[kurzgebloggt] Menschen der Vergangenheit

Heute Morgen las ich von einer Frau, die sich von einem Menschen trennen möchte. Ab jetzt getrennte Wege gehen. Das sei für alle das Beste.

Es hat mich selbst dazu gebracht über die Menschen nachzudenken, die ich in der Vergangenheit zurückgelassen habe. One Way – ohne eine Chance auf Wiedersehen.

Da wären zum Beispiel zwei ziemlich gute Freundinnen. Bei der einen war die Trennung kurz und schmerzlos, die andere fühlte sich an wie eine Amputation. So sehr waren unsere Leben verwachsen. Aber gab kein Zurück mehr. Immer seltener denke ich an sie. Was sie jetzt wohl macht? Es interessiert mich nicht mehr.

Mein Seelenverwandter aus der Jugend. Ich beendete einfach den Kontakt, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich war das Leben, er war der Tod. Ich fühlte mich so schlecht, ihn in seinem Schmerz zurückzulassen. Und auch heute noch fühle ich mich schuldig. Viele Jahre lang habe ich sporadisch den Kontakt gesucht. „Was das den solle?“, fragte er mich. Seitdem lasse ich die Vergangenheit ruhen.

Und dann gibt es noch meinen Halbbruder. Er ist ein Mensch, der dich runterzieht, dich ausnutzt, dich um Geld prellt. Einer, der ein Leben auf der schiefen Bahn führt und immer wieder entgleist, selbst wenn man ihn mühsam zurück auf die Schienen gehoben hat.

Den letzten Kontakt gab es vor knapp 6 Jahren, an dem Morgen, als unser Vater starb. Betrunken rief er mich aus dem Taxi an und beschwerte sich, dass er dafür nicht auch noch Geld ausgeben könne.

Heute morgen, da habe ich an ihn gedacht. An die Menschen der Vergangenheit.


Dieser Mensch, mein Halbbruder, er ist soweit in der Vergangenheit – ich kann mich nicht einmal mehr an seinen Vornamen erinnern.

Freundschaft gestern und heute #Blogparade

In diesem Jahr bin ich 30 geworden. Ich habe herum überlegt, wie und mit wem ich denn feiern würde. Mit der Familie natürlich und den Freunden. Aber was ist eigentlich aus den Freundschaften geworden, die sich in 30 Jahren entwickelt haben? Einige haben sich mit einem lauten Knall wieder aufgelöst, andere haben sich einfach im Sande verlaufen. Einige wenige sind über einen langen Zeitraum geblieben.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mir überlegt, eine Blogparade zu starten. Das Leben ändert sich ja bekanntlich stetig: wir wechseln von der Schule zur Ausbildung/ins Studium, gehen ins Ausland oder gründen eine Familie. All das ändert nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch unser Umfeld. nicht immer sind die Bedingungen so, dass die Freundschaften bestehen bleiben. Und manchmal ändert sich ja auch die Sichtweise und man bemerkt, dass einem der eigentliche Lieblingsmensch gar nicht mehr gut tut.

Wie haben sich die Freundschaften im Laufe der Zeit verändert? Was hat man früher zusammen gemacht, was heute? Was war uns bei Freundschaften wichtig und wie setzen wir heute den Fokus?

Da ich mich ja immer noch im Urlaub befinde, starte ich diese Blogparade mit einem Beitrag von @DienichtMama vom Blog Nicht die Mama. Sie erzählt uns von ihren Freundschaften und gibt uns Einblicke in die Welt der Freundschaften des Lausbuben. Viel Spaß beim Lesen!


 

Freundschaften gestern und heute…

 

Als Kind hat man es, was das angeht irgendwie einfacher. Die Kinder mit denen man spielt sind Freunde. Wenn man sich streitet, ist ein „dann bist du nicht mehr mein Freund“ schnell gesagt und genauso schnell wieder aufgehoben. Egal, ob man diese gerade erst seit 5 Minuten kennt oder doch schon ein halbes Jahr oder länger. Zumindest bemerke ich das immer wieder beim Lausbub. Egal, ob auf dem Spielplatz oder auf dem Campingplatz. Schnell heißt es „ich geh mal wieder zu meinem Freund“ oder „mein Freund kommt gleich wieder“. Da können Freundschaften auch mal nur für die kurze Spielzeit halten, bis einer der Spielkameraden nach Hause muss und wenn man dann dann fragt „wo kommt dein Freund denn her?“ oder „kommt dein Freund morgen auch wieder“, erntet man ein „weiß ich nicht“.

 

 

Ob ich auch so war? Wahrscheinlich!

Was Freundschaften in der Grundschule oder aus dem Kindergarten angehen, sind der Lausbub und ich grundverschieden. Während meine Mutter mich stoppen musste, damit ich nicht die ganze Klasse zum Geburtstag einlade, fällt es dem Lausbub schwer überhaupt vier Kinder zusammen zu bekommen. Denn so wie er sagt, hat er in der Grundschule genau einen Freund mit dem er immer spielt. Die anderen findet er irgendwie doof, weil die immer Fußball oder andere Spiele spielen wollen, die er nicht mag. Der Lausbub ist da ein Dickkopf. Entweder es wird gemacht was er will oder er kapselt sich ab.

 

„nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“

Diese fing damit an, dass wir mit dem Lausbub zu einer unserer Bekannten fuhren, die auch einen Sohn in etwa seinem Alter hat. Die beiden verschwanden schnell im Kinderzimmer und wurden eine Zeit lang nicht gesehen, bis plötzlich der andere Junge an uns Erwachsenen, die wir im Wohnzimmer saßen vorbei nach draußen marschierte. Natürlich fragten wir ihn direkt, wo denn der Lausbub wäre und ob dieser gleich nachkäme, woraufhin er meinte „nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“. So saß also der Lausbub alleine im Zimmer des Jungen, den er erst seit ca. einer halben Stunde bis Stunde kannte und spielte alleine mit dessen Spielzeug, weil die beiden sich nicht einig geworden waren.

 

Eine weitere Freundesgeschichte ereignete sich dieses Jahr an Halloween:
Wir hatten den Kindern erlaubt draußen auf dem nach drei Seiten abgegrenzten Hof im Dunkeln (es war gegen 18 Uhr) zu spielen, während wir das Abendessen vorbereiteten. Zwei Laserschwerter, eine Pistole mit Licht- und Soundeffekten und ein paar Knicklichter waren für die Kids der Renner bei der Dunkelheit und für uns eine gute Übersicht wo sie sich gerade aufhielten. Bis der Lausbub plötzlich ohne ein Wort zur Gartentür hereinkam und drinnen seine Schuhe auszog. Was los sei, fragten wir ihn. Er habe keine Lust mehr draußen zu spielen und wolle in sein Zimmer gehen, war die Antwort. Ihr könnt euch gewiss denken wie schockiert wir waren, denn seine Gäste spielten immer noch auf dem Hof. Oh, das war ein Drama, denn dem Lausbub waren die anderen Jungs in diesem Moment vollkommen egal. Sein Bedürfnis stand an erster Stelle. Erst eine Androhung die anderen abholen und somit auch das gemeinsame Pizzaessen ausfallen zu lassen, ließen ihn beleidigt wieder nach draußen stiefeln. Wie hättet ihr in diesem Fall reagiert??? Kennt ihr ein solches Verhalten??

 

 

Freundschaft: ein Bund fürs Leben?

Was Kindergarten-Freunde angeht, hat der Lausbub mir etwas voraus:
Denn im Gegensatz zu ihm, endeten meine Freundschaften leider immer mit dem beenden der jeweiligen Institution, also mit dem Kindergarten, dem Gymnasium und sogar genau gesehen mit der Universität. Überschneidungen gab es nur, wenn man gemeinsam in den nächsten Lebensabschnitt wechselte. Traurig eigentlich. Mit ein paar Studienkollegen habe ich noch über Facebook Kontakt, aber zu einem Treffen kam es in den letzten sieben Jahren nicht.

Drei Menschen gibt es, die ich während der Studienzeit kennen gelernt habe (Nicht-Studenten) und die ich ein bis zweimal im Jahr sehe, aber mit denen ich nie wirklich über wirklich private Dinge spreche (also Dinge, die man einem wirklich guten Freund anvertrauen würde). Ist das eine Freundschaft?

Es ist nicht so, dass ich diese Freundschaften aus der Schule nicht weiter gewollt hätte, aber irgendwie habe ich das Pech, dass die ganze Sache irgendwie einseitig wurde d.h. ich meldete mich, bekam auch Antwort, aber es kam nie etwas spontan von der Gegenseite. So habe ich es dann irgendwann aufgegeben. Genauso erging es mir nun wieder, als ich mit dem Herzensmann zusammenzog und somit über 100km von meinem Heimatort weg war. Falls jemand eine Idee hat, woran sowas liegen kann gerne her damit.

 

Kinder machen es sich leichter…

Deshalb bewundere ich den Lausbub manchmal im Stillen, denn er hegt noch regen Kontakt zu zweien seiner Kindergarten-Freunde, obwohl diese mittlerweile seit drei Jahren auf eine andere Grundschule gehen. Ich wünsche ihm, dass diese Freundschaften bis in sein Erwachsenen-Leben hinein reichen.

Es wurde mir schon geraten Freunde unter den Arbeitskollegen zu suchen, doch da bin ich etwas skeptisch, denn gerade im Lehrerberuf wird viel geredet und einem Freund möchte ich wirklich alles anvertrauen können, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass er/sie etwas weitererzählt. Das fällt mir auf der Arbeit schwer, weil ich mitbekomme wie manche Kollegen mit denen ich mich gut verstehe über andere sprechen. Klar, man könnte sagen: dann sind das keine geeigneten Freunde, aber auch bei denen, wo ich es nicht mitbekomme, bin ich mir unsicher.
Mir ist es auch sehr schwer gefallen mich mit einer Arbeitskollegin zu Hause zu treffen, denn ich hege eine strikte Trennung zwischen Schule und zu Hause. Was in der Schule passiert, versuche ich soweit wie möglich in der Schule zu lassen und das ist schwer, wenn man mit einer Kollegin bei sich zu Hause sitzt. Da kommt man automatisch zum Thema Schule, Kollegen und Schüler, also wieder mitten rein ins geschehen und das an einem Ort, wo man das doch gar nicht haben möchte.

Meine allerbeste Freundin, der ich wirklich alles anvertrauen kann ist meine Patentante. Schon in der Kindheit hatten wir ein sehr inniges Verhältnis und SIE ist wirklich IMMER IMMER IMMER für mich da. Ihr kann ich alles erzählen ohne irgendetwas zu befürchten. Sie sagt mir immer ihre ehrliche Meinung, auch wenn diese mal nicht der meinigen entspricht. Ihre Tür steht immer für mich offen.

 

Heimat ist, wo Freunde sind?

Trotzdem fehlen mir hier, wo ich jetzt wohne wirkliche Freunde. Menschen mit denen man sich regelmäßig trifft (auch wenn es nur zu Hause ist). Meine Freizeit verbringe ich zu 95% mit dem Herzensmann ohne dass wir uns auf den Nerv gehen. Doch ich musste schon feststellen, dass er manchmal zu Hause bleibt, weil er weiß, dass ich sonst alleine bin (obwohl ich nie gesagt habe, dass mir das etwas ausmacht. Ich ermutige ihn vielmehr dazu, wenn er mir erzählt, dass ein Kumpel mit ihm weggehen will oder wenn wieder Mittwoch ist und in seinem Heimatort ein Herrenstammtisch stattfindet, wo einige seiner alten Kumpels hingehen). Dennoch nimmt er Rücksicht auf mich, was mir ein schlechtes Gewissen macht, denn ich möchte ihn ja nicht einschränken.

 

Kontaktbörse Babytreff und Internet

Große Hoffnung macht mir der Gedanke unter Menschen zu kommen, wenn der Kinderwunsch sich endlich erfüllt. Denn dann gibt es ja Schwangerschaftskurse, Krabbelgruppen, Babyschwimmen usw. Veranstaltungen bei denen man auf gleichgesinnte trifft und auch später ergeben sich ja oft zwischen den Eltern der befreundeten Kinder ebenfalls Freundschaften, weil sie ja zum anderen hin gefahren werden müssen.

Tja und dann ist da noch Twitter: All diese lieben Menschen, die Gefühle und Gedanken teilen, kommentieren, liken, Ratschläge geben oder auch mal Kritik üben (was ich im übrigen sehr schätze, wenn sie konstruktiv ist). Sind das Freunde? Ein paar von ihnen durfte ich schon persönlich kennen lernen und möchte sie auch gerne wiedersehen. Doch reichen 1-2 Treffen aus, um jemanden als Freund bezeichnen zu können?
Doch was macht eine gute Freundschaft aus?

Das Klischee sagt:

  • Freunde sind immer für dich da, egal ob es dir gut geht oder schlecht.
  • Freunde nehmen sich immer Zeit für dich.
  • Freunde verstehen sich, egal wie lange sie nicht miteinander gesprochen haben.
  • Freunde verstehen sich ohne Worte und spüren, wenn es dem anderen schlecht geht.
  • Freunde sind immer ehrlich zueinander.

Doch wer kann dies schon zu 100% erfüllen.
KANN ICH ÜBERHAUPT SELBST EINE GUTE FREUNDIN SEIN?


 

Ich danke dir für deinen vielschichtigen Beitrag und bin gespannt, welche anderen Ansichten noch beleuchtet werden!

Was sagt ihr dazu? Ändern sich Freundschaften im Laufe der Zeit und durch die verschiedenen Lebensabschnitte? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Teilt euren Beitrag bis zum 31.12.2015 mit mir oder postet eure Erfahrungen in den Kommentaren!

 

Viele weitere Beiträge zu diesem Thema gibt es auch schon bei Bella von Familie Berlin. Bei ihr gab es das Thema auch schon 🙂

#Freitagsfrage Blogsplitter ‚

Steffi vom Blog 3fach Jungsmami hat mich an ihren Gedanken zum Thema meiner #Freitagsfrage ‚Du tust mir nicht gut!‘ teilhaben lassen. Bei ihr geht es (wie bei vielen anderen) um Freundschaft. Was bei Steffi passierte und wie sie damit umging, könnt ihr hier lesen.

Ich war schon immer eine die wenige Freundinnen hatte. Also wirklich sehr wenige. Aber die, die ich hatte möchte ich wirklich gerne und ich dachte es seien Freundschaften für immer.
Leider war dem nicht so. Der Kontakt wurde immer weniger. Immer musste ich den Kontakt herstellen. Von dieser einen Freundin kam gar nichts mehr. Mich machte das unendlich traurig. Zumal ich damals mit meinem dritten Sohn schwanger war und irgendwie schon auch mal eine Freundin gebraucht hätte.

Als mein Sohn dann geboren wurde, und mir nicht mal zur Geburt gratuliert wurde, war ich wirklich tot traurig, da merkte ich diese Freundin tut mir nicht mehr gut.

Ich zog also meine Konsequenzen daraus, ich meldete mich auch nicht mehr bei ihr, brach den Kontakt komplett ab, schließlich entfernte ich sie sogar aus meiner Facebook Friendslist. Viele finden dass vielleicht kindisch. Ich nicht, denn es befreite mich. Ich fühlte mich besser, denn ich hatte so mit diesem Kapitel abgeschlossen. Und seitdem mache ich das mit allem, was mir nicht gut tut. Abschließen und hinter mir lassen.
Danke Steffi für deinen Beitrag zur Blogparade. Ich denke, dass man irgendwann mit solchen Freundschaften brechen und sich von diesem Ballast befreien muss. 

Wie seht ihr das: sind es auch Freundschaften dir euch nicht gut tun? Wenn ja, wie geht ihr damit um? 

Bis Freitagabend könnt ihr noch eure Beiträge zur #Freitagsfrage: ‚Du tust mir nicht gut!‘ einreichen. Ich freue mich über eure Kommentare und Beiträge!

Bloggen und Gemeinschaft

Warum blogst du? Hast du Komplexe?

Wenn man jemandem erzählt, dass man einen Blog betreibt (und da ist jetzt die Thematik erstmal egal), wird in den meisten Fällen erstmal nach den ‚Warum‘, als nach Inhalten gefragt. Häufig stehen (so habe ich es kennengelernt) die Menschen einem Blogger kritisch gegenüber. Da ist dann von Profilierungsdrang und ‚Fishing for compliments‘ die Rede. Letzteres gilt im Besonderen für Fotoblogs.

Ich kann nur von mir sprechen und denke die meisten, zumindest Mama/Papa-Blogger, sehen das ähnlich: man will sich erstmal nur befreien und den Frust und natürlich auch die vielen wunderbar tollen Erlebnissen mit seinem kleinen Wunder niederschreiben und mit, im Idealfall vom Erziehungsstil gleichgesinnten, Eltern teilen. Ich strebe keinen kommerziellen Erfolg an. Da hätte ich mich wohl eher auf DIY mit Direktlink auf den Dawandashop konzentrieren sollen. Oder tolle Artikel über die neuesten Babydesignklamotten oder Pflegeprodukte für die Familie aus der Hochglanzzeitschrift schreiben müssen.

 

Der Blogroll wird zur Teilnehmerliste der selbstgewählten Selbsthilfegruppe

Ich schreibe über mein echtes Leben. Und das ist mal so gar nicht Hochglanz! Eher eckig, vollgesabbert, gar nicht gradlinig und doch wunderbar perfekt. Und solche Blogs von echten Menschen, in dem Fall Eltern, die mit Herz und Gefühl, mit Witz und manchmal mit Tränen der Verzweiflung im Auge ihre Beiträge verfassen, lese ich soo gerne.
Man folgt ihnen und hat das Gefühl, durch die Kritik oder Unterstützung, welche man durch die Kommentare abgibt, ein Teil ihres (virtuellen ) Lebens zu werden. Nach einer Zeit hofft und bangt man mit.
Ja, ich würde schon sagen, dass sich durch das bloggen eine Gemeinschaft bildet. Und manchmal fühlt es sich an wie in einer Selbsthilfegruppe.

 

Vereine sterben-es lebe das Internet!

Wir Menschen leben schon in sehr komplexen Strukturen. Dazu gehört dann auch unser Wunsch nach Gemeinschaft. Und während wir mit unserer Familie verbunden sind, ob wir wollen oder nicht (manche trifft es ja besser, als andere), suchen wir uns unsere Freunde selbst aus. Die Kriterien dafür sind dabei sehr vielfältig und eine Gemeinschaft aus Freunden kann ein durcheinander Gewirbelter Haufen sein. Sympathie ist dabei aber der springende Punkt.

Im Internet findet man dagegen Gleichgesinnte, weil man nach ihnen sucht. Es zählt erstmal der ‚primäre kleinste Nenner‘-das Interessenfeld. Ob man sich eigentlich sympathisch wäre und sein Anliegen auch beim Kaffee in der Sonne diskutieren würde ist vollkommen unklar. Denn die Gemeinschaft aus Chat, Foren oder der selbstgeschaffenen Blogosphäre tritt seltener ins ‚Real Life‘.

Trotzdem (oder gerade deshalb) finde ich ist die Gemeinschaft, welche sich im Internet bildet nicht weniger wichtig oder real als Freundeskreise oder das Vereinsleben. Diese Art Gemeinschaft unterstützt einen in den speziellen Interessen die wir haben und gibt auch bei Problemen oder schwierigen Themen Rückhalt, die man sonst nicht angehen könnte. Ehrlich gesagt möchte ich meinen Freunden nicht täglich von meinen Babygeschichten oder vom Schlafmangel erzählen. Und häufig ist das Netz auch einfach ehrlicher. Denn welche Mutti vom Spielplatz würde mir schon ihre Erziehungssünden beichten? 🙂

 

Meine persönliche Erfahrung…..

zeigt, dass sich aus Foren, Chats oder mehreren Blogs/ Lesern eine Art „Brieffreundschaft“ entwickeln kann. Die Freundschaft kann sich ins reale Leben übertragen, wenn man das möchte und ich habe schon viele Freunde auf diese Art gewonnen.
Vor einigen Jahren habe ich einen Blog zu meinem Fernabiturkurs geführt uns auf diese Weise (und durch ein Forum), Lernpartner, Weggefährten und sogar Freunde gefunden.

Aber: nicht immer stecken hinter dem netten Schreibstil und den aufbauenden Worten auch Menschen, die einem wirklich symphatisch sind und mit denen man im Biergarten klönen kann. Denn das Internet reduziert uns erstmal nur auf das geschriebene Wort und meist verbindet einen halt nur ‚der kleinste gemeinsame Nenner‘.