Ich, die Teilzeit-Mutti

Ab dem 1.3 werde ich in Teilzeit arbeiten gehen. So richtig wohl ist mir dabei ja nicht, denn es kommt mir so vor, als würde ich damit in die Mutti-Teilzeitfalle rutschen.

Die negativen Assoziationen überwiegen. Aber warum eigentlich?

Vergangene Woche habe ich die Vertragsänderung für meinen Job erhalten. Ab März werde ich dann anstatt 38 auf 30 Wochenstunden reduzieren. Das entspricht dann fast 80 % – genau genommen: 78,9 %.

MIt dieser Art der Teilzeitregelung bin ich nicht alleine: rund 70 % der  Frauen in Deutschland sind erwerbstätig. Knapp die Hälfte (45,6%) davon in Teilzeit. Wiederum 50 % von diesen Frauen arbeiten in Teilzeit, weil sie Kinder oder Familienangehörige betreuen.

 

 Ist die Vereinbarkeit eine Lüge?

Ob und wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie überhaupt zu bewerkstelligen ist ein wichtiges Thema unserer Zeit. Wege und Lösungen werden auf allen Ebenen diskutiert, denn in Zuge des demographischen Wandels und der näherrückenden Problematik des Fachkräftemangels, kann es sich die Politik und die Wirtschaft sich nicht leisten die Frauen nur an Heim&Herd oder nur an „die Karriere“ zu verlieren.

Der harte Kampf um das Humankapital und Womanpower ist bereits in vollem Gange.

Fakt ist: wirklich adäquate Lösungen wurden bisher noch nicht gefunden!

 

Berufseinstieg 3.0

Ich bin bei meinem dritten Wiedereinstieg in den gleichen Job. Nach meinem Berufseinstieg nach meiner Ausbildung, dem Wiedereinstieg als Werksstudentin kam nun der Wiedereinstieg als berufstätige Mutter.

Rückblick: Im Oktober, als die kleine Raupe gerade mal 10 Monate alt war, gab es bei uns einen Schichtwechsel. Ich bin Vollzeit in meinen Beruf zurück und der Papa ist nun in Elternzeit. Soweit so gut. Ursprünglich war der Plan zwar ein anderer…das ist nun aber ein Fall von ‚Hätte, hätte, Fahrradkette‘. Ist jetzt halt eben anders – auch gut. 

Zum Glück haben wir auch zum 1. Geburtstag einen Krippenplatz bekommen. Damit war eigentlich alles in trockenen Tüchern. Nur meine Arbeitszeiten bis 16.30 h plus mindestens eine Stunde pro Arbeitsweg und die Betreuungszeiten bis 16.30/17 h waren noch nicht ganz kompatibel zu einander. Was also tun? Die Lösung war von Anfang an…

 

…Stunden runter!

Bereits bei der Vorbesprechung habe ich meinem Chef darauf angesprochen, dass wir zwar einen Ganztagesplatz haben, wir aber trotzdem in einer zeitlichen Zwickmühle stecken und ich dann, wenn die Elternzeit für den Mann endet, meine Stunden reduzieren müsste. Er reagierte eher positiv.

Die Reaktionen auf meinen Vorschlag waren sehr unterschiedlich. 

Mein Chef hat bereits in Vorfeld der Vertragsunterzeichnung sehr zuvorkommend und positiv reagiert (positiver Gedanke: wow, familienfreundlich und flexibel! yeah!) und direkt eine studentische Hilfskraft gesucht, die meinen Arbeitsausfall kompensieren soll (negativer Gedanke: meine Arbeit kann also auch von einer ungelernten Aushilfe gemacht werden 🙁 )

Mein Kollege kommentierte die Neuigkeit nur mit: aha, dann sind wir bald ein Teilzeit-Labor. Wer macht dann die ganze Arbeit?

Und der Mann sagte beim Abendessen nur ganz flapsig: „dann sind wir ja bald wie eine richtige, spießige Familie: ich arbeite Vollzeit und Mama kümmert sich nachmittags ums Kind!“

Humpfl…

Der fade Beigeschmack

Eventuell hätten es auch drei oder fünf Stunden weniger getan. Nun habe ich mich aber ganz bewusst für 30 Stunden entschieden. Ich sehe meine Tochter dann eh schon nur abends und es muss nur mal ein Stau auf dem Nachhauseweg sein oder die S-Bahn ausfallen und schon bin ich zu spät. Und dieses Szenario im Straßenverkehr ist eigentlich an der Tagesordnung.

Und ganz ehrlich? Ich will nicht immer die letzte, abgehetzte Irre sein, die ihre Tochter völlig verschwitzt und abgenervt von der KiTa abholt!

 

Das Beste für alle….nur nicht für die Karriere!

Ich will das Beste für mein Kind: tolle KiTa, perfekt verlaufende Eingewöhnung, noch ein wenig Familienzeit, zufrieden, vor allem gesund!

Ich will das Beste für uns Eltern: einen Alltag ohne Dauerstress und schlechtes Gewissen, ein Leben, dass nicht gerade finanziell am Limit läuft

Ich will das Beste auf der Arbeit: mich in die Projekte einbringen, die mir wichtig sind und gute, qualitativ hochwertige Arbeit abliefern.

 

Und doch habe ich das Gefühl mich permanent rechtfertigen zu müssen.

Ist es also doch alles nur eine Lüge mit der Vereinbarkeit?

 

Was sind eure Erfahrungen mit Teilzeit-Arbeit? Chance oder eher ein weiteres Problem? Wie reagieren die Kollegen? 

Ahoi!

24 Gedanken zu „Ich, die Teilzeit-Mutti“

  1. Du hast aber einen unsympathischen Kollegen! Auf solche Kommentare kann man doch echt verzichten. Wenn dein Chef jemanden für die wegfallenden Stunden engagiert, braucht das Kollegenschwein doch keine Angst vor mehr Arbeit zu haben, scheint mir. Ts!
    Ich arbeite auch 30 Stunden, schon vor der Elternzeit habe ich Teilzeit (32 Stunden) gearbeitet, einfach, weil Teilzeit hier in Holland nicht nur was für Mütter ist. Weil ich nach der Elternzeit (12 Wochen Mutterschutz plus 2 Monate unbezahlt zuhause, mehr ist hierzulande ja nicht drin) gemerkt habe, dass es mir so wegen der Fahrtzeiten vor allem abends zu stressig ist, habe ich dann 2 Stunden abgegeben. Ich bin heilfroh, dass die Kitas hier nicht um 16 Uhr schließen! (Dafür sind sie allerdings auch teurer.) Und in den Schulferien sind sie auch geöffnet, nur an den offiziellen Feiertagen sind sie geschlossen.
    Bei meiner Arbeit ist Teilzeit sowieso kein Problem, ich arbeite als Übersetzerin in Festanstellung und mein Büro arbeitet eh regelmäßig mit freiberuflichen Mitarbeitern zusammen. Wenn ich meinen freien Tag habe oder sonstwie verhindert bin, springt halt einer von denen ein. Ideal. Karrieremachen ist zwar nicht drin, aber das wäre es auch mit einer Vollzeitstelle nicht.
    Meine 12 Kollegen sind fast alle kinderlos, aber da ich die einzige Deutschübersetzerin bei uns bin und schon Teilzeit gearbeitet habe, bevor ich Mutter wurde, kamen da auch keine dummen Sprüche.
    Ich hoffe, dein „netter“ Kollege hört bald wieder auf zu maulen, und wünsche dir einen guten Wiedereinstieg als working mom! Ich finde: Teilzeit ist toll!
    Lieben Gruß aus Holland,
    Kristine

    1. Liebe Kristine,

      danke für deine netten Worte! Bei meiner Recherche habe ich gelesen, dass es in den Niederlanden das Teilzeitmodell wesentlich verbreiteter ist, als in Deutschland. Wie in vielen anderen Dingen auch, scheinen unsere Nachbarn einen flexibleren Umgang mit der Arbeitszeit zu haben.
      Ich muss zugeben, dass ich früher auch schon mal darüber nachgedacht habe meine Stunden zu reduzieren (damals noch mit Abendstudium bzw Fernstudium), mich aber nicht überwinden konnte mir diesen Luxus ‚grundlos‘ (also ohne Kind) zu gönnen. Sehr blöd eigentlich, denn finanziell hätte es wohl keinen großen Unterschied gemacht.

      Ich finde es total klasse, wenn die Möglichkeit besteht auch im Home Office zu arbeiten. Da bin ich immer ein wenig neidisch, weil das ja für mich überhaupt gar nicht in Frage kommen kann! Darum gibt es hier an dieser Stelle ein wenig Neid!

      Ich muss noch ganz kurz sagen, der Kollege ist eigentlich ein ganz netter!

      Ich schicke mal liebe Grüße über die Grenze und wünsche einen ganz tollen Start ins Wochenende!

  2. Huhu,

    ich kenne deine Situation nur zu gut. Ich arbeite „nur“ 50% im Nachtdienst.
    Bevor meine Elternzeit endete habe ich mich in anderen Betrieben beworben, da ich neue Herausforderungen gesucht hab. Beide Betriebe hätten mir die Stelle gegeben, doch ich musste ablehnen, da die Zeiten nicht mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren waren. Gleiches Problem: Kitazeiten sind von 7:30 bis 16:30. In dem ersten Betrieb hätte ich von 7:30 bis 16h arbeiten müssen (+ Überstunden und Fahrtweg) und mehrmals im Monat 24h Bereitschaften machen müssen. Im zweiten Betrieb hätte ich nur Nacht- und Frühdienste arbeiten können, da keiner die Kinder holen kann, wenn ich Spätdienst hätte (mein Mann arbeitet von 8:00 bis 16:30 (+ Überstunden und Fahrtweg). Aber beide Betriebe waren nicht bereit die Dienste und Dienstzeiten auf eine Mutter abzustimmen, mit der Begründung, dass ja dann alle Extrawürste haben wollen.
    Der Chef im zweiten Betrieb sagte sogar zu mir, dass man sich entweder für Karriere oder Familie entscheiden muss und wenn man sich für die Karriere entscheidet, dann auch 100%. Wohlbemerkt, stand in der Stellenanzeige, dass sie ein Familienfreundliches Unternehmen sind und das bestmögliche tun um Familie und Beruf zu vereinbaren.
    Ich bleibe jetzt im Nachtdienst in meinem alten Betrieb. Die Vorteile überwiegen einfach. Auch im Weitblick, wenn die Kinder mal zur Schule gehen, möchte ich da sein um mit ihnen zu lernen, etc.

    Viele Grüße
    Anja von Kuddelmuddel
    (http://www.familiewitz.de)

    1. Hallo Anja,

      deine Erfahrungen sind ja ziemlich übel. Gerade von ‚familienfreundlichen‘ Unternehmen erwartet man ja doch etwas anderes. Leider stellt ja so ein arbeitendes Elternteil immer das Risiko da, spontan mal auszufallen. Da müsste man sich ja als Arbeitgeber eine Personaldecke zulegen, die so was auffangen könnte…

      Hoffentlich bleibt deine Stelle in deinem alten Betrieb erhalten. Ich stelle mir das nur fürchterlich anstrengend vor tagsüber für die Kinder da zu sein und dann zur Nachtschicht zu müssen. Wie machst du das?

      Liebe Grüße,

      Miriam

  3. Jep, ist eine Lüge 😉 vor allem wenn man so ein kleines Kind hat… das nicht pflegeleicht ist… und hey, tiefsten Respekt dass du so lang Vollzeit gepackt hast! Es ist keine Schande, für sein Kind dasein zu wollen (genauso wenig wenn man arbeiten will darum gehts aber grade nicht) was hat das nie Spieß zu tun? Dann bin ich die Obergluckenmama denn ich hab oft Rotz und Wasser geheult wegen meinen 15 Wochenstunden und meinem plärrenden Kind das mich nicht gehen lassen wollte und den Rest des Tages nur geklammert hat. Spaß ist was anderes. Ich wünsch euch alles Gute, hoffentlich ist das Modell für euch tauglich! Und die Karriere wird sicher nicht darunter leiden 😉 Es ist ja auch eine absehbare Zeit!

    Liebe Grüße, Frida

    1. Hallo Frida!

      Ich habe ja das Glück, dass der Papa hier so gut übernehmen kann. Mit 10 Monaten hätte das mit der Fremdbetreuung nicht funktioniert und wäre womöglich in der schlimmsten Katastrophe geendet. Mit unserer KiTa haben wir jetzt auch so ein Glück, dass die total gern dort ist und auch die Erzieherinnen (9Kinder, drei Erzieherinnen + Azubi) absolut Weltklasse sind.

      Mit Spießer meinte ich eigentlich eher das ‚Zuverdienermodell (Papa Vollzeit, Mama ‚verdient Teilzeit was dazu‘ -*würg*). Das ist halt so das klassische Spießermodell – made in Germany. Es hat absolute Vorteile (mehr Zeit mit dem Kind, mehr Geld als nur bei einem Verdiener, mal rauskommen), nur diese Formulierung lässt mich innerlich rebellieren!

      Wenn es nicht geht, weil es nun einfach nicht geht…dann sollte man mit bestem Gewissen eine Oberglucke sein 🙂

      Liebe Grüße und hoffentlich bis Samstag!

  4. Ich habe nach meinem Studium zuerst freiberuflich und dann für kurze Zeit in Teilzeit gearbeitet. Ich hatte damals eine 75%-Stelle (=28h) und war schon ohne Kind damit voll happy. Hatte das Gefühl, dass hier die sogenannte Work-Life-Balance für mich am besten gewesen ist. Mein Privatleben hat nicht nur nicht gelitten, sondern ich konnte es damals (noch ohne Kind) sehr flexibel und frei gestalten. Zugleich konnte ich mich in den 28h beruflich gut weiterentwickeln und leider so gut, dass ich den Rest meiner Vertragslaufzeit sogar auf 100% hoch „musste“. Finanziell sah es bei den 75% auch sehr gut aus, jedenfalls hat das Mehr an Verdient später dann das Weniger an Freizeit nicht so recht ausgeglichen. Seit Dezember 2013 bin ich ja nun stolze Mama einer wunderbaren Terrorpüppi und noch bin ich in der sehr komfortablen Position, frei über meine Arbeitszeit bestimmen zu können, da ich mich über ein Stipendium finanziere. Allerdings wird auch dieses zu Ende gehen und da das Ziel des Stipendiums (=Abgabe der Doktorarbeit) quasi fix ist, hab ich mit Doktorarbeit und Kind auch einen echten Vollzeitjob. Ich bin schon jetzt gespannt, wie es dann ab etwa April 2016 aussehen wird, denn da will/ muss ich wieder in den Job – und zwar nicht mal zurück, sondern überhaupt erst richtig anfangen, denn in die Wissenschaft im engeren Sinne will ich ja nicht zurück.
    Was ich mich nun frage ist: Warum wird die Frage der Vereinbarkeit nur dann positiv bejaht, wenn ein Vollzeitberuf mit der Familie erfolgreich unter einen Hut gebracht werden kann? Sollte man nicht viel mehr dann von erfolgreicher Vereinbarkeit sprechen, wenn die gewünschte Zahl an Arbeitsstunden mit der Familie vereinbar sind? Ich weiß noch nicht, ob ich in Vollzeit oder in Teilzeit dann (zurück)komme, wird sicherlich auch von der beruflichen Situation des Terrorpüppi-Papas abhängen, aber eines ist für mich klar, allein meine Aufgabe wird die Sache mit der Vereinbarkeit nicht sein. Ein Arbeitgeber, der sich als familienfreundlich präsentiert und dann die Vereinbarkeit als allein meine Aufgabe definiert, hat beispielsweise ganz offenbar was nicht verstanden und wird mein Arbeitgeber dann wohl nicht sein. Denn wer von mir volle Leistung, Engagement und auch Flexibilität will, der sollte mir das ebenso bieten können.

    Lieben Gruß
    Jessi – alias die Mama der Terrorpüppi

    1. Hallo Jessi!

      Danke für deine Worte und wieder mal ein Beispiel, dass es eigentlich darum geht, seine Lebenszeit für sich sinnvoll zu nutzen und zufrieden zu sein. Natürlich immer mit dem Hintergrund, dass man einigermaßen finanziell über die Runden kommt. Ich denke du hast ein ziemlich gutes Gespür für deine Work-Life-Balance 🙂

      Ich bin übrigens auch deiner Meinung, dass ganz viel vom Arbeitgeber abhängt: er möchte mich und mein Know-How, also biete mir eine Arbeitssituation mit der ich gut Leben kann. Leider sind viele Arbeitgeber heute noch der Meinung, man könnte jeden anlernen, der sich bewirbt. Dem ist ja nicht so.

      Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Doktorarbeit (welches Thema/Fach?) und hoffe mal den einen oder anderen Bericht zu hören, wie es denn bei dir/euch weitergeht!

      Liebe Grüße,Miriam

  5. Kennst du das Pareto Optimum? Es ist der Zustand, bei dem durch die Verbesserung eines Parameters ein anderer nicht schlechter gestellt wird. Das bedeutet, allen geht es gleich gut bzw. schlecht. Es ist der Inbegriff des Kompromisses. Und nichts anderes bedeutet Vereinbarkeit.
    Wenn der Tag nur 24 Stunden hat und wir nicht alles gleichzeitig tun können, weil uns ungefähr 20 Arme und drei Klone dazu fehlen, dann können wir nur Kompromisse eingehen. In der Natur des Kompromisses liegt es, dass die beteiligten Parteien dafür Abstriche machen müssen.
    Also Nein, Vereinbarkeit im Sinne, von alle kriegen, was sie wollen gibt es nicht. Gab es nie und wird es nie geben. Früher war der Kompromiss: Papa arbeitet und hat nix von der Familie dafür hat Mama außer Familie nix anderes mehr. Heute hat jeder von allem ein bisschen und nix ganz.

    Ja, wenn Frauen in Teilzeit arbeiten erfüllt das so ziemlich jedes erdenkliche Klischee, gleich nach Mami am Herd. Und? Ist doch egal! Ihr macht euer Ding. Wenn dieser Kompromiss der ist, der für euch funktioniert, go for it!

    Meine Erfahrung ist, wenn Leute dich für dein Leben kritisieren, sagt das meist mehr über sie als über dich aus.

    Liebste Grüße,
    Luisa 😉

    1. Liebe Luisa,

      so einen Klon hätte ich schon ganz gerne mal zwischendurch 🙂 hachz..

      Nein, im ernst. Ich weiß, was du meinst und Vereinbarkeit kann nur durch Kompromisse entstehen – von allen Seiten. Mein Problem- und wie ich jetzt gehört habe, ist es das Problem vieler Frauen- ist eben diese Akzeptanz. Ich MUSS nicht alles gleichzeitig können müssen. Niemand verlangt das, ausser der falsche Anspruch an sich selbst.

      Ich arbeite daran, dass der Leistungsgedanke nicht in die falsche Richtung abdriftet.

      Liebe Grüße !

      Koffer schon gepackt??

  6. Ich sehe die ganze Sache so ähnlich wie Jessi. Vereinbarkeit ist dann gelungen, wenn alle Familienmitglieder mit der Verteilung der Arbeits- und Kinderbetreuungsstunden im Großen und Ganzen zufrieden sind. Setzt natürlich voraus, dass es finanziell so hinhaut, dass man gut überleben kann (ich glaube nicht, dass man mit kleinen Kindern viel ansparen kann oder auf Kosten der Kinderzeit mehr arbeiten sollte, um ansparen zu können).
    Bei uns sieht das so aus: Ich arbeite 20 Std, mein Mann 28 Std., beide auf 4 Tage verteilt, wir haben an unterschiedlichen Tagen frei, damit jeder mal etwas Zeit für sich hat (sehr wichtig!). Die Kinder sind von 8:15 bis 15:30 in der Kita, ich hole sie ab und verbringe den Nachmittag bis ca. 18 Uhr mit ihnen. Morgens und abends sind wir alle zusammen. Dies ist im Moment die beste Lösung für alle. Mein Mann hat nach der Elternzeit Arbeitsstunden reduziert, da wir keinerlei Familie hier haben und Krankheiten, Schließzeiten etc. selbst abdecken müssen. Ich habe eine Stundenaufstockung wohlweislich abgelehnt. Wie bei Jessi würde das Mehr an Geld nicht das Weniger an Zeit bzw. Mehr an Stress aufwiegen. Ich habe allerdings auch vor den Kindern schon Teilzeit gearbeitet, zwischen 25 und 32 Std., somit war der Sprung nicht ganz so groß. Ich glaube, man muss die eigenen Ansprüche einfach herunterschrauben und vor allem auf die Gesundheit und die eigenen Kraftreserven aufpassen. Die Prioritäten sind einfach anders mit kleinen Kindern, und wenn es finanziell geht, ist das doch optimal. Mein Arbeitgeber ist zum Glück sehr entgegenkommend und ich habe auch andere KollegInnen mit Kindern, die Teilzeit arbeiten. Beruflich durchstarten kann man natürlich mit 20 Std nicht, aber ganz ehrlich, ich persönlich will das mit 2 kleinen Kindern auch gar nicht. Ich bin total zufrieden mit meiner Arbeit und der Kinderzeit und dankbar über meinen freien Tag, den ich für kein Geld der Welt hergeben würde;)
    Liebe Grüße und guten Teilzeitstart!

    1. Danke dir! Euer Konzept hört sich so gut geplant und durchdacht an, da wird man direkt neidisch 🙂 So ein freier Tag hätte schon was!

      Wir werden einfach mal sehen, wo uns unser Weg hinführt.

      Liebe Grüße ,

      Miriam

  7. Hey, endlich mal jemand der die gleichen Gefühle hat wie ich! Danke für den guten Text! Ich arbeite ca.24 Std die Woche und ab und zu am We…ich habe das Gefühl, egal wie und was ich mache, es ist immer kacke! Arbeitet man weniger, hat man mehr Zeit fürs Kinder aber weniger Geld und unter Umständen ZU wenig Geld. Das kann man dann wieder umdrehen usw. usw.
    Ich hasse diesen Teufelskreis und manchmal wünschte ich, dass wenigstens mal alle anderen ihre Klappe darüber halten, was richtig und was falsch ist, wenn man sich als Familie für ein „Modell“ entscheidet…
    LG

    1. Liebe Laura,

      du machst es schon ganz richtig. Lass dich nicht von ‚tollen Ratschlägen‘ und blöden Fragen verunsichern. Du tust als Elternteil schließlich alles was in deiner Macht steht, um alle Bedürfnissen gerecht zu werden (und dazu gehört auch leider das Zahlen von Rechnungen 🙁 )

      Das blöde ist nur, man weiß es und fühlt sich trotzdem komisch/ mies dabei…. wie gesagt, ich arbeite an meiner Einstellung!

      Liebe Grüße,

      Miriam

  8. Hallo, und willkommen im Club! Nach 2 Monaten als Teilzeitmutter wage ich zu behaupten: Vereinbarkeit klappt nicht. Jedenfalls nicht mit Vollzeitjob wenn man gleichzeitig auch noch viel Zeit mir Kind und eventuell sogar Mann verbringen will und keine private Kammerzofe eingestellt hat. Bestenfalls kann man die 2 Welten Familie und Beruf irgendwie nebeneinander herlaufen lassen aber nicht gleichberechtigt. Etwas oder jemand kommt immer zu kurz. Trotzdem möchte ich meinen Job (28h Woche) nicht aufgeben. Mir macht halt beides Spaß aber Priorität hat bei mir die Familie. Alles Gute für dich!

    1. Liebe Teilzeitmutter,

      vielen Dank für deine Erfahrungen. Ich werde mich wohl auch davon verabschieden müssen, dass alles gleichzeitig klappt. Aber in Endeffekt ist die Zeit mit der Familie immer auf Nr.1!

      Liebe Grüße

  9. Vereinbarkeit… Manchmal quillt einem dieses Thema schon aus den Ohren heraus. Ich gebe dir völlig recht, was uns Frauen oft fehlt, ist die Akzeptanz unserer Mitmenschen. Man sollte meinen, dass es eine Möglichkeit gibt, die nicht kritisiert wird – aber NEIN, sie gibt es nicht. Wie man’s auch macht, ist es falsch. Mama und…
    …Vollzeitjob: Waaas?! Du vernachlässigst deine Familie!!! Wozu hast du überhaupt Kinder bekommen.
    …Teilzeitjob: da kannst du aber auch nichts ‚vernünftig‘ machen. Wer braucht das?
    … bleibst zu Hause: Kassierst du auch noch die ‚Herdprämie‘? Also echt, wir leben nicht mehr in den 50-er Jahren!

    Ich muss zugeben, dieses Thema ärgert mich sehr. Am meisten fehlt mir die Unterstützung unter den Frauen – so ein bisschen Loyalität… Und zwar unabhängig davon, für welches Modell sich die Frau&ihre Familie entscheiden.

    Danke für deinen Beitrag 🙂

  10. Hallo! Vor meiner Elternzeit hatte ich eine leitende Funktion. Die hat dann ein Mitarbeiter vertretungsweise übernommen. Ich bin nach elf Monaten wieder mit 60 Prozent eingestiegen. Meine Position habe ich nie wieder zurückbekommen. Ich habe es schon verstanden, dass man mit 25 Wochenstunden keine Redaktion leiten kann. Trotzdem hätte ich mir wenigstens ein Gespräch gewünscht. Ich habe dann zwei Jahre lang drei volle Tage als Redakteurin gearbeitet und hatte immer ein schlechtes Gewissen. Auch wenn niemand etwas gesagt hat, war ich als einzige Mutter in einem jungen Team die einzige, die keine Spätdienste machen konnte und auch nur selten am Wochenende gearbeitet hat. Überstunden gab es natürlich trotzdem, so dass ich abends oft erst um sieben zu Hause war. Es war eine ambivalente Zeit, weil ich einerseits meinen Job und auch die Verantwortung geliebt habe, andererseits für meine Tochter da sein wollte. Am Ende hatte ich das Gefühl ständig 150 Prozent zu geben und mich selbst dabei zu verlieren. Ich musste etwas ändern, habe mich für die Familie entschieden und nach sieben Jahren Festanstellung gekündigt. Heute bin ich selbständig und viel flexibler, verdiene aber natürlich auch weniger. Bereut habe ich den Schritt bisher nicht. Liebe Grüße!

    1. Ich hoffe doch, dass du denen bei der Kündigung deine Meinung gegeigt hast? 😉

      Mal im Ernst, ich habe eine Freundin, die jetzt nach rund 2,5 Jahren mit 30 Std./Woche in ihre alte Position als Projektmanagerin einsteigt. Sie wurde auch von einem Kollegen vertreten, den es nun gar nicht so gefällt, den Stuhl zu räumen… So einfach war das aber nicht, hätte sie nicht gefragt und drauf bestanden, wie besprochen in ihre alte Position zurückzukehren, dann hätten sie es ‚auch vergessen‘ – so ihre Chefin.

      Ich bin wirklich gespannt, wie sich das bei ihr entwickelt. Sie ist ziemlich taff und trotzdem bangt sie, wie es mit dem Job und zwei Kleinkindern klappt… Die Wahl noch etwas länger zu Hause zu bleiben, hatte sie leider nicht…

  11. Hallo!

    Ganz ehrlich: Lass dich von den Kommentaren der anderen auf keinen Fall verunsichern. Heutzutage hat man es als Mutter nicht mehr leicht, man muss so vielen Rollen gerecht werden: Mutter, Ehefrau, Hausfrau, Karrierefrau – und wo bleibt da noch Zeit für einen selbst?
    Ich war auch so wie du: Wollte jedem alles recht machen, gute Arbeit abliefern und in allen meinen „Rollen“ perfekt sein. Mittlerweile bin ich aber von diesem Ziel abgekommen. Ich arbeite „nur“ mehr 20 Stunden und konzentriere mich zurzeit mehr auf Kind, Familie, Haushalt – und natürlich auch auf mich. Zum Beispiel habe ich wieder angefangen, Gitarre zu spielen und treffe wöchentlich mit Freundinnen, die Kinder im selben Alter wie ich haben. Warum sollte man nicht auch als Frau etwas egoistisch sein dürfen und was für das eigene Wohlbefinden tun? Falls sich jemand deswegen aufregen möchte, gerne – Hauptsache mir, meiner Familie geht´s gut und auf der Arbeit läuft alles rund. 😉

  12. Ich kann weder zu Teilzeitrückkehr noch Vollzeitrückkehr etwas sagen, weil unsere Kita Schliesszeiten so wenig auf Eltern im Schichtdienst (mein Mann und ich arbeiten beide in verschiedenen Branchen im Schichtdienst) eingehen kann. Mein Chef kann mir aber Vormittags keine Arbeit zaubern und meine reelle Arbeitszeit wäre von 14:00- manchmal 1:30Uhr gewesen. Da hilft leider in Deutschland keine KiTa der Welt und in einem Betriebskindergarten wären dann nur meine Kinder. Alle anderen Mitarbeiter haben keine, oder sitzen eben Vormittags bis Mittags im Büro und passen noch grade so auf die KiTa Zeiten hier im Ort.

    1. Ich hab das Problem bin Alleinerziehend.Hab ab September vll ein KITA Platz aber der ist ein Regelplatz.Also 07:45-12:15 &14-16. Und ich weiss nicht wie ich eine Arbeit finden soll!Bin gelehrnte Altenpflegerin. Meine Elternzeit ist schon vorbei. Mein Sohn ist drei. Kann mir jemand weiterhelfen. Ein paar Tips geben? Bin ganz verzweifelt.und ich muss arbeiten gehen!!! 🙁

      1. Liebe Anna,

        deine Situation hört sich ja wirklich schlimm an. Gibt es in deiner Umgebung keine Tagesmütter?

        Liebe Grüße und melde dich mal, wie es dir so ergeht mit der Jobsuche!

    2. Liebe Katarina,

      ich kann mir das Dilemma vorstellen, da meine Eltern auch beide im Schichtdienst (dazu in der selben Einrichtung, mit abwechselnden Diensten) gearbeitet haben. Ich wurde von meiner Oma betreut.
      Ich hoffe, ihr findet eine Lösung, mit der ihr alle glücklich werdet!

      Lg, Miriam

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