinder auch mal ohne zu Brüllen auf einer Decke liegen bleiben, die versonnen in ein Babylächeln blicken können oder deren Einkauf kein Spießrutenlauf ist.

Die Stille. Sie ist ohrenbetäubend.

13 Monate. Die Tochter liegt in ihrem Zimmer und schläft. Wenigstens für 2 Stunden. Die Stille ist nicht zu ertragen. In meinen Ohren rauscht es und ich horche im Flur. Das Ticken der Uhren aus mehreren Räumen überlagert sich und dröhnt mir entgegen. Plötzlich fühlen wir uns leer. Die wenigen Stunden, die das Kind nun nicht an uns gepresst verharrt, müssen nun wieder mit Leben und Gefühlen gefüllt werden.

Wir gehen kleine Schritte vor und wieder zurück. Der tosende Orkan flaut ab. Es ist zeit, den Fokus neu einzustellen.

Von Dir zu Mir. Zu uns!

Unser Kind ist laut, trotzig, wild und braucht noch soviel Nähe. Es ist wunderbar, denn wir wissen, dass es gut gemacht haben.

Aber es ist auch Zeit, den Fokus wieder zu justieren, damit wir uns nicht verlieren. Du warst, kleines Mädchen, über Monate der Dreh und Angelpunkt unseres Lebens, weil deine Präsenz und deine Bedürfnisse einfach alles geschluckt haben. Nun sind wir wieder Menschen mit Bedürfnissen. Mit Hobbies, beruflichen Ambitionen, mit dem Willen nicht nur Mama und Papa zu sein. Unseren Freunden und der Familie auch wieder etwas zurückzugeben.

Wie haben das geschafft: mit klitzekleinen Ruheinseln, mit einer Menge Hilfe von Familie und Freunde und einer ganzen Menge Optimismus.

Wir haben den Blick auf uns alle gelenkt und sind nun eine Familie. Du zeigst uns jeden Tag die Welt mit deinen Augen und wir helfen dir und halten dich.

Kleines Mädchen, die Welt war noch nie so sonnig und so frisch wie nach diesem Sturm! Wir lieben dich, du Räubertochter! Jeden Tag mehr.