Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Heute gibt es wieder ein Gastbeitrag für euch. Die Autorin des Textes möchte anonym bleiben, denn sie spricht über ein Thema, dass in der Gesellschaft, und gerade auch im familiären Umfeld, als Befindlichkeit abgetan wird: die schwierige Zeit der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind.

Während man bei der ersten Schwangerschaft noch eine ruhige Kugel schieben konnte und alle die Ankunft des erstgeborenen Kindes kaum erwarten können, liegt die Situation bei der zweiten Schwangerschaft etwas anders. Denn da ist ja auch noch ein anderes Kind zu betreuen! Wenn die Schwangerschaft dann auch noch mit einschränkenden Begleiterscheinungen daherkommt, gilt man schnell als Jammerlappen, denn: Schwangerschaft ist keine Krankheit.                                              Und was, wenn es sich doch nach Krankheit anfühlt und weit und breit keine Hilfe in Sicht ist?


 

Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Mein erstes Kind ließ sehr lange auf sich warten und entstand dann auch nur nach einer OP und mit weiterer medizinischer Hilfe. Gerade als wir dachten, wir bekommen kein zweites Kind mehr, wurde ich überraschend schwanger – einfach so. Das ist ein unbeschreiblich großes Glück, das ich mit diesem Text nicht schmälern will. Ich freue mich auf mein Kind, genieße die Bewegungen und Tritte in meinem Bauch und würde es nicht anders wollen.

Aber zur Zeit kotzt mich diese Schwangerschaft einfach nur noch an!
In den ersten Monaten war mir schlecht, was allerdings im erträglichen Rahmen blieb. Ich war vor allem so dermaßen müde, dass ich anfing, meinem Kind das Handy zum Spielen in die Hand zu drücken bevor ich narkoleptisch auf der Couch zusammenbrach. Meine Ideale über Bord werfend begann ich parallel zu glauben, was 2kindchaos hier schrieb.

Zwar wurden mir die gleichen doofen Fragen wie in der ersten Schwangerschaft gestellt: „Wie geht´s denn dem Bäuchlein?“ Äh, was soll ich dazu sagen. Gut.
oder
,„Und? Wisst ihr schon, was es wird?“ Ja, es ist ziemlich sicher ein Kind!
Doch echte Anteilnahme oder gar Unterstützungsangebote suchte ich vergebens. Macht ja nix. Eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit. Das schaffe ich.

 

Nur eine kurze Erholungsphase

Wie erhofft, wurde es im vierten Monat schlagartig besser. Ich war fitter, die Müdigkeit nahm ebenso ab wie die Aknepickel am Kinn und ich genoss den deutlich wachsenden Bauch. Da mein Rücken anfing leicht zu schmerzen, ein Zipperlein, dass ich aus den letzten Wochen der ersten Schwangerschaft kenne, hörte ich auf, K1 zu tragen und hoffte, dass es so bei den leichten Schmerzen bleiben würde. Haha! Wie naiv ich sein kann!
Dann kam die Hitze. Ich hatte heiße Hände, heiße Füße, an Schlaf war kaum zu denken. Nasse Tücher, Eispacks und Ventilator brachten nur wenig Erleichterung. Mein geliebter Sommer wurde zum Feind.
Zum Glück konnte mein Mann mich den Sommer über stark entlasten, so dass ich im Großen und Ganzen trotz allem recht vergnügt war. Ich wollte auch nicht jammern. Ich wollte genießen. Wir bereiteten uns gemeinsam auf die Geburt vor und ich übte, mich tief zu entspannen.

Der Sommer ging und ich wurde von Tag zu Tag unfitter. Jeder Weg bereitet mir Schmerzen im Rücken, die mich dann vor allem nachts wach halten. Hausarbeit wird dadurch zur Folter und dieses Eingeschränktsein macht mich wahnsinnig. Mein geliebter Mann versucht bei stetig steigendem Arbeitspensum unsere Tochter zu bespaßen, der mit mir eindeutig körperliches Auspowern fehlt, und gleichzeitig noch den Haushalt zu stemmen. Dabei entgleitet ihm schon der ein oder andere fiese Spruch. Das kann ich ihm nicht verdenken. Er ist auch überlastet. Aber seine passiv-aggressive Art bringt mich zum Heulen. Ich würde ja so gerne alles schaffen, niemanden brauchen, fit sein. Ich fange an, meinen Körper wieder zu hassen. Diesen Körper, mit dem ich Probleme habe so lange ich denken kann und der es mir immer schwerer zu machen scheint als es andere haben.

 

Die helfende Hand fehlt! Und nun?

Nun muss mein Mann seit einer Woche jeden Tag so viel arbeiten, dass wir ihn quasi gar nicht sehen. Nächste Woche muss er zusätzlich für fast zwei Wochen geschäftlich verreisen. Und ich dekompensiere völlig.
Am schlimmsten ist es für mich, dass meine Tochter darunter leiden muss. Die Schmerzen machen es mir unmöglich, ihr ausreichend Toben und Spielen zu ermöglichen. Ich kann sie kaum tragen, wenn es ihr schlecht geht und meine Geduld nimmt stetig ab. Dabei ist sie so lieb.

Und dann war heute: Ein Tag zum in die Tonne treten. Ich wachte müde auf. Zu wenig Schlaf. Schmerzen. Nach dem Duschen ging es einigermaßen, so dass wir den Vormittag bei Frühstück, lesen, spielen und aufräumen ganz gut rum bekamen. Nachmittags wollten wir raus, zu einer Kinderfarm, wo meine Tochter auch ohne mich ganz gut ausgelastet sein kann, wenn jemand sich ihrer erbarmt und sie mitmachen lässt. Ställe ausmisten, Ponys striegeln, Hufe auskratzen – ich war froh, dass so wenig los war und eine Bekannte für mich einsprang.

Dann sollte ein kleiner Ausritt gemacht werden. Kurz bevor es losging, wollte meine Tochter aber nicht mehr reiten. Ich denke, sie hatte Angst bekommen, weil eine Betreuerin meinte, dass ihr der Helm nicht richtig passen würde und das gefährlich sei. Also beschloss sie, dass sie erst einmal nebenher laufen wollte. Wir stiefelten los, doch schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass sie, obwohl sie sich so sehr anstrengte zu rennen, nicht mitkam. Die Beine einer Dreijährigen können mit Ponys eben nicht mithalten. Die anderen waren einfach zu schnell und ich konnte sie ja leider nicht tragen, in dem Tempo schon gar nicht.
Keiner drehte sich nach uns um und als meine Tochter bitterlich weinte, kamen mir auch die Tränen. Warum schaffen das andere Frauen? Warum kann ich das nicht leisten? Warum haben wir niemanden, der uns hilft?
Meine Eltern? Im Urlaub.
Mein Bruder? Im Urlaub.
Freunde? Müssen arbeiten und/oder sind zu weit weg.
Meine Schwiegermutter? Ist körperlich noch unfitter als ich derzeit.
Immerhin war Tochters Patentante schon zweimal da, damit ich zum Geburtsvorbereitungskurs gehen und einmal auch schlafen konnte. Aber das war das erste Mal seit drei Jahren und auch nur, weil ich ihr echt die Ohren vollgejammert habe. Und ich hasse es, jammern zu müssen, damit sich jemand unserer erbarmt. Mich muss auch niemand anbetteln, damit ich helfe, verdammt!

Eine Bekannte erzählte mir, dass ihre Mutter einmal pro Woche kommt, um ihren Sohn zu hüten. Außerdem würde sie zusammen mit einer Tante drei Wochen vor Termin das Haus noch mal richtig putzen, mit Vorhängen und so und sie dann mitnehmen, damit sie vor und nach der Geburt nichts machen muss. GRÜN VOR NEID!

Wie ich die kommenden zwei Wochen schaffen soll? Ich weiß es nicht. Ich denke auch einfach nicht mehr darüber nach. Irgendwann wird mein Sohn geboren werden und mein Mann wird Urlaub haben. Das Leben als frischgebackene Familie zu viert wird zwar bestimmt auch nicht einfach, aber ich hoffe, dass mein Rücken sich regenerieren kann und wir es gemeinsam wuppen.

 

Putzen statt Strampler!

Wenn ihr also Schwangere in eurem Umfeld habt, bietet doch mal Hilfe an, echte Hilfe. Einkaufen gehen, das Bad putzen, saugen oder das Kind mit zum Spielplatz nehmen. Spart euch den hundertsten Strampler zur Geburt und sammelt im Freundeskreis für eine Putzhilfe oder einen Gutschein zur Fußpflege – mit Kinderbetreuung. Denn so süß Stofftiere und all der Krempel sind – echte Unterstützung, sich nicht alleine fühlen müssen, das ist es, was man wirklich brauchen kann.


Danke für deinen Beitrag. Ich wünsche dir alles Gute für dich, deinem Kind und überhaupt der ganzen Familie! Ihr werdet diese schwere Zeit überstehen, da bin ich mit sicher!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema und wie kann man die Schwangerschaft und die anstrengende Zeit am besten wuppen, wenn man wenig helfende Hände, dafür aber ein, zwei oder mehrere kleine Kinder zu versorgen hat?

10 Gedanken zu „Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!“

  1. Als Mutter von 4 Kindern kann ich jeden Satz nachvollziehen. Zwischen meiner Nr. 3 und Nr. 4 sind nur 18 Monate und ich bin oft auf der Couch gesessen und hab mich gefragt, wie andere das nur schaffen.

    Zuerst mal hab ich das mit dem Putzen und pingeligem Haushalt sein lassen. Ich habs dann gemacht, wenn mir danach war. Wer anders hätte es eh nicht übernommen 😀 Ich habe sämtliche Minuten am Tag genutzt, um mich auszuruhen, gerade wenn das „Spielkind“ geschlafen hat oder der Vater anwesend war.

    War keiner greifbar war (auch wir haben keine Verwandten, die uns hätten helfen können) bin ich oft auf den Spielplatz, damit sich das Kind unter Gleichgesinnten austoben konnte. Aber die kleinen sind zu jeder Tageszeit anstrengend und ich hab mich auch nur irgendwie durch die Tage gemogelt 🙂

    Vielleicht wäre noch eine Familienhelferin eine Alternative. Einfach mal bei der Krankenkasse/Arzt nachfragen, wenn das infrage kommt, da werden sicherlich die Kosten zumindest teilweise übernommen.

    Ich wünsche weiterhin alles Gute und: Die Zeit geht vorbei 🙂

    1. Meine Nichte ist schwanger und sie wünscht sich für das zweite Kind , das selbe wie für das erste Kind. Gutscheine fürs Babysitten, und dass wir immer zeit für den großen haben. Gestern brauchte sie Zeit um auf dem Secondhand Markt Babykleider zu kaufen. Unsere Wohnung stand Kopf da wir etwas renovieren mussten. Also haben mein Mann und ich uns den Großen geschnappt und sind mit ihm los gefahren. Bei unseren dreien, die binnen 4 Jahren geboren sind habe ich jede Hilfe genommen die ging. Aber war trotzdem einfach nur fertig.

  2. Ich fühle mit der Autorin! Die zweite Schwangerschaft habe ich auch als sehr anstrengend empfunden, obwohl ich nicht solche gravierenden körperlichen Probleme hatte und mein Kind täglich 6 Stunden in der Kita war. Aber an manchen Tagen wusste ich nicht, wie ich ihn hinbringen, abholen und nachmittags bespaßen sollte, so mies ging es mir. Dazu kam, dass er noch sehr klein war (1 1/2, als ich schwanger wurde, knapp über 2, als die Schwester geboren wurde), sehr viel getragen werden wollte/musste und ein sehr sehr anstrengendes, wütendes und herausforderndes Kind war. Zum Glück war mein Mann nach der Arbeit sehr präsent, aber ansonsten hat sich auch keiner bemüßigt gefühlt, mir mal zu helfen. Zumindest haben meine Eltern eine geplante Reise, die direkt über den Geburtstermin meiner Tochter ging, im Vorfeld aufgrund unserer Bitten abgesagt. Dass der Mann so kurz vor der Geburt auf Geschäftsreise geht, finde ich ehrlich gesagt ein No-Go. Kann ja auch sein, dass man im Krankenhaus liegen muss, was macht man dann? Diese Haltung, dass die Frauen das immer allein schaffen müssen (und möglichst nichts passieren darf), geht mir gegen den Strich. Ich hatte gegen Ende dann ein befreundetes Elternpaar zumindest als abholberechtigt in der Kita eingetragen und ihnen gesagt, dass ich sie im Notfall anrufe, wenn ich nicht kann.
    Aus meiner jetzigen Perspektive würde ich mir viel schneller bezahlte Hilfe holen, also Putzfrau, Einkauf liefern lassen und evtl. Babysitter (falls man einen findet und das Kind das zulässt; bei uns hat es leider nicht geklappt). Man weiß ja auch nicht, ob es nach der Geburt wirklich besser wird. Nach meiner 1. Geburt ging es mir wochen-/monatelang hundeelend. Also auf alles vorbereitet sein.
    Es gab aber auch total gute, fitte Tage, an denen ich hochschwanger hinter dem Großen auf dem Laufrad hergerannt bin und stolz auf mich war. Für die schlechten allerdings sollte wirklich jemand bereit stehen.
    Also: bezahlte Hilfe holen, Eltern und Bruder, sobald sie wieder da sind, in die Pflicht nehmen und aktiv um Hilfe bitten, auch wenn es schwerfällt. Die körperlich unfitte Schwiegermutter kann sich doch trotzdem mal mit dem Kind zuhause beschäftigen, oder? Freunde nach der Arbeit oder am Wochenende reihum einspannen. Notfallplan machen, wenn der Mann jetzt nicht da ist. Wo soll das Kind hin, wenn was passiert? Wichtig wäre auch ein kleines Elternnetzwerk, damit man das Kind mal mit zum Spielplatz geben kann etc. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist…
    Ich wünsche alles Gute für die Restschwangerschaft und viel Unterstützung, die man sich leider Gottes meistens erfragen oder erbetteln muss. Was soll’s!
    Liebe Grüße!

  3. Ich kenne das.

    Erste Schwangerschaft: alles dreht sich um Mama. Es gibt Nachfragen, Massagen, Nettigkeiten. Sich Ausruhen und um seine Bedürfnisse kümmern können.

    Zweite Schwangerschaft: Interessiert niemanden mehr so richtig. Dabei setzte diese ein, als die erste Geburt gerade acht Monate zurücklag. Also ein Kleinkind (17 Monate) plus Säugling – das war leicht anstrengend. Ich war dauernd müde, lag auf dem Sofa, das Kleinkind bewarf mich mit Spielzeug, langweilte und ärgerte sich. Irgendwann erbarmten sich die Großeltern und nahmen sie ein Mal die Woche zu sich. Das war himmlisch – ich habe die Zeit genutzt. Um zu putzen *hüstel* …

    Dritte Schwangerschaft: Zwei Kindergartenkinder und schwanger. Ging aber erstaunlich gut. Wohnte im Altbau – 90 Stufen rauf und runter – bis zur Geburt. Und danach dann mit Baby. Mann arbeitete sehr viel, kam oft erst gegen halb Zehn nach Hause. War überarbeitet und gestresst.

    Vierte Schwangerschaft: Ehemalige Kindergartenkinder inzwischen auf der weiterführenden Schule, Jüngste Grundschulkind. Ich hab die Schwangerschaft genießen können – wir wussten, es würde die letzte sein. Da habe ich alles Mögliche genossen, Kurse besucht, schöne Klamotten gekauft etc. Es gab durch einige dramatische Entwicklungen keine familiäre Unterstützung mehr (natürlich auch nicht mehr, als das Baby da war) – dafür bin ich bald in der Mutter-Kind-Kur zur Burnout-Prävention. Man hält eine Menge aus, aber irgendwann ist der Akku ziemlich leer …

    Liebe Grüße
    Lareine
    (von essentialunfairness.wordpress.com)

  4. Ich kann so mitfühlen, ich hab es gar nicht gemocht, schwanger zu sein ( war es aber dann doch 2 mal) und wenn ich immer hören musste ,“ Schwangerschaft ist keine Krankheit“, hätt ich richtig wütend werden können. Achso, aber sich ständig Übergeben müssen , Verstopfung, Schlafmangel, extremes Sodbrennen, Schwindel und Übelkeit und Rückenschmerzen, was ist das dann alles? Und das während 9 langen Monaten non-stopp…Nie stand in der Au-Bahn oder im Bus jemand für mich auf, nie lies man mich an der Kasse vor.
    Ich liebe mene Kinder und ich wollte unbedingt welche und ich liebe es, Mutter zu sein. Aber Schwangerschaft fand ich einfach nur ätzend.
    Ich hätte gerne ein drittes Kind 😉

  5. Hallo! Ich hatte Glück, meine zweite Schwangerschaft war nicht soo anstrengend. Dafür war hinterher alles anstrengend, es waren nämlich Zwillinge. Ich habe auch versucht, mir Hilfe zu holen! Krankenkasse hat abgewinkt, als ich nach Haushaltshilfe fragte, obwohl der Arzt eine Empfehlung geschrieben hatte. Aber wenn Du unter akuten Schmerzen leidest, kannst Du sehr wohl eine beantragen!! Frag mal bei Deinem Haus-oder Frauenarzt nach. Die kann Dir dann zumindest den Haushalt abnehmen. Ich habe dann noch einen anderen Tipp bekommen. Es nennt sich WELLCOME. Das sind Ehrenamtliche, meist ältere Damen, die kommt dann 1-2 mal die Woche, um die Mutter zu entlasten. Kostet ca 5 Euro die Stunde, wenn man nicht viel Geld hat, aber auch weniger. Und man muß nicht in der Kirche sein, um das zu beantragen. Wirklich Gold wert, und die Kinder und ich haben meinen „Wellcome Engel“ wie sie sich nennen, sehr ins Herz geschlossen. Alles Gute Euch!

  6. Danke für den Beitrag. Bei uns ist nächstes Wochenende ET für Tochter Nr 2 und nachdem in der ersten Schwangerschaft vor 4 Jahren alles easy war,kann ich mittlerweile überhaupt nicht mehr. Jetzt fühle ich mich wenigstens mal verstanden, mein Mann unterstützt mich auch, aber ganz viele Sachen bleiben liegen und kotzen mich zu den Schmerzen auch noch an…plus die Große, die auch keine Geduld mehr hat mit der Mama, die nix mehr großes unternehmen kann…Ich wollte und will dieses zweite Wunder unbedingt, aber der Preis ist momentan hoch….und der beste Spruch: so hast du dich bei der ersten auch gefühlt, das weißt du nur nicht mehr.
    Doch,ich weiß es, da war ich nie so am Ende…

  7. Hi,

    ich habe beide Kinder im Studium bekommen und meinen Master mit einem Vorschulkind und einem Säugling zu Hause gemacht. Die Kleine wird jetzt in drei Wochen ein Jahr und meine SS ist mir daher noch sehr gegenwärtig.

    Meine Schwie-Mu ist schwerbehindert, wohnt bei uns im Haus und daher eher eine Be- als eine Entlastung. Meine Eltern wohnen 500km weit weg. Mein Mann ist täglich 12h unterwegs, oder mehr… In der zweiten SS war er glaube ich gerade 2mal mit bei der Frauenärztin…

    Ich kenne diese Schmerzen, es ist die Hölle… Ich habe die SS mit meiner Tochter nur durch die liebevollen Akupunkturbehandlungen meiner Hebamme überstanden + Physio im letzten Drittel. Versuch es einmal, vielleicht hilft es dir ja.

    Mein Sohn (inzwischen 6) mutierte in der SS mit meiner Tochter zu einem sehr anhänglichen Kind, welches mehr Aufmerksamkeit als sonst einforderte. Er ist ein tolles Kind, ein toller großer Bruder, aber seine Anhänglichkeit kostete mich sehr viel Kraft. Auch er war total geduldig, aber das Mutterherz blutet nun einmal, wenn man nicht mehr toben kann oder ihn im Sommer durch den See schmeißen kann. Und da rollten nicht nur beim Junior Tränen…

    Zum Thema Haushalt: Rede doch mal mit deiner Frauenärztin, ob sie dir eine Haushaltshilfe verordnen kann. Meine hat es gemacht als ich in der SS arge Probleme hatte. Ich hatte sogar die Möglichkeit eine Freundin zu engagieren, die gerade Semesterferien hatte und froh war, sich etwas dazu zu verdienen. So war es eine win-win-Situation, denn der Große kannte und mochte sie und ich hatte eine saubere Wohnung und kein schlechtes Gewissen mehr.

    Auch ich war an dem Punkt, das mich alles angekotzt hat. Die Rückenschmerzen, Wasser in den Beinen und zum Schluss auch noch Hämorrhiden…. Kein Bock mehr. Dann ist mein Sohn dreieinhalb Wochen vor dem errechneten Termin wegen einer starken Phimose operiert werden (der Kinderarzt war der Meinung, dass es unbedingt jetzt gemacht werden musste), Junior hatte eine schwere Nachblutung, Kinderklinik. Resultat: vorzeitige Wehen. Ich war gerade mal eine Nacht zu Hause, am nächsten Tag fuhr mich mein Mann in die Klinik… Wehentätigkeit normal, aber Kind zu leicht. Infusionen eine Woche lang, Krankenhaus, ständige Wehen, jeden Abend Buscopanzäpfchen, damit ich schlafen konnte. Das besserte meine Stimmung auch nicht wirklich.

    Nach einer Woche hatte die Kleine zwar ein halbes Kilo zugelegt, aber zu wenig Fruchtwasser. Einleitung mit Gel, da Junior ein Notkaiserschnitt war. Ganz toll, wieder Buscopanzäpfchen… Am nächsten Abend ging es dann richtig los. 4,5h Kreißsaal, sie war da: 2710g und 46 cm…. Klein, zierlich, und noch voller Käseschmiere… Sie hätte noch ein bisschen Zeit im Bauch gebraucht, hat die Hebamme zu mir gesagt… Und dieser Satz hat in mir viel ausgelöst… Egal, wie es mir geht, wichtig war die Motte. Klar, es ging nicht anders, aber trotzdem: Wir sind nur das Gefäß und wir wollten es so haben. Ich hatte mir alles so schön ausgemalt: Die Wehen gehen los, mein Mann macht mir ein Bad, ich rolle mich auf dem Petziball durch die Wohnung und dann fahren wir irgendwann in die Klinik… Pustekuchen

    Versuche einfach die Zeit mit deiner Großen zu genießen, bald braucht jemand anderes viel Zeit für sein Wachsen und Gedeihen… Drück dir die Daumen!

  8. Auch wenn ich jetzt gehasst werden sollte: es gibt auch Frauen bei denen es „läuft“. Meine beiden ersten sind nur 15 Monate auseinander und Mäuschen Nr.3 wird mit 26 Monaten unterschied zu meinem kleinen zur Welt kommen. Nur meine große ist im kiga und bei mir geht alles super. Ich bin gut organisiert und lasse nichts liegen.so bleibt mittags auch genug Zeit zum spielen, toben usw. Und bezüglich ss-Beschwerden: vielleicht mal nicht so sehr im selbstmitleid baden sondern einfach den Ausnahmezustand akzeptieren. Bevor jetzt das große Geschrei losgeht: leider sind omas und opas der Mäuse bereits verstorben und mein Mann beruflich im schnitt 3 von 4 Wochen im Monat im Ausland unterwegs, wir haben ein fast 250qm grosses Haus insl. Garten; also ich habe genug zu tun. Aber trotzdem jammere ich nicht ständig sondern packs an…..vielleicht solltet ihr das auch mal machen? !

  9. Obwohl ich jedes Wort nachvollziehen kann, so ist um Hilfe bitten weit weg von betteln!
    Und es ist auch kein Jammern, sondern das Kind beim Namen nennen 🙂 Eine Schwangerschaft ist nunmal nicht immer rosarot…
    Ja oft, vielleicht sogar meist, aber nicht immer und schon gar nicht tagtäglich! Ich kann dir/ der Autorin nur ans Herz legen, um Hilfe bitten zu lernen. Nicht nur im eigenen Umfeld, sondern auch bei „fremden“ Menschen (Beispiel Ponyhof) . Niemand sieht deine Rückenschmerzen und dein Leid von außen… Probiere es aus, du wirst überrascht sein, wieviele helfende Hände und offene Türen sich ergeben, wenn man direkt fragt 🙂

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