Neujahr und die 3 Rosinen

#Achtsamkeit  Ich mag eigentlich gar keine Rosinen und doch klaube ich mir an diesem müden Neujahrabend drei Rosinen aus der Snackbox meiner Tochter, um sie achtsam zu verspeisen.

 

Die 1. Rosine

Der Tag nach Silvester. Den  Jahreswechsel habe ich  nur wach mitbekommen, weil direkt vor meinem Schlafzimmerfenster Unmengen von Feuerwerk in die Luft gepulvert wurde.

Dieses Jahr, es durfte endlich zu Ende gehen. Und 2016 hat an seinem letzten Tag noch einmal zugeschlagen.

Gute Vorsätze sind also für das kommende Jahr übersichtlich: gesund werden und bleiben, uns lieben, glücklich sein.

Aus diesem Grund sitze ich nun hier und stecke mir diese dunkelbraune Rosine in den Mund. Diese eingetrocknete Frucht mit ihrer Haut wie Rinde – weicher Rinde. Woran mich die Rosine erinnert, fragt mich die Stimme von der CD.

Rosinen gehörten nie zu meinen Lieblingsfrüchten. Zu süß, zu aromatisch. Aber mein Vater mochte sie, besonders im Mürbchen. Und so kaufte er für jeden Tag, den er in seinem Garten verbrachte, drei Mürbchen mit Rosinen. Eins für sich, eins für sein treues Drosselweibchen und eins für mich. Jedes Mal ließ ich es liegen und fand am nächsten morgen nur noch Mürbchenkrümel vor dem Sofa wieder.

Eine Rosine = ein Wunderwerk der Natur

Ich halte diese kleine Frucht gegen das Licht. Sie schimmert wie dunkles Bernstein, oder ein Tropfen Tannenhonig im Morgenlicht.

Ich drehe sie zwischen meinen Fingern. Sie ist zäh wie Leder und trotzdem weich. Es erinnert mich daran, dass ich die prallen, vor Leben strotzenden Trauben liebe. Sie in den Mund ploppen lassen, auf ihre feste Schale beiße und somit meinen Mund mit der fruchtigen Süße und dem erfrischenden Saft flute.

Über die Rosine legt sich dagegen ein dunkler Schatten. Ihre Haut wirkt ledrig und runzelig wie die alter Menschen. Ihre Konsistenz ist elastisch. Wenn ist darauf beiße, ist sie stumm.

Ihr Geschmack ist voller reduzierter Süße und erdigem Aroma.

Das wichtigste Element, das Wasser, wurde dieser Frucht entzogen und es bleibt: Vollmundigkeit.

Quelle: Pixabay

Die 2. Rosine

Die zweite Rosine ist zackig zerkaut und verschlungen. In ihr wohnt kein Zauber inne. Sie ist nur kalt und süß – zu süß für mich.

Die 3. Rosine

Ich suche einen Mittelweg. Bei der ersten Rosine habe ich alle Sinne eingesetzt und diese runzelige Frucht erforscht, als wäre sie ein neuartiges Forschungsobjekt. Die zweite Rosine habe ich gegessen, wie ich eine Rosine esse. Hastig, mit spitzen Zähnen und vollkommen ohne Wertschätzung ob dieser Frucht, die schon einen ganzen Lebenszyklus verbracht hat. Eventuell sogar auf einem anderen Kontinent. Welche Wege hat sie schon genommen und wieviele Hände haben sie berührt?

Diese dritte Rosine – ich esse sie in Achtsamkeit. Ich schmecke ihr Aroma von Sirup und Frucht, sie fühlt sich warm an und ihre Konsistenz verändert sich von Biss zu Biss.

Wann habt ihr das letzte mal ein Lebensmittel so gegessen, dass ihr es mit allen Sinnen erlebt habt?

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Jeder Mensch kann schlafen lernen

Schlaflernprogramme – würden sie sich selbst oder ihrem Partner sowas antun? Die meisten werden nun mit dem Kopf schütteln.

Dieser Text ist für alle, die immer noch der Meinung sind, dass man Kindern das Schlafen durch „ferbern“ beibringen kann. Stellen sie sich vor, sie haben Schlafprobleme und würden diesen Text in einem Ratgeber oder in der Apothekenumschau lesen. Würden sie sich selbst so behandeln?


 

Jeder 3. Erwachsene leidet an einer Schlafstörung!

Haben sie Probleme in den Schlaf zu finden oder durchzuschlafen? Dann ergeht es ihnen wie rund 1/3 aller Erwachsenen. Aber das muss nicht sein! Mit diesem Schlafprogramm schaffen sie es in wenigen Tagen problemlos ein -und durchzuschlafen.

Ein erster Schritt ist es zu verstehen, dass sie an ihrem Problem wirklich selbst Schuld sind. Wer nicht einschlafen kann, will es (bewusst oder unterbewusst) einfach nicht wirklich. Mit dieser Erkenntnis und den weiteren Schritten, werden sie innerhalb weniger Tage zum glücklichen Murmeltier.

Versprochen –

denn: jeder Mensch kann schlafen lernen!

 

Das Schlafprogramm

Folgen sie diesen Tipps mindestens drei Tage. Bis dahin sollten sich erste Besserungen eingestellt haben. Falls nicht, führen sie das Programm weiter bis sich das gewünschte Ergebnis einstellt.Los gehts!

Feste Uhrzeiten: Gehen sie immer zu einer festgelegten Uhrzeit ins Bett. Diese muss nicht ihrem Biorhythmus entsprechen. Halten sie sich in jedem Fall an diese Zeit!

Voller Bauch und leere Blase: essen sie kurz vor dem Schlafen gehen sehr viel und besonders schwere Sachen. Ein voller Bauch gaukelt ihnen ein Müdigkeitsgefühl vor und lässt sie schön träge werden. Am besten nehmen sie zuckerhaltige Breie zu sich. Aber Vorsicht: trinken sie 2 Stunden vor dem ins Bett gehen nichts mehr, damit sie auf keinen Fall noch mal zur Toilette müssen!

Alleine, dunkel und weit entfernt vom Partner: für einen ungestörten Schlaf ist es vollkommen wichtig, dass ihre gewählte Schlafstätte ruhig und ohne Ablenkungen ist. Dafür sollten sie selbstverständlich absolut einsam und alleine sein. Ihr Zimmer muss möglichst weit weg von ihrem Partner entfernt sein.

Studien haben herausgefunden: einsam und ohne Nähe schläft es sich am besten. Von diesem Wissen können sie profitieren! Falls sie die Vermutung haben, dass ihre Schlafstörungen durch Kummer, Sorgen oder Ängste verursacht werden, besinnen sie sich einfach auf ihr Ziel. In wenigen Tagen werden sie wieder normal schlafen können. So  wie es alle anderen Erwachsenen auch tun. Weinen und schreien sie ruhig bei Sorgen und Ängsten. Sie müssen lernen sich selbst zu regulieren.

Trost werden sie sicherlich nicht brauchen, denn das ist ja nur für Babys…Oh!

 

Was sie als Angehöriger eines Patienten mit Schlafstörungen tun können

Unterstützen sie ihren Partner bei diesem Programm. Umarmen sie ihren Partner, wenn er ins Bett geht. Sie können sie Türe hinter ihm schließen, signalisieren sie aber keine Verfügbarkeit. Dazu verlassen sie am besten das Stockwerk, oder sogar das Haus. Ein Abend bei Freunden ist da genau das Richtige.

Wenn sie ihren Partner durch die geschlossene Türe weinen hören, geben sie ihm die Zeit sich selbst zu beruhigen. Geben sie nicht zu schnell nach. Ihr Partner muss diese Lektion lernen und sie werden sehen: es wird sich auch für sie lohnen. Wenn ihr Partner das Programm erfolgreich absolviert, werden auch sie davon profitieren. Ihr Partner wird sie nun nachts weniger stören. All das wird selbstverständlich keine Auswirkung auf ihre Beziehung und ihr gegenseitiges Vertrauen haben. Im Gegenteil. Ihr Partner wird sich freuen, dass sie ihn bei diesem Programm unterstützt haben.


 

Würden sie so ihren Partner behandeln oder diese Tipps selbst anwenden? Wohl eher nicht. Warum sollte man dies also an Babys und Kindern durchführen?

[kurzgebloggt] Der frühe Vogel ist kaputt 

Abends bin ich immer schnell müde. So ab 22 Uhr ist bei mir Ende im Gelände und ich muss mich in mein Nest verziehen. Dafür bin ich morgens um 4.45h topfit und habe schon die Mails nimmst dem ersten Kaffee beantwortet. So war das zumindest früher! Jetzt scheint mein früher Vogel irgendwie kaputt zu sein!
Liegt es vielleicht am Alter, dass ich nicht mehr elegant und motiviert morgens aus den Federn hüpfe? Schließlich bin 30 und irgendwie versuche ich diese neue Trägheit auf mein Alter zu schieben. Die Nächte durchmachen (früher Party, heute Kleinkind), wenige Stunden Schlaf und trotzdem motiviert und leistungsfähig aus dem Bet hüpfen, das war einmal.

Und ich vermisse es! Denn statt morgendlicher Metime mit Erfolgserlebnissen, drücke zigmal die Snoozetaste, nur um dann doch unmotiviert in den Tag zu starten. Meine Überstunden schmelzen so langsam dahin, weil ich jeden Tag die spätere S-Bahn nehme.

Mich macht das nicht nur sehr unzufrieden, sondern zerschießt auch meinen mühevoll antrainierten Biorythmus. Die Folge sind neben schlechter Laune auch vermehrt Migräne, Kreislaufprobleme und…..ich bin immer müde! 
Ich bin von mir selbst genervt und trotzdem bekomme ich nicht die Kurve. Denn statt mich beim ersten Weckerklingeln aus den Federn zu quälen, verkrümel ich mich lieber noch mal unter meine warme Decke.
Nur noch 5 Minuten kuscheln………..

Macht eure Kinder groß!

#unserAlltagistihreKindheit Was möchtest du mal werden? Als Kind hat man große Träume: Feuerwehrmann, Astronautin oder Autor? Wir belächeln diese Wünsche, denn wollten wir als Kind nicht auch irgendwas ganz tolles machen? Die Welt entdecken oder einfach unserem Herzen folgen? Manchmal hat das Leben (leider) andere Pläne mit uns. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Kinder stärken und ihnen die Welt und ihre Möglichkeiten zeigen. Macht eure Kinder groß!

 

Meine Pläne fürs Leben

Das Jahr hat gerade erst begonnen und in den Chroniken und Timelines tummeln sich die guten Vorsätze und die Bucket-Listen. Auf Twitter wurde gefragt, was denn so auf meiner Bucket-Liste stehen würde.

Nunja, ganz bescheiden, wie ich ja in meinem Leben bin, stehen da so Dinge drauf, wie:

  • eine Tierart entdecken und benennen (am liebsten eine Taggecko-Art von Madagaskar oder eine Froschart – aber ich will da nicht zu konkret werden 😉
  • einmal in der Antarktis überwintern
  • auf der Polarstern forschen (ich war nah dran)
  • Marsgestein untersuchen (Mondgestein und Meteoriten hatte ich zumindest schon 😉 )
  • mit einem U-Boot fahren (idealerweise bis zum tiefsten Punkt der Tiefsee…)
  • Weltreise
  • alle tollen Bücher der Welt lesen……

Aus mir spricht wohl das Entdecker-Gen, sagte man mir.

Ich möchte, dass meine Tochter eine Entdeckerin wird, die mit neugierigen Augen und Lebenslust im Herzen durch die Welt geht. Frei ihren Neigungen und ihren Interessen.
Die Welt steht schließlich vor uns und wartet nur darauf unter die Lupe genommen zu werden!

 

Du kannst alles werden!

Aber wie machen wir aus unseren Kindern neugierige, mutige, große Menschen? Alexander Gerst hat in einem Interview mit Holger Klein folgendes gesagt:

Ich bin überzeugt davon, dass wir Menschen das Resultat sind, wovon wir inspiriert wurden. (…) Ich glaube, was wir als Kinder sehen, im Fernsehen, im Radio, was wir hören, was wir lesen. Das definiert für uns die Grenzen der Normalität. Wir definieren unsere eigenen Grenzen, innerhalb natürlich dieser Normalität, und vielleicht sogar so ein bisschen darüber hinaus, weil wir neugierig sind. Aber je weiter wie diese Normalität aufspannen können für ein Kind, je mehr wir ihnen zeigen können, was möglich ist, desto weiter und größer sehen sie ihre eigenen Möglichkeiten. (….) Alexander Gerst im Interview mit Holger Klein, Resonator Podcast RES075 

Mich haben diese Sätze unglaublich berührt und ich glaube, dass wir als Eltern uns dieser unglaublichen Verantwortung bewusst werden müssen. Wir müssen unseren Kindern zeigen, dass die Welt ihnen gehört. 

 

Die Zukunft gehört den Kindern von heute

Die Welt braucht diese Kinder, denn sie sind unsere Erben. Wir brauchen die Neugierigen, die Macher, die Entdecker, die Hartnäckigen, die Feinfühligen, die Lauten, die Leisen, die Sammler, die Künstler, die Notenbeschwörer und die Theoretiker. Und alle dazwischen.

 

Für unsere Zukunft brauchen wir die Grenzgänger und die Grenzüberschreiter. 

Für mehr ‚Lauf los!‚ statt ‚Vorsicht! Du könntest fallen!‘

Für mehr ‚Du schaffst das!‘ statt ‚Das kannst du eh nicht!‘

Für mehr ‚Versuche es doch nochmal!‘ statt ‚Habe ich dir doch gesagt!‘

 

Und alles beginnt mit Faszination. Geht raus und entdeckt mit euren Kindern die Welt!

 

 

Die gesamte Folge Resonator mit Alexander Gerst könnt ihr hier abrufen!

Freundschaft gestern und heute #Blogparade

In diesem Jahr bin ich 30 geworden. Ich habe herum überlegt, wie und mit wem ich denn feiern würde. Mit der Familie natürlich und den Freunden. Aber was ist eigentlich aus den Freundschaften geworden, die sich in 30 Jahren entwickelt haben? Einige haben sich mit einem lauten Knall wieder aufgelöst, andere haben sich einfach im Sande verlaufen. Einige wenige sind über einen langen Zeitraum geblieben.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mir überlegt, eine Blogparade zu starten. Das Leben ändert sich ja bekanntlich stetig: wir wechseln von der Schule zur Ausbildung/ins Studium, gehen ins Ausland oder gründen eine Familie. All das ändert nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch unser Umfeld. nicht immer sind die Bedingungen so, dass die Freundschaften bestehen bleiben. Und manchmal ändert sich ja auch die Sichtweise und man bemerkt, dass einem der eigentliche Lieblingsmensch gar nicht mehr gut tut.

Wie haben sich die Freundschaften im Laufe der Zeit verändert? Was hat man früher zusammen gemacht, was heute? Was war uns bei Freundschaften wichtig und wie setzen wir heute den Fokus?

Da ich mich ja immer noch im Urlaub befinde, starte ich diese Blogparade mit einem Beitrag von @DienichtMama vom Blog Nicht die Mama. Sie erzählt uns von ihren Freundschaften und gibt uns Einblicke in die Welt der Freundschaften des Lausbuben. Viel Spaß beim Lesen!


 

Freundschaften gestern und heute…

 

Als Kind hat man es, was das angeht irgendwie einfacher. Die Kinder mit denen man spielt sind Freunde. Wenn man sich streitet, ist ein „dann bist du nicht mehr mein Freund“ schnell gesagt und genauso schnell wieder aufgehoben. Egal, ob man diese gerade erst seit 5 Minuten kennt oder doch schon ein halbes Jahr oder länger. Zumindest bemerke ich das immer wieder beim Lausbub. Egal, ob auf dem Spielplatz oder auf dem Campingplatz. Schnell heißt es „ich geh mal wieder zu meinem Freund“ oder „mein Freund kommt gleich wieder“. Da können Freundschaften auch mal nur für die kurze Spielzeit halten, bis einer der Spielkameraden nach Hause muss und wenn man dann dann fragt „wo kommt dein Freund denn her?“ oder „kommt dein Freund morgen auch wieder“, erntet man ein „weiß ich nicht“.

 

 

Ob ich auch so war? Wahrscheinlich!

Was Freundschaften in der Grundschule oder aus dem Kindergarten angehen, sind der Lausbub und ich grundverschieden. Während meine Mutter mich stoppen musste, damit ich nicht die ganze Klasse zum Geburtstag einlade, fällt es dem Lausbub schwer überhaupt vier Kinder zusammen zu bekommen. Denn so wie er sagt, hat er in der Grundschule genau einen Freund mit dem er immer spielt. Die anderen findet er irgendwie doof, weil die immer Fußball oder andere Spiele spielen wollen, die er nicht mag. Der Lausbub ist da ein Dickkopf. Entweder es wird gemacht was er will oder er kapselt sich ab.

 

„nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“

Diese fing damit an, dass wir mit dem Lausbub zu einer unserer Bekannten fuhren, die auch einen Sohn in etwa seinem Alter hat. Die beiden verschwanden schnell im Kinderzimmer und wurden eine Zeit lang nicht gesehen, bis plötzlich der andere Junge an uns Erwachsenen, die wir im Wohnzimmer saßen vorbei nach draußen marschierte. Natürlich fragten wir ihn direkt, wo denn der Lausbub wäre und ob dieser gleich nachkäme, woraufhin er meinte „nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“. So saß also der Lausbub alleine im Zimmer des Jungen, den er erst seit ca. einer halben Stunde bis Stunde kannte und spielte alleine mit dessen Spielzeug, weil die beiden sich nicht einig geworden waren.

 

Eine weitere Freundesgeschichte ereignete sich dieses Jahr an Halloween:
Wir hatten den Kindern erlaubt draußen auf dem nach drei Seiten abgegrenzten Hof im Dunkeln (es war gegen 18 Uhr) zu spielen, während wir das Abendessen vorbereiteten. Zwei Laserschwerter, eine Pistole mit Licht- und Soundeffekten und ein paar Knicklichter waren für die Kids der Renner bei der Dunkelheit und für uns eine gute Übersicht wo sie sich gerade aufhielten. Bis der Lausbub plötzlich ohne ein Wort zur Gartentür hereinkam und drinnen seine Schuhe auszog. Was los sei, fragten wir ihn. Er habe keine Lust mehr draußen zu spielen und wolle in sein Zimmer gehen, war die Antwort. Ihr könnt euch gewiss denken wie schockiert wir waren, denn seine Gäste spielten immer noch auf dem Hof. Oh, das war ein Drama, denn dem Lausbub waren die anderen Jungs in diesem Moment vollkommen egal. Sein Bedürfnis stand an erster Stelle. Erst eine Androhung die anderen abholen und somit auch das gemeinsame Pizzaessen ausfallen zu lassen, ließen ihn beleidigt wieder nach draußen stiefeln. Wie hättet ihr in diesem Fall reagiert??? Kennt ihr ein solches Verhalten??

 

 

Freundschaft: ein Bund fürs Leben?

Was Kindergarten-Freunde angeht, hat der Lausbub mir etwas voraus:
Denn im Gegensatz zu ihm, endeten meine Freundschaften leider immer mit dem beenden der jeweiligen Institution, also mit dem Kindergarten, dem Gymnasium und sogar genau gesehen mit der Universität. Überschneidungen gab es nur, wenn man gemeinsam in den nächsten Lebensabschnitt wechselte. Traurig eigentlich. Mit ein paar Studienkollegen habe ich noch über Facebook Kontakt, aber zu einem Treffen kam es in den letzten sieben Jahren nicht.

Drei Menschen gibt es, die ich während der Studienzeit kennen gelernt habe (Nicht-Studenten) und die ich ein bis zweimal im Jahr sehe, aber mit denen ich nie wirklich über wirklich private Dinge spreche (also Dinge, die man einem wirklich guten Freund anvertrauen würde). Ist das eine Freundschaft?

Es ist nicht so, dass ich diese Freundschaften aus der Schule nicht weiter gewollt hätte, aber irgendwie habe ich das Pech, dass die ganze Sache irgendwie einseitig wurde d.h. ich meldete mich, bekam auch Antwort, aber es kam nie etwas spontan von der Gegenseite. So habe ich es dann irgendwann aufgegeben. Genauso erging es mir nun wieder, als ich mit dem Herzensmann zusammenzog und somit über 100km von meinem Heimatort weg war. Falls jemand eine Idee hat, woran sowas liegen kann gerne her damit.

 

Kinder machen es sich leichter…

Deshalb bewundere ich den Lausbub manchmal im Stillen, denn er hegt noch regen Kontakt zu zweien seiner Kindergarten-Freunde, obwohl diese mittlerweile seit drei Jahren auf eine andere Grundschule gehen. Ich wünsche ihm, dass diese Freundschaften bis in sein Erwachsenen-Leben hinein reichen.

Es wurde mir schon geraten Freunde unter den Arbeitskollegen zu suchen, doch da bin ich etwas skeptisch, denn gerade im Lehrerberuf wird viel geredet und einem Freund möchte ich wirklich alles anvertrauen können, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass er/sie etwas weitererzählt. Das fällt mir auf der Arbeit schwer, weil ich mitbekomme wie manche Kollegen mit denen ich mich gut verstehe über andere sprechen. Klar, man könnte sagen: dann sind das keine geeigneten Freunde, aber auch bei denen, wo ich es nicht mitbekomme, bin ich mir unsicher.
Mir ist es auch sehr schwer gefallen mich mit einer Arbeitskollegin zu Hause zu treffen, denn ich hege eine strikte Trennung zwischen Schule und zu Hause. Was in der Schule passiert, versuche ich soweit wie möglich in der Schule zu lassen und das ist schwer, wenn man mit einer Kollegin bei sich zu Hause sitzt. Da kommt man automatisch zum Thema Schule, Kollegen und Schüler, also wieder mitten rein ins geschehen und das an einem Ort, wo man das doch gar nicht haben möchte.

Meine allerbeste Freundin, der ich wirklich alles anvertrauen kann ist meine Patentante. Schon in der Kindheit hatten wir ein sehr inniges Verhältnis und SIE ist wirklich IMMER IMMER IMMER für mich da. Ihr kann ich alles erzählen ohne irgendetwas zu befürchten. Sie sagt mir immer ihre ehrliche Meinung, auch wenn diese mal nicht der meinigen entspricht. Ihre Tür steht immer für mich offen.

 

Heimat ist, wo Freunde sind?

Trotzdem fehlen mir hier, wo ich jetzt wohne wirkliche Freunde. Menschen mit denen man sich regelmäßig trifft (auch wenn es nur zu Hause ist). Meine Freizeit verbringe ich zu 95% mit dem Herzensmann ohne dass wir uns auf den Nerv gehen. Doch ich musste schon feststellen, dass er manchmal zu Hause bleibt, weil er weiß, dass ich sonst alleine bin (obwohl ich nie gesagt habe, dass mir das etwas ausmacht. Ich ermutige ihn vielmehr dazu, wenn er mir erzählt, dass ein Kumpel mit ihm weggehen will oder wenn wieder Mittwoch ist und in seinem Heimatort ein Herrenstammtisch stattfindet, wo einige seiner alten Kumpels hingehen). Dennoch nimmt er Rücksicht auf mich, was mir ein schlechtes Gewissen macht, denn ich möchte ihn ja nicht einschränken.

 

Kontaktbörse Babytreff und Internet

Große Hoffnung macht mir der Gedanke unter Menschen zu kommen, wenn der Kinderwunsch sich endlich erfüllt. Denn dann gibt es ja Schwangerschaftskurse, Krabbelgruppen, Babyschwimmen usw. Veranstaltungen bei denen man auf gleichgesinnte trifft und auch später ergeben sich ja oft zwischen den Eltern der befreundeten Kinder ebenfalls Freundschaften, weil sie ja zum anderen hin gefahren werden müssen.

Tja und dann ist da noch Twitter: All diese lieben Menschen, die Gefühle und Gedanken teilen, kommentieren, liken, Ratschläge geben oder auch mal Kritik üben (was ich im übrigen sehr schätze, wenn sie konstruktiv ist). Sind das Freunde? Ein paar von ihnen durfte ich schon persönlich kennen lernen und möchte sie auch gerne wiedersehen. Doch reichen 1-2 Treffen aus, um jemanden als Freund bezeichnen zu können?
Doch was macht eine gute Freundschaft aus?

Das Klischee sagt:

  • Freunde sind immer für dich da, egal ob es dir gut geht oder schlecht.
  • Freunde nehmen sich immer Zeit für dich.
  • Freunde verstehen sich, egal wie lange sie nicht miteinander gesprochen haben.
  • Freunde verstehen sich ohne Worte und spüren, wenn es dem anderen schlecht geht.
  • Freunde sind immer ehrlich zueinander.

Doch wer kann dies schon zu 100% erfüllen.
KANN ICH ÜBERHAUPT SELBST EINE GUTE FREUNDIN SEIN?


 

Ich danke dir für deinen vielschichtigen Beitrag und bin gespannt, welche anderen Ansichten noch beleuchtet werden!

Was sagt ihr dazu? Ändern sich Freundschaften im Laufe der Zeit und durch die verschiedenen Lebensabschnitte? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Teilt euren Beitrag bis zum 31.12.2015 mit mir oder postet eure Erfahrungen in den Kommentaren!

 

Viele weitere Beiträge zu diesem Thema gibt es auch schon bei Bella von Familie Berlin. Bei ihr gab es das Thema auch schon 🙂

Lieber Papa, zum Geburtstag alles Gute!

Lieber Papa,
Dieser Brief ist für dich, denn heute würdest du deinen 85. Geburtstag feiern.

Ich stelle mir vor, wie wir alle zusammen am Kaffeetisch sitzen und deinen Ehrentag feiern. Wie du wohl wärest? Fit, kränklich, lebenslustig oder des Lebens müde? Von meiner Sicht her warst du immer alt und doch nie ein alter Mann. Immer groß und stark. Aber das tut sowieso nichts zur Sache. Jetzt nicht mehr.

Wir vermissen dich alle sehr, auch wenn das Leben weitergeht. Wir haben uns arrangiert und führen ein Leben – ein gutes Leben. Aber dein Platz wird immer frei bleiben. Du bist durch nichts zu ersetzen.

Papa, Du weißt ja, Ich glaube nicht an Gott und an den Himmel und das deine Seele bei irgendeiner oberen Instanz auf uns wartet. Du glaubst auch nicht daran, das weiß ich genau. Ich glaube aber an die Seele und das sie irgendwo hin muss, wenn Herz und Hirn versagen. Und deine Seele war schon bei uns, als dein Herz stehenblieb. Das haben wir alle gespürt.

Ich würde dir gerne erzählen, was so los ist bei mir. Welche Sorgen ich habe und über was ich mich freue. Aber vielleicht weißt du das ja sowieso. Manchmal glaube ich, du bist dabei. Sitzt neben mir oder schaust mir über die Schulter. Hälst helfend deine Hand hin, wenn deine Enkelin ein wenig wackelig läuft oder viel zu hoch klettert.

Und jeden Abend zur Schlafenszeit singe ich meiner Tochter das „LaLeLu“ vor, so wie du es immer getan hast. Nur meine Stimme ist dabei manchmal zittrig; weil ich müde bin oder nicht mehr kann. Dann stelle ich mir vor, wie wir es gemeinsam singen – mit klarer Stimme.

85 Jahre – was wäre das für ein Fest gewesen?! Doch anstatt die Blumen am gedeckten Kaffeetisch in eine Vase zu stellen, werden wir sie auf dein Grab legen müssen.

Lieber Papa, wir werden heute auf dich trinken und dich mit Worten und Erinnerungen wieder lebendig machen. Und vielleicht sitzt du ja bei uns und wir feiern diesen Totentanz gemeinsam. Die Lebenden und die Toten,

deine Tochter

#Freitagsfrage Blogsplitter ‚

Steffi vom Blog 3fach Jungsmami hat mich an ihren Gedanken zum Thema meiner #Freitagsfrage ‚Du tust mir nicht gut!‘ teilhaben lassen. Bei ihr geht es (wie bei vielen anderen) um Freundschaft. Was bei Steffi passierte und wie sie damit umging, könnt ihr hier lesen.

Ich war schon immer eine die wenige Freundinnen hatte. Also wirklich sehr wenige. Aber die, die ich hatte möchte ich wirklich gerne und ich dachte es seien Freundschaften für immer.
Leider war dem nicht so. Der Kontakt wurde immer weniger. Immer musste ich den Kontakt herstellen. Von dieser einen Freundin kam gar nichts mehr. Mich machte das unendlich traurig. Zumal ich damals mit meinem dritten Sohn schwanger war und irgendwie schon auch mal eine Freundin gebraucht hätte.

Als mein Sohn dann geboren wurde, und mir nicht mal zur Geburt gratuliert wurde, war ich wirklich tot traurig, da merkte ich diese Freundin tut mir nicht mehr gut.

Ich zog also meine Konsequenzen daraus, ich meldete mich auch nicht mehr bei ihr, brach den Kontakt komplett ab, schließlich entfernte ich sie sogar aus meiner Facebook Friendslist. Viele finden dass vielleicht kindisch. Ich nicht, denn es befreite mich. Ich fühlte mich besser, denn ich hatte so mit diesem Kapitel abgeschlossen. Und seitdem mache ich das mit allem, was mir nicht gut tut. Abschließen und hinter mir lassen.
Danke Steffi für deinen Beitrag zur Blogparade. Ich denke, dass man irgendwann mit solchen Freundschaften brechen und sich von diesem Ballast befreien muss. 

Wie seht ihr das: sind es auch Freundschaften dir euch nicht gut tun? Wenn ja, wie geht ihr damit um? 

Bis Freitagabend könnt ihr noch eure Beiträge zur #Freitagsfrage: ‚Du tust mir nicht gut!‘ einreichen. Ich freue mich über eure Kommentare und Beiträge!

Vom Leben und Sterben in einer globalisierten Welt

Vor einigen Monaten stürzte ein Flugzeug in den Alpen ab. Zuerst waren die Umstände noch umklar. Man betrauerte die Toten und suchte nach einem ‚Warum‘. Und obwohl ich keinen der Verunglückten kannte, machte mich die Situation betroffen und traurig. Ich mochte die Nachrichten schon gar nicht mehr hören, denn sie lösten nur Entsetzen und Tränen aus. Und während vor wenigen Wochen die große Trauerfeier im Kölner Dom abgehalten wurde, um sich von den Opfern des Absturzes zu verabschieden, ertranken zeitgleich Tausende Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Das ist furchtbar, löste aber keine Trauer aus. 

Ich habe mir Gedanken gemacht, warum ich so empfinde. Warum macht es mich starr und betroffen, wenn ein Flugzeug mit Menschen abstürzt. Nicht aber die Nachrichten, dass tagtäglich hunderte oder tausende Menschen in Kriegsgebieten ihr Leben lassen oder durch Hunger und Armut zu Grunde gehen.

 

Wie kann ich damit umgehen: Alle Nachrichten ignorieren oder alles annehmen? 

Kurz nach dem Unglück (das ja nun nachweislich kein Unglück war) wurde meine Twitter Timeline und Facebook mit Beileidsbekundungen und Entsetzen gefüllt. Viele waren von diesem Ereignis eingenommen und die Spekulationen begannen. Geht es uns nur so nahe, weil es einen Teil von ‚uns‘ getroffen hat? Oder weil es jeden von uns hätte treffen können?

Ich wohne in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens, bin auch schon diese Strecke mit Germanwings geflogen und zweimal im Jahr gehen Exkursionen aus meinem Studiengang in die Pyrenäen. Ja, es wäre wahrscheinlicher, dass es mich oder eine mir bekannte Person  getroffen hätte. Ein Tod im syrischen Kriegsgebiet ist da unwahrscheinlicher.

Es schlagen da immer beide Herzen in meiner Brust: der Empathische, der sagt: ja, du darfst deswegen trauern, auch wenn es dich nicht betrifft. Und der Distanzierte, der sagt: jedes Jahr sterben in Deutschland 859 000 Menschen in Deutschland und über 56 Millionen Menschen pro Jahr auf der Welt.

Macht uns die gesellschaftliche und geographische Nähe zu  einem Unglück/Konfliktgebiet betroffen?

Mit dem alltäglichen Hintergrundrauschen von Tod und Elend gehen wir anders um. Da sind wir Menschen distanziert und meist wird ganz pragmatisch einfach nur das Nachrichtenmedium abgeschaltet. Menschen sterben. Dinge gehen kaputt. Das gibt es eben: Gebrechen, Krankheit, Bürgerkrieg, menschliches Versagen, technisches Versagen. Die Verkettung unglücklicher Zufälle.

Kann am Tresen kurz mal lesen, was die Zeitung schreibt
Irgendwas von ’nem Großangriff
Unzählige Bomben auf kleine Stadt
Viele Menschen ums Leben gekommen
Und dem Erdboden gleich gemacht in nur einer Nacht
Ich zahle und verlasse den Bäcker
Hör noch den Nachrichtensprecher
„Lage wieder mal dramatisch verschlechtert, heute fantastisches Wetter“

Fettes Brot, An Tagen wie diesen

Der Tod vor unserer Haustür

Es gibt es so viele vermeidbare Todesfälle in unserem eigenen Land, die durch Unterlassung herbeigeführt werden, die uns aber nicht tagtäglich belasten. Ein paar Beispiele:  3368 (2014) tödlich Verunglückte in Straßenverkehr.Viele davon wären vermeidbar. 15 000 (ungenaue Schätzung) Tote durch Krankenhaus-Keime und auch die unzähligen Toten, die durch vermeidbare Zivilisationserkrankungen sterben. Und so weiter, und so weiter…..

 

Können wir denn etwas ändern?

Es wird als politischer  Fakt hingenommen, dass es jahrzehntelange Bürgerkriege mit einer unendlichen Anzahl von Toten und unvorstellbarem Elend gibt. Es wird als kapitalistischer Fakt hingenommen, dass es blutige Kriege um Land und Rohstoffe gibt.                                  Es sind aber nicht nur Nachrichten aus fernen Ländern, wenn aus religiösem Wahn Menschen vertrieben, hingerichtet und verstümmelt werden. Es geschieht tatsächlich!

Diese Nachrichten sind alle weit weg und vielleicht ist es auch gut so. Oder etwa nicht?

Dürfen wir das? – einzelnen Verstorbenen mehr oder weniger Gewicht auf dieser Welt geben? Dabei ist jeder Tod ist schlimm. Ein Vergleich ist nicht angemessen, denn niemand sollte sein Leben verlieren, wer kein langes und erfülltes Leben genießen durfte!

Wie finden wir also die Balance zwischen dem Wissen des permanenten Elends ohne daran zu zerbrechen?

Der Rückzug ins Private und die heile Welt

Vielleicht ist es gar nicht so falsch, sich seine eigene heile Welt zu basteln. Man stelle es sich nur mal vor: jeder Mensch versucht das bestmögliche in seinem Umfeld: Respekt, Toleranz, Gewaltfreiheit, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Gesundheitsbewusstsein. Utopia.

Ein afrikanischer Warlord oder ein islamistischer Kämpfer werden sich wohl nicht von diesen einzelnen Ambitionen beeindrucken lassen, aber vielleicht hilft es ein besseres Klima zu schaffen für die, die unsere Hilfe benötigen.Vielleicht hilft es, die Anzeichen zu erkennen, falls es jemandem zu viel wird.

 

Und nun?

Ich werde nun meine Familie in den Arm nehmen, die Freunde anrufen, von denen man länger nichts gehört hat und mein Leben bewusst leben. Wer weiß, wann es beendet wird…….


 

 

Alles klar bei dir? Wie spät?

Gleich neun – okay.

Will mal eben los, Frühstück holen gehen
Schalt den Walkman an, zieh die Haustür ran
Lauf die Straße entlang bis zum Kaufmannsladen
Denn da gibt’s die allerbesten Brötchen weit und breit
Kann am Tresen kurz mal lesen, was die Zeitung schreibt
Irgendwas von ’nem Großangriff
Unzählige Bomben auf kleine Stadt
Viele Menschen ums Leben gekommen
Und dem Erdboden gleich gemacht in nur einer Nacht
Ich zahle und verlasse den Bäcker
Hör noch den Nachrichtensprecher
„Lage wieder mal dramatisch verschlechtert, heute fantastisches Wetter“
Plötzlich gibt’s ’n Knall, tausend Scherben überall
Die Nachbarskatze hat’s erwischt bei ’nem Verkehrsunfall
Der Anblick kann einem echt die Laune verderben
Was fällt diesem Mistvieh ein, hier genau vor meinen Augen zu sterben?

Absolute Wahnsinnsshow
Im Fernsehen und im Radio
Die Sonne lacht so schadenfroh
An Tagen wie diesen
Niemand, der mir sagt, wieso
Beim Frühstück oder Abendbrot
Die Fragen bohren so gnadenlos
An Tagen wie diesen

Eine Million bedroht vom Hungertod nach Schätzungen der
Während ich grad gesundes Obst zerhäcksel in der
Seh‘ ein Kind, in dessen traurigen Augen ’ne Fliege sitzt
Weiß, dass das echt grausam ist, doch scheiße, Mann, ich fühle nichts
Was ist denn bloß los mit mir, verdammt, wie ist das möglich?
Vielleicht hab ich’s schon zu oft gesehen, man sieht’s ja beinah täglich
Doch warum kann mich mittlerweile nicht mal das mehr erschrecken
Wenn irgendwo Menschen an dreckigem Wasser verrecken?
Dieses dumpfe Gefühl, diese Leere im Kopf
So was kann uns nie passieren, und was wäre wenn doch?
Und mich zerreißen die Fragen, ich kann den Scheiß nicht ertragen
Die haben da nichts mehr zu fressen und ich hab Steine im Magen!

Absolute Wahnsinnsshow
Im Fernsehen und im Radio
Die Sonne lacht so schadenfroh
An Tagen wie diesen
Niemand, der mir sagt, wieso
Beim Frühstück oder Abendbrot
Die Fragen bohren so gnadenlos
An Tagen wie diesen

Was hat er grade gesagt an so ’nem normalen Samstag
Passiert auf bestialische Art ein ganz brutaler Anschlag
Bei dem sechs Leute starben, die Verletzten schreien Namen
Diese entsetzlichen Taten lassen mich jetzt nicht mehr schlafen
Und ich seh’s noch genau das Bild im TV
Ein junger Mann steht dort im Staub, fleht um Kind und Frau
Jetzt frag ich mich, wie ist es wohl, wenn man sein Kind verliert
Noch bevor es seinen ersten Geburtstag hat
Doch das übersteigt meine Vorstellungskraft
Vielleicht waren die Attentäter voller Hass für den Gegner
Vielleicht gab es Liebe für Familie und sie waren sogar selber Väter
Manchmal, wenn ich Nachrichten seh‘, passiert mit mir etwas Seltsames
Denn auch wir sind Eltern jetzt, haben ein Kind in diese Welt gesetzt
Dann kommt es vor, dass ich Angst davor krieg, dass uns etwas geschieht
Dass man den verliert, den man liebt, dass es das wirklich gibt
Mitten in der Nacht werd‘ ich wach und bin schweißgebadet
Schleich‘ ans Bett meiner Tochter und hör, wie sie ganz leise atmet

Absolute Wahnsinnsshow
Im Fernsehen und im Radio
Die Sonne lacht so schadenfroh
An Tagen wie diesen
Niemand, der mir sagt, wieso
Beim Frühstück oder Abendbrot
Die Fragen bohren so gnadenlos
An Tagen wie diesen

Was für ’ne Wahnsinnsshow
Im Fernsehen und im Radio
Die Sonne lacht dabei so schadenfroh
Ich werd‘ die Bilder nicht mehr los
Beim Frühstück und beim Abendbrot
Niemand, der mir sagen kann, wieso.

                                                                           Fettes Brot, An Tagen wie diesen

Dies ist ein Plädoyer für mehr Offenheit und Empathie. Zu mehr Mitgefühl und auch für mehr Engagement. Denn was bleibt, wenn ein Mensch geht, sind die Menschen.

In diesem Sinne mal kein: Ahoi!, sondern mein ehrliches Mitgefühl an alle Betroffenen, Angehörigen und Helfern auf dieser Welt.

Mein Woche – der Rückblick kompakt // #jfmm

Die Woche ist wieder rum und endlich, ENDLICH!! ist der Herbst da. Ich liebe die frische Luft, die Farben und den Geruch. Aber ganz besonders  mag ich die herbstliche Lichtstimmung..*dahinschmelz*. Leider gab es in der vergangenen Woche genausoviel Regen wie Sonnenschein und ein kleines Comeback des Spätsommers. Soviel zum Wetterbericht der letzten Woche 🙂 Langer Rede, kurzer Sinn: Wir haben die Woche genossen. Wir, weil unser Papa immer noch krankgeschrieben war.

Wir haben ganz gemütlich unsere Raupe durch die Stadt getragen, haben uns am Wochenmarkt mit Gemüse eingedeckt und an den Regentagen habe ich sogar angefangen ein Buch zu lesen. Ja! Ich habe meinen Kopf einfach mal durchlüften lassen. Einfach mal eine Stunde lang auf dem Sofa fleezen und die Gedanken laufen lassen….wunderbar. Wohl mein absolutes #jfmm der Woche.

Freitag hatten wir dann raupenfrei (Duracellbaby vs. Poweroma 🙂 ) und ich habe mir mit meinen zwei besten Mädels der Welt den Bauch mit Sushi vollgestopft. Ein wunderbarer Abend. Ich danke euch 😉 Beim nächsten Mal werde ich allerdings eine Hose mit Gummizug anziehen oder eine Umstandshose. Dann passt bestimmt noch mehr Sushi rein 🙂

Was machen Eltern, wenn das Baby ausser Haus ist? Genau: sich mit einem Kaffee auf den Spielplatz setzen! Aber hey, da waren freie Bänke und Sonne!

Meine Woche war also nach aussen hin maximal unspannend, dafür aber entspannend 🙂

 

Wildschweinchen gucken bei bestem Spätsommerwetter im Wildpark
Wildschweinchen gucken bei bestem Spätsommerwetter im Wildpark

 

 

kuscheln und lesen bei Nieselregen
kuscheln und lesen bei Nieselregen

 

 

einfach nur #jfmm auf dem Balkon
einfach nur #jfmm auf dem Balkon

 

 

selbstgemachter Eistee aus grünem Tee, Saft und Ingwer..
selbstgemachter Eistee aus grünem Tee, Saft und Ingwer..

 

 

Baby beim Nickerchen bewachen und lesen..
Baby beim Nickerchen bewachen und lesen..

 

leckeres Essen genießen :-)
leckeres Essen genießen 🙂

 

 

In diesem Sinne eine entspannte Woche und Ahoi!