Nicht nur Tage vollkommenen Glücks

Es gibt sie, diese Tage: die fangen schon müde an, weil man nachts nicht schlafen konnte und es zieht sich einfach nur hin. Unwohlig und unzufrieden. Ist das dieser Montag von dem alle Reden?

Ich möchte an erster Stelle erwähnen: ich liebe Montage. Ja, es ist so und ich werde sicherlich noch mal einen ‚I Love Monday‘-Post schreiben. Aber nicht heute. Heute Abend möchte ich diesen Tag einfach nur abschütteln und abstreifen und ihn am liebsten auf den Mond katapultieren.

Eigentlich bin ich ja immer positiv eingestellt und ich freue mich auf den Tag und auf die Aufgaben. Ja, jeder Tag ist ein Geschenk und man sollte sich glücklich schätzen ihn erleben zu dürfen. Aber da gibt es dann diese Dinge. Eine durchwachte Nacht, den Infekt in den Knochen, Hektik am Morgen, Ärger mit der Sekretärin an der Uni, ein rumzickendes Auto und viele tausend Kleinigkeiten, die den Tag nicht versüßen. Es ist eher so ein Rosenkohltag.Bitterer, fieser Rosenkohl. Ein Tag, der so gar nicht vollkommen perfekt sein mag.

Ich erwähnte schon die Müdigkeit, die wie Blei in den Knochen steckt? Die zig Flüchtigkeitsfehler? Die schlechtgelaunten Mitmenschen? Die quälende Frage, wie man dann bald den Alltag organisieren soll, wenn die Elternzeit rum ist?

All das mag ich nicht. Nein, ich mag dann in mein Bettchen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Solange, bis alles wieder gut ist und ich mich wieder woanders hin wünsche.

Das Leben ist nicht nur wunderschön und perfekt und einfach. Aber mir geht es nicht schlecht. Uns geht es nicht schlecht. Wir haben keine existentiellen Sorgen – es ist nur ein Unwohlsein. Und darum steige ich zwar müde, zerknautscht und mit dicken Kopfschmerzen aus der S-Bahn, aber …noch 400 Schritte. Dann bin ich Zuhause.

Ich werde klingeln und oben krabbelt schon ein kleines Baby auf mich zu und sagt“Maammmaaaap“, und wird über beide Öhrchen grinsen.

Noch 300 Schritte. Dann bin ich zuhause.
Der Papa wird mir die Jacke abnehmen und mir einen Kuss geben. In der Wohnung riecht es schon nach frischem Essen.

Noch 200 Schritte und ich kann meine Jogginghose anziehen und die kuschligen Schluppen. Die Raupe wird versuchen den Schuh zu essen und mir durch das Gesicht zu schlecken. Und fürchterlich lachen. Das Herzschmelzlachen!

Noch 100 Schritte. Mein Herz wird leicht und der Kopf entspannt sich. Alles nicht so schlimm.

Zuhause bei der Familie, in der Ruhe, im Geborgenen. Und vielleicht ist dieser Tag doch: vollkommen perfekt.

Ahoi!

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