„Papa hat mich einfach alleine gelassen!“

Ein siebenjähriger Junge steht laut schluchzend im Nieselregen auf dem Parkplatz. Ohne ein Elternteil oder jemanden, der sich um ihn kümmert. Was ist passiert?

Es ist Freitag und wie immer an solchen Tagen ist das Wetter mies, ich bin müde, habe Kopfschmerzen und mir ist schlecht. Die Wochenendmigräne kündigt sich an und ich will eigentlich nur diesem blöden Nieselregen entkommen und endlich zu Hause sein.

 

Ein weinendes Kind auf dem Parkplatz

Kurz vor der heimischen Haustüre muss ich an einem Parkplatz vorbei. Im vorbeigehen höre ich ein Kinderweinen. Im ersten Moment habe ich mir nichts dabei gedacht, denn in unserer Stadt gibt es sehr viele Familien und da weinen nun auch mal des öfteren Kinder. Ausserdem ist Freitags in der Stadt immer viel los. Niesel hin oder her.

Ein Seitenblick hat mich dann aber doch Stutzen lassen: ein kleiner Junge steht alleine, völlig aufgelöst und laut schluchzend an ein Auto gelehnt. Kein Erwachsener ist weit und breit nicht in Sicht. 

Ich gehe sofort zu dem Jungen und frage ihn was los ist.

„Mein Papa hat mich einfach alleine gelassen!“

Oje. Ich versuche ihn erstmal zu beruhigen und Frage ihn, was denn genau passiert ist.

Er erzählt, dass er keine Lust hatte in die Stadt zu gehen, weil er die Stadt nicht mag und sein Vater ihn dann dort stehen liess, weil es dringend etwas erledigen musste.

Mh…ich bin etwas ratlos und versuche die verschiedenen Optionen durchzugehen. Vielleicht ist der Vater ja auch nur ein Stück weit gegangen und wartet an der nächsten Ecke auf den Sohn? Ich biete an, mit ihm in die Stadt zu gehen und dem Vater entgegen zu kommen.

„Nein! Ich will nicht in die Stadt!“

Ich frage ihn, ob er denn die Telefonnummer von seinem Vater hat und wir ihn anrufen können.

„Nein, nur die von der Mama. Aber die ist auf der Arbeit. Ich soll sie nicht anrufen, wenn der Papa mich abholt.“ Mehrmals versuche ich vergeblich die Mutter zu erreichen.

 

Dableiben, weitergehen oder den Jungen mitnehmen?

Ich beschließe solange mit dem Jungen zu warten, bis der Vater wieder kommt. Nach 15  Minuten kommt er zurück. Mit zwei Brottüten unter dem Arm.  Erstaunt schaut er mich an, als er mich mit dem Jungen sieht.

“ Ihr Junge stand hier ganz alleine und hat fürchterlich geweint. Ich habe dann mit ihm gewartet, weil man doch so ein kleines Kind nicht alleine lassen kann.“ Mehr fiel mir auch nicht ein. Sollte ich in jetzt Maßregeln oder mit der Polizei drohen? Erzählen, dass ich die Mutter versucht habe zu erreichen?

Die Antwort des Vaters war kurz und knapp: „Der Junge wollte nicht mit und da muss er halt hier warten.“ BÄMM!

 

Wann soll man sich einmischen?

Der Junge ist 7 Jahre alt und geht auch schon in die Schule. War es von mir also übertrieben ihn für hilflos zu halten und beschützen zu wollen? Wer weiß, was im Vorfeld zwischen Vater und Sohn abgelaufen ist und der Vater ist einfach supermega genervt gewesen, weil der Junge jedes Mal weigert in die Stadt zu gehen, weil er ‚keine Lust‘ hat. Ich weiß es nicht. Ich bin nicht dabei.

Wann soll/darf/muss ich mich in die Belange anderer Familien einmischen? Wäre es in dieser Situation schon angebracht gewesen die Polizei zu rufen?

Was ist eure Meinung und wie hättet ihr reagiert?

 

24 Gedanken zu „„Papa hat mich einfach alleine gelassen!““

  1. Wow, das ist heftig und ich finde, du hast toll reagiert. Die Polizei hätte ich glaube ich auch nicht (sofort) gerufen, sondern wie DU mit gewartet.
    Ich kenne es von meinen Jungs, die auch liebend gern alles boykottieren und habe da schon manchmal gesagt, dass ich dann halt jetzt allein gehe. Dann gehe ich allerdings langsam und weiß ganz genau, dass sie mir dann schon hinterherkommen und alles gut ist. Oder ich besteche sie notfalls mit nem Brötchen, das wir dann halt kaufen oder so. Pädagogisch bestimmt nicht wertvoll, aber es hilft 😀

    Ich würde aber nie, nie, nie mein Kind irgendwo allein stehen lassen. Das geht gar nicht!

    1. Hallo Sandra.
      Ehrlich gesagt bin ich nicht davon ausgegangen, dass der Vater wirklich einkaufen geht. Ich hätte auch eher gedacht, dass er an der nächsten Ecke wartet.

      Ich finde es übrigens gar nicht schlimm, hin und wieder mal in die Trickkiste zu greifen, damit die Kinder sich dann doch umstimmen lassen. Irgendwie muss der Alltag ja auch bewältigt werden.

      Mein Kind aber irgendwo stehen lassen, wo es sich nicht auskennt: NO-GO!

      Liebe Grüße, Miriam

  2. Also ich finde, Du hast genau richtig reagiert. Mir bricht es fast das Herz, wenn ich die Geschichte so lese Der Junge ist schon 7 – aber offensichtlich war er trotzdem total überfordert mit der Situation. Die Polizei hätte ich auch nicht sofort gerufen, sondern erstmal auf den Vater gewartet.

    Ich finde man sollte sich immer einmischen, wenn man das Gefühl hat, da ist ein hilfloses und trauriges Kind, und offensichtlich kein dazugehöriger Erwachsener in der Nähe. Lieber einmal zu viel als zu wenig. Im Zweifel löst sich die Situation direkt zum Guten und Deine Hilfe wird nicht gebraucht. Aber dann muss man sich später keine Vorwürfe machen nicht geholfen zu haben…

    1. Liebe Anna,
      ich hätte wohl den ganzen Abend gegrübelt, was wohl mit dem Jungen geschehen ist. So weiß ich zumindest, dass der Vater ihn wieder mitgenommen hat.

      liebe Grüße, Miriam

  3. Ich finde, du hast dich ganz richtig verhalten. 7 Jahre ist ja jetzt nicht mehr so klein, da kann ein Kind grundsätzlich auch mal alleine draußen sein. Problematisch finde ich die Situation eher, weil das Kind so außer sich war und weinte. Da wäre ich wohl auch dort geblieben, hätte gewartet und dem Vater dann einfach gesagt, dass das Kind sehr verängstigt war. Weiter einmischen ist ja immer unangenehm. Was will man da auch sagen?!

    1. Das ist auch mein Problem, dass ich oft nicht weiß, wie ich dann weiter reagieren soll und wann es eine ganz klare Grenzüberschreitung ist. Klar, wenn jemand verletzt wird greife ich ein und/oder rufe die Polizei (ist auch schon vorgekommen), aber bei solchen Sachen ist es sehr schwierig.

      Liebe Grüße und ein tolles Wochenende 🙂

  4. Du hast absolut richtig reagiert. Alleine schon, dass Du für den Jungen da warst und Dich emotional um ihn gekümmert hast. Wie schrecklich muss es für ihn gewesen sein, weinend mutterseelenallein auf einem Parkplatz zu stehen und alle Leute ignorieren ihn. Ich weiß noch als ich vor Jahren mal einen geplatzten Reifen auf der Autobahn hatte, beinahe damit in die Leitplanke geschleudert worden wäre und es gerade noch auf einen Parkplatz, der glücklicherweise in der Nähe war, schaffte. Ich saß bestimmt 10 Minuten völlig aufgelöst und weinend im Auto, als ein junger Mann an die Fensterscheibe klopfte und fragte, ob er mir helfen könne, denn er hätte mich weinen sehen. Ich fand das damals so tröstend und beruhigend, auch wenn ich ihn gar nicht kannte. Will sagen: egal, ob Du wirklich etwas erreicht hast oder nicht, für den Jungen hat Dein Sich-Kümmern sicherlich die Welt bedeutet.

    Zum Thema „Einmischen“:
    Ich finde das auch sehr schwierig. Ich hatte letztens eine Situation, da stand ein Auto mit zwei Kleinkindern in der prallen Sonne (ca. 24 Grad) an einer Straße in der Stadt. Der Junge hinten schlief, der Junge vorne (vielleicht 1,5 Jahre) saß direkt in der Sonne. Ich ging in die Bank, um Geld abzuheben, und beobachtete das Auto, ob irgendjemand zurück kam. Als ich wieder rauskam, stand das Auto immer noch da und der kleine Junge vorne weinte. Das Ganze dauerte nun bestimmt schon 6-7 Minuten und wir alle wissen ja, wie warm die Autos in der Sonne werden trotz offenem Fenster. Ich bin dann noch ein paar Minuten unschlüssig vor dem Auto hin und her gelaufen, weil ich keine Ahnung hatte, was ich tun sollte. Und gerade als ich mein Handy zückte, um die Polizei zu rufen, kamen zwei ältere Damen und fragten, ob ich den Vater der Kinder suchen würde, er wäre in der Bank. Also ging ich rein und sprach den einzigen Mann an, der dort stand, ob das Auto ihm gehören würde und dass sein Sohn in der prallen Sonne sitzt und weint. Kackt der Depp mich doch voll an: “ Boah ja, ich geh ja schon“, packt sein Zeug zusammen und verlässt die Bank. Fand das so unmöglich, dass ich hinterher bin und ihm nachrief, dass ich kurz davor war, die Polizei zu rufen, doch er hat mich ignoriert, die Türen geknallt und ist losgefahren.

    Die Geschichte hat mich ewig verfolgt, bis heute noch, weil ich nicht weiß, ob ich richtig gehandelt habe. Hätte ich mehr tun müssen? Weniger? Was für ein Typ von Vater ist das? Gehts den Kindern grundsätzlich überhaupt gut?

    Hach, schwierig. Im Zweifel lieber zu viel als zu wenig tun. Es geht schließlich um Kinder, die sich selbst nicht schützen können und auf den Mut von uns Erwachsenen angewiesen sind.

    Liebe Grüße
    Krista

    1. Liebe Krista,

      da hast du aber auch eine krasse Geschichte erlebt und ich finde du hast richtig gehandelt.

      Ich finde es wichtig, dass wir alle mehr aufeinander acht geben sollten und gerade wenn Menschen ganz offensichtlich unsere Hilfe brauchen, sollten wir eingreifen.
      Was wir leider nicht können: in jedes Leben einen kompletten Einblick erhalten und uns ein genaues Gesamtbild machen. DArum bleibt wohl immer ein fader Beigeschmack nach solchen Gegebenheiten zurück. Wir haben zwar etwas getan, aber wir wissen nicht, wie es weitergeht.

      Liebe Grüße, Miriam

  5. Das hast Du schon richtig gemacht – ich hätte auch nicht anders gehandelt. Der Junge war hilflos, fühlte sich verlassen und Du hast ihn aufgefangen, bis sein Vater wieder kam. Ich kann mir vorstellen, dass der Junge vielleicht gebockt hat und der Vater die Geduld verlor und deswegen alleine losmarschierte. Ich kenne solche Situationen, aber wäre bei meiner Tochter nie auf die Idee gekommen, sie tatsächlich alleine zu lassen, sondern wie eine vorherige Kommentatorin sagte, langsam voraus gegangen, damit sie die Möglichkeit hat zu folgen.

    Wir haben auch schonmal einen Erstklässler, der im Winter abends um fünf im Dunkeln durch die Straßen irrte, nachhause begleitet, weil mir einfach nicht wohl dabei war, ein Kind in dem Alter alleine und trotzdem so vertrauensselig durch die Innenstadt gehen zu lassen – auch wenn’s nicht meines ist…

    Wenn jeder ein wenig mehr die Augen offen hält, dann dürfte die Welt ein Stück sicherer werden 🙂

    Liebe Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

  6. Hallo Miriam,
    ich hätt es genauso gemacht. Ich habe gelernt hin zu hören, was mein Bauchgefühl sagt.
    Klar ist es nicht „gefährlich“ für einen 7 Jährigen allein zu warten, zumal er sich ja in der Stadt offenbar auskennt.
    Ich würde jedoch keines von meinen Kindern stehen lassen und gehen- egal in welchem Alter. Auch ich habe den Trick dann gehe ich jetzt schon oft angewand. Gehe dann aber langsam vor und gebe ihnen die Möglichkeit die Sache zu überdenken- sie kommen dann immer doch mit 🙂 Ich empfinde das als grobe Verletzung das Kind- das sich offensichtlich fürchtet alleine stehen zu lassen.
    Du hast das super gemacht! Einmischen ist wichtig, Heute wird viel zu oft weggeschaut. Auch wen der Vater erst patzig reagiert hat hoffe ich dass ihn dein Verhalten anschließend doch noch mal hat nachdenken lassen.

    Liebe Grüße Sarah

  7. Urgs… es gibt ja auch ne Aufsichtspflicht! Ich hätte vielleicht die Telefonnummer der Mutter eingesteckt und sie rückwirkend informiert… ansonsten genauso wie du!! Immer aufs Bauchgefühl vertrauen ((()))

  8. Ich finde, Du hast völlig richtig gehandelt. Ich hätte genauso gehandelt. Selbst wenn der Junge „schon“ 7 Jahre alt ist, kann er mit der Situation nicht umgehen. Selbst im Straßenverkehr wäre er noch zu „jung“, sich zurecht zu finden (da gibt es genug Bewiesenes, ab wann ein Kind alleine in der Stadt/auf der Straße sich zurecht findet). Ich glaube, wäre der Vater nicht nach 15 min aufgetaucht, hätte ich die Polizei gerufen. Sowas macht man doch als Elternteil nicht. Wenn der Vater der Meinung ist, der Junge muss dann alleine bleiben, hätte er ihn auch daheim lassen können (wo auch viel passieren kann, der Junge aber in einem gewohnten Umfeld gewesen wäre). Unmöglich sowas 🙁

    LG Ivi

  9. Ich hätte genauso reagiert, dasselbe getan. Ich finde es nicht richtig vom Vater das zu tun. Wir Eltern haben kein Anrecht darauf, die Meinung, die Wünsche und das Befinden unserer Kinder komplett zu ignorieren, weil sie nicht in unseren Alltag passen. Aber das wird oft getan und meistens sogar ohne dass jemand darüber nachdenkt. Wir dürfen nicht wundern, wenn Kinder später als Jugendliche Erwachsene und Alte nicht respektieren, sie haben es ja nicht anders kennen gelernt. Sicher ist es anstrengend, aber Kinder haben ein Recht darauf respektiert zu werden und dass man auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nimmt, auch wenn sie den Erwachsenen nicht in den Kram passt und den Alltag verkompliziert. Der Alltag, unsere Lebenssituiation besonders in den Städten ist bei weitem nicht artgerecht und nimmt in der Regel keinerlei Rücksicht auf kindliche Bedürfnisse. Ein Kind, das das noch fühlt, noch fühlen kann ist noch nicht ganz abgestumpft und diese Feinfühligkeit sollte respektiert und unterstützt und nicht bestraft werden. Vielleicht wäre esMöglich gewesen, die Mailadresse des Vaters zu bekommen um in einen Dialog mit ihm zu kommen, direkt in der Situation würde er auf Ansprache wohl eher bockig verstockt reagiert haben. Wer ist hier also das unverständige Kind?
    Der Vater ist egoistisch und empathielos, wie anders nicht von einem Mann zu erwarten.

  10. Am letzen Woche erlebte ich annährendes und kann sagen, ich hätte genau so reagiert wie DU.
    Wir waren in Hamburg im TK Maxx, die Läden sind, für die, die sie nicht kennen sehr groß. Da stand ein kleiner Junge drei oder vier Jahre alt und weite bitterlich. Die Motte sah ihn sofort und machte uns auf ihn aufmerksam – sie wollte trösten.
    Ich nahm den jungen bei der Hand und ging sofort zur Kasse mit ihm wo auch sofort ein Aufruf gemacht wurde. Ein zweite nach einiger Wartezeit und dann auch ein dritter nach insgesamt über einer halben Stunde. Der Junge hatte Angst – wusste nicht wie ihm geschieht. Und ich war sauer. Richtig sauer, denn so lange kann es nicht dauern durch diesen Laden zu kommen um sein Kind wieder zu holen. Es waren Mutter und Vater mit ihm da und keine Geschwister. Wir warteten über eine halbe Stunde und ich konnte nicht umher dem kommenden Vater zu sagen wie lange wir warteten. Mein Mann sagte dann noch was zu ihm das man auf sein Kind aufpassen müsse, aber die Sprachbarriere lassen mich zweifeln ob er uns verstanden hatte – verstehen wollte. Natürlich kann ein Kind im Getummel mal kurz aus den Augen gelangen aber nach drei Aufrufen sollte ich mich mal angesprochen fühlen und mein Kind suchen. Aber dieser arme kleine Junge wurde dann auch noch ausgeschimpft – zumindest konnte mein Mann das verstehen und die Körpersprache sprach Bände…..

    Es tut mir in der Seele weh – daher denke ich hast Du komplett richtig gehandelt!!
    Liebste Grüße
    JesSi Ca

  11. Allein dadurch, dass du dich eingemischt hast, hast du dem Vater mit Sicherheit vor Augen geführt, dass er nicht kann, wie er gerade will und dass sein Knirps wertvoll ist!
    Danke für deine Zivilcourage!

  12. Hey…. Mein Mann sieht vieles lockerer als ich, in Bezug darauf, was die Kinder ausprobieren dürfen/sollen und was nicht. Ein Beispiel: Er klettert, auch mit Kids, für mich ein NoGo. Aber DAS hätte „selbst er“ nicht gemacht. Ein relativ kleines Kind lässt man nicht alleine! Ich hätte – Nieselregen hin oder her – keine 15min gewartet. Ein Spruch auf der mailbox der Mutter, vielleicht eine Notiz am Auto. Dann wäre ich nach Hause oder direkt zur Polizei, je nachdem, was näher dran ist. Menschen gibts…… *tststs*

  13. IMMER, IMMER EINMISCHEN und zwar lieber 1x zuviel als zuwenig!

    Es gibt so viele Psychos, welch ein Glück, dass DU dort vorbeigekommen bist!!!!
    Was denn, wenn ihn jemand ins Auto gezerrt hätte?
    Stell dir vor du wärst nicht bei ihm gebliebem und hättest am nächsten Tag in der Zeitung gelesen das dieses Kind vermisst wird?? Nee, lieber mit den Eltern anlegen und gleich mal mit Polizei und Jugendamt drohen. Sowas fällt doch sicher unter die Obhutspflicht, oder?
    http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/recht-a-z/22631/obhutspflicht

    Wie auch immer, das Verhalten dieses Vaters ist unmöglich und einfach verantwortungslos – das ist doch kein Hund, der irgendwo mal kurz warten kann.
    Was für eine schlimme, ätzende Erfahrung für diesen Jungen! Er ist seinem Vater scheißegal und wird einfach alleine gelassen, wenn er mal nicht spurt.

    Leider ist man in solchen Situationen ja ad-hoc immer zu perplex (ist ja auch unfassabar!) und ärgert sich hinterher, dass man das Gegenüber nicht einfach mal zur Sau gemacht hat.

    DU hast ALLES RICHTIG gemacht!!!

  14. Ich finde du hast sehr gut reagiert und auf keinen Fall überreagiert!
    Offensichtlich war das Kind in „Not“ und in dieser hast du es ernst genommen.. Ich hätte es vermutlich genauso wie du gemacht!
    Im Nachhinein gesehen hätte ein Anruf bei der Polizei vielleicht nicht geschadet, weil sich der Vater dieses Verhalten dann VIELLEICHT eher abgewöhnen würde – ich weiß Kinder können schwierig/anstrengend sein – aber nicht auszudenken was alles passieren hätte können 🙁

  15. Hallo zusammen,

    grundsätzlich finde ich es sehr sehr wichtig sich einzusetzen und sowohl die Geschichte mit dem 7-jährigen, als auch die Geschichte der beiden Kleinkinder im Auto fand ich schon sehr nahegehend.
    Umgekehrt ist mir aber auch schon eine doofe Situation passiert und ich glaube manchmal kann man als Eltern da auch reinrutschen, ohne das man es böse meint.

    Ich hatte mit Anfang 20 einen Aupair Job und musste mit 2 Mädels (9 und 11) was erledigen und die beiden haben sich im Auto gestritten und wollten plötzlich vor lauter Trotz nicht mit in den Supermarkt. Ich musste aber dringend einkaufen, weil ich das Essen für die Gastfamilie zubereiten sollte. Also beschloss ich kurz alleine in den Laden zu gehen.
    Also ich zurück kam (ca. 10 min – ich hatte mich beeilt) – stand ein Polizist (das war in den USA) vor dem Auto und gab mir einen mächtigen Anschiss, das man keine Kinder im Auto lassen dürfte. In den USA ist es gesetzlich VERBOTEN. Ich wusste es nicht und hatte mir bei den beiden Mädels auch nichts gedacht, weil ich sie alt genug fand und sie hatten mega rumgezickt.. Ich bin im Erdboden versunken und die beiden haben es natürlich auch den Gasteltern erzählt. Die haben mir zum Glück geglaubt, das ich es nicht böse meinte.

    Aber wenn man ehrlich ist, ist so ein Gesetz absolut sinnvoll und ich fände es gut, wenn es hier auch gelten würde.

  16. ich finde auch, dass du richtig reagiert hast! Ich hätte ebenfalls gewartet und versucht, die Mutter zu erreichen. Nach 10min hätte ich dann die Polizei benachrichtigt. Ich finde, 7 ist noch kein Alter, ein Kind alleine stehen zu lassen! Gerade wo man so oft von entführten Kindern genau in diesem Alter liest! Meine Tochter wird im Herbst 6 und kommt in die Schule. Mir würde nie einfallen, sie irgendwo allein stehen zu lassen nur weil sie irgendwo hin nicht mit will.
    Du hast alles richtig gemacht!

  17. Also,ich war neulich in einer ähnlichen Situation.Bei mir weinte der 6jährige fremde Junge vorm Fenster an der Bushaltestelle,als ich fragen ging,stellte sich heraus,dass er von jemandem abgeholt werden sollte-diese Person tauchte aber nicht auf,in seinem Ranzen fand ich die Telefonnummer seiner Eltern,diese rief ich an,und erfuhr,dass seine Patentante ihn in den Hort,eine Straße weiter bringen sollte,und seine Mutter fragte auch,ob es nicht möglich sei,dass er das allein hinbekommt.Das wollte ich dem aufgelösten Kind nicht auch noch antun,also habe ich ihn gebracht…. Du hast also absolut richtig gehandelt in meinen Augen. Obwohl ich ganz klar sagen muss,dass nicht jedes Kind,in demselben Alter gleich tickt,einige können bestimmt schon eine Weile allein bleiben-ich finds wichtig,das Eltern genau hinschauen und schauen,was man ihrem Kind zumuten kann,und was nicht-am Alter lässt sich sowas nicht festmachen.

  18. Puh, ich kann mich garnicht in die Situation hinein versetzen. Vielleicht, weil mein Kind erst 3 ist, vielleicht weil wir mitten in London wohnen. Da würde ich mich ehrlich gesagt nie trauen, mein Kind allein irgendwo stehen zu lassen. egal wie dringend ich irgendwo hin müsste.
    Ich hätte sicher genau so reagiert wie Du.

  19. Du hast alles richtig gemacht. Ich hatte mal eine ähnliche Situation, direkt in unserem Garten. Da saß ein fremder Junge in unserem Sandkasten (2 J.). Ich dachte es wäre Besuch unser Nachbarin. Zwei Stunden spielte er da allein, bis meine Nachbarin mich fragte, ob das unser Besuch sei. Ahhhh. Sie wusste wo er wohnt und hat ihn dann nach 3 Stunden heimgebracht. Niemand hatte ihn vermisst. Mittlerweile hat sich rausgestellt, dass die Mutter (Anwältin) ihr Kind immer der dementen Oma anvertraute. Und die schien ihren Enkel ab und an zu vergessen. Ist zum Glück nicht mehr passiert. Aber da ist man echt hin und her gerissen, wie man sich einmischen soll. Ich hab mir geschworen, das nächste Mal zumindest das Gespräch mit den Eltern zu suchen.

    Liebe Grüße
    Marsha

    1. Liebe Marsha und an alle anderen Kommentatoren,

      vielen Dank für euren Zuspruch und ich bin ganz geflasht davon, dass dieser Thema soviel Aufmerksamkeit bekommt. Ich denke unserer Gesellschaft tut ein wenig mehr Miteinander und Aufeinander achten sehr gut!

      In diesem Sinne wünsche ich allen ein tolles Wochenende und einen guten Start in die neue Woche

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