Freundschaft gestern und heute #Blogparade

In diesem Jahr bin ich 30 geworden. Ich habe herum überlegt, wie und mit wem ich denn feiern würde. Mit der Familie natürlich und den Freunden. Aber was ist eigentlich aus den Freundschaften geworden, die sich in 30 Jahren entwickelt haben? Einige haben sich mit einem lauten Knall wieder aufgelöst, andere haben sich einfach im Sande verlaufen. Einige wenige sind über einen langen Zeitraum geblieben.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich mir überlegt, eine Blogparade zu starten. Das Leben ändert sich ja bekanntlich stetig: wir wechseln von der Schule zur Ausbildung/ins Studium, gehen ins Ausland oder gründen eine Familie. All das ändert nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch unser Umfeld. nicht immer sind die Bedingungen so, dass die Freundschaften bestehen bleiben. Und manchmal ändert sich ja auch die Sichtweise und man bemerkt, dass einem der eigentliche Lieblingsmensch gar nicht mehr gut tut.

Wie haben sich die Freundschaften im Laufe der Zeit verändert? Was hat man früher zusammen gemacht, was heute? Was war uns bei Freundschaften wichtig und wie setzen wir heute den Fokus?

Da ich mich ja immer noch im Urlaub befinde, starte ich diese Blogparade mit einem Beitrag von @DienichtMama vom Blog Nicht die Mama. Sie erzählt uns von ihren Freundschaften und gibt uns Einblicke in die Welt der Freundschaften des Lausbuben. Viel Spaß beim Lesen!


 

Freundschaften gestern und heute…

 

Als Kind hat man es, was das angeht irgendwie einfacher. Die Kinder mit denen man spielt sind Freunde. Wenn man sich streitet, ist ein „dann bist du nicht mehr mein Freund“ schnell gesagt und genauso schnell wieder aufgehoben. Egal, ob man diese gerade erst seit 5 Minuten kennt oder doch schon ein halbes Jahr oder länger. Zumindest bemerke ich das immer wieder beim Lausbub. Egal, ob auf dem Spielplatz oder auf dem Campingplatz. Schnell heißt es „ich geh mal wieder zu meinem Freund“ oder „mein Freund kommt gleich wieder“. Da können Freundschaften auch mal nur für die kurze Spielzeit halten, bis einer der Spielkameraden nach Hause muss und wenn man dann dann fragt „wo kommt dein Freund denn her?“ oder „kommt dein Freund morgen auch wieder“, erntet man ein „weiß ich nicht“.

 

 

Ob ich auch so war? Wahrscheinlich!

Was Freundschaften in der Grundschule oder aus dem Kindergarten angehen, sind der Lausbub und ich grundverschieden. Während meine Mutter mich stoppen musste, damit ich nicht die ganze Klasse zum Geburtstag einlade, fällt es dem Lausbub schwer überhaupt vier Kinder zusammen zu bekommen. Denn so wie er sagt, hat er in der Grundschule genau einen Freund mit dem er immer spielt. Die anderen findet er irgendwie doof, weil die immer Fußball oder andere Spiele spielen wollen, die er nicht mag. Der Lausbub ist da ein Dickkopf. Entweder es wird gemacht was er will oder er kapselt sich ab.

 

„nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“

Diese fing damit an, dass wir mit dem Lausbub zu einer unserer Bekannten fuhren, die auch einen Sohn in etwa seinem Alter hat. Die beiden verschwanden schnell im Kinderzimmer und wurden eine Zeit lang nicht gesehen, bis plötzlich der andere Junge an uns Erwachsenen, die wir im Wohnzimmer saßen vorbei nach draußen marschierte. Natürlich fragten wir ihn direkt, wo denn der Lausbub wäre und ob dieser gleich nachkäme, woraufhin er meinte „nö, der hat keine Lust raus zu gehen.“. So saß also der Lausbub alleine im Zimmer des Jungen, den er erst seit ca. einer halben Stunde bis Stunde kannte und spielte alleine mit dessen Spielzeug, weil die beiden sich nicht einig geworden waren.

 

Eine weitere Freundesgeschichte ereignete sich dieses Jahr an Halloween:
Wir hatten den Kindern erlaubt draußen auf dem nach drei Seiten abgegrenzten Hof im Dunkeln (es war gegen 18 Uhr) zu spielen, während wir das Abendessen vorbereiteten. Zwei Laserschwerter, eine Pistole mit Licht- und Soundeffekten und ein paar Knicklichter waren für die Kids der Renner bei der Dunkelheit und für uns eine gute Übersicht wo sie sich gerade aufhielten. Bis der Lausbub plötzlich ohne ein Wort zur Gartentür hereinkam und drinnen seine Schuhe auszog. Was los sei, fragten wir ihn. Er habe keine Lust mehr draußen zu spielen und wolle in sein Zimmer gehen, war die Antwort. Ihr könnt euch gewiss denken wie schockiert wir waren, denn seine Gäste spielten immer noch auf dem Hof. Oh, das war ein Drama, denn dem Lausbub waren die anderen Jungs in diesem Moment vollkommen egal. Sein Bedürfnis stand an erster Stelle. Erst eine Androhung die anderen abholen und somit auch das gemeinsame Pizzaessen ausfallen zu lassen, ließen ihn beleidigt wieder nach draußen stiefeln. Wie hättet ihr in diesem Fall reagiert??? Kennt ihr ein solches Verhalten??

 

 

Freundschaft: ein Bund fürs Leben?

Was Kindergarten-Freunde angeht, hat der Lausbub mir etwas voraus:
Denn im Gegensatz zu ihm, endeten meine Freundschaften leider immer mit dem beenden der jeweiligen Institution, also mit dem Kindergarten, dem Gymnasium und sogar genau gesehen mit der Universität. Überschneidungen gab es nur, wenn man gemeinsam in den nächsten Lebensabschnitt wechselte. Traurig eigentlich. Mit ein paar Studienkollegen habe ich noch über Facebook Kontakt, aber zu einem Treffen kam es in den letzten sieben Jahren nicht.

Drei Menschen gibt es, die ich während der Studienzeit kennen gelernt habe (Nicht-Studenten) und die ich ein bis zweimal im Jahr sehe, aber mit denen ich nie wirklich über wirklich private Dinge spreche (also Dinge, die man einem wirklich guten Freund anvertrauen würde). Ist das eine Freundschaft?

Es ist nicht so, dass ich diese Freundschaften aus der Schule nicht weiter gewollt hätte, aber irgendwie habe ich das Pech, dass die ganze Sache irgendwie einseitig wurde d.h. ich meldete mich, bekam auch Antwort, aber es kam nie etwas spontan von der Gegenseite. So habe ich es dann irgendwann aufgegeben. Genauso erging es mir nun wieder, als ich mit dem Herzensmann zusammenzog und somit über 100km von meinem Heimatort weg war. Falls jemand eine Idee hat, woran sowas liegen kann gerne her damit.

 

Kinder machen es sich leichter…

Deshalb bewundere ich den Lausbub manchmal im Stillen, denn er hegt noch regen Kontakt zu zweien seiner Kindergarten-Freunde, obwohl diese mittlerweile seit drei Jahren auf eine andere Grundschule gehen. Ich wünsche ihm, dass diese Freundschaften bis in sein Erwachsenen-Leben hinein reichen.

Es wurde mir schon geraten Freunde unter den Arbeitskollegen zu suchen, doch da bin ich etwas skeptisch, denn gerade im Lehrerberuf wird viel geredet und einem Freund möchte ich wirklich alles anvertrauen können, ohne mir Sorgen machen zu müssen, dass er/sie etwas weitererzählt. Das fällt mir auf der Arbeit schwer, weil ich mitbekomme wie manche Kollegen mit denen ich mich gut verstehe über andere sprechen. Klar, man könnte sagen: dann sind das keine geeigneten Freunde, aber auch bei denen, wo ich es nicht mitbekomme, bin ich mir unsicher.
Mir ist es auch sehr schwer gefallen mich mit einer Arbeitskollegin zu Hause zu treffen, denn ich hege eine strikte Trennung zwischen Schule und zu Hause. Was in der Schule passiert, versuche ich soweit wie möglich in der Schule zu lassen und das ist schwer, wenn man mit einer Kollegin bei sich zu Hause sitzt. Da kommt man automatisch zum Thema Schule, Kollegen und Schüler, also wieder mitten rein ins geschehen und das an einem Ort, wo man das doch gar nicht haben möchte.

Meine allerbeste Freundin, der ich wirklich alles anvertrauen kann ist meine Patentante. Schon in der Kindheit hatten wir ein sehr inniges Verhältnis und SIE ist wirklich IMMER IMMER IMMER für mich da. Ihr kann ich alles erzählen ohne irgendetwas zu befürchten. Sie sagt mir immer ihre ehrliche Meinung, auch wenn diese mal nicht der meinigen entspricht. Ihre Tür steht immer für mich offen.

 

Heimat ist, wo Freunde sind?

Trotzdem fehlen mir hier, wo ich jetzt wohne wirkliche Freunde. Menschen mit denen man sich regelmäßig trifft (auch wenn es nur zu Hause ist). Meine Freizeit verbringe ich zu 95% mit dem Herzensmann ohne dass wir uns auf den Nerv gehen. Doch ich musste schon feststellen, dass er manchmal zu Hause bleibt, weil er weiß, dass ich sonst alleine bin (obwohl ich nie gesagt habe, dass mir das etwas ausmacht. Ich ermutige ihn vielmehr dazu, wenn er mir erzählt, dass ein Kumpel mit ihm weggehen will oder wenn wieder Mittwoch ist und in seinem Heimatort ein Herrenstammtisch stattfindet, wo einige seiner alten Kumpels hingehen). Dennoch nimmt er Rücksicht auf mich, was mir ein schlechtes Gewissen macht, denn ich möchte ihn ja nicht einschränken.

 

Kontaktbörse Babytreff und Internet

Große Hoffnung macht mir der Gedanke unter Menschen zu kommen, wenn der Kinderwunsch sich endlich erfüllt. Denn dann gibt es ja Schwangerschaftskurse, Krabbelgruppen, Babyschwimmen usw. Veranstaltungen bei denen man auf gleichgesinnte trifft und auch später ergeben sich ja oft zwischen den Eltern der befreundeten Kinder ebenfalls Freundschaften, weil sie ja zum anderen hin gefahren werden müssen.

Tja und dann ist da noch Twitter: All diese lieben Menschen, die Gefühle und Gedanken teilen, kommentieren, liken, Ratschläge geben oder auch mal Kritik üben (was ich im übrigen sehr schätze, wenn sie konstruktiv ist). Sind das Freunde? Ein paar von ihnen durfte ich schon persönlich kennen lernen und möchte sie auch gerne wiedersehen. Doch reichen 1-2 Treffen aus, um jemanden als Freund bezeichnen zu können?
Doch was macht eine gute Freundschaft aus?

Das Klischee sagt:

  • Freunde sind immer für dich da, egal ob es dir gut geht oder schlecht.
  • Freunde nehmen sich immer Zeit für dich.
  • Freunde verstehen sich, egal wie lange sie nicht miteinander gesprochen haben.
  • Freunde verstehen sich ohne Worte und spüren, wenn es dem anderen schlecht geht.
  • Freunde sind immer ehrlich zueinander.

Doch wer kann dies schon zu 100% erfüllen.
KANN ICH ÜBERHAUPT SELBST EINE GUTE FREUNDIN SEIN?


 

Ich danke dir für deinen vielschichtigen Beitrag und bin gespannt, welche anderen Ansichten noch beleuchtet werden!

Was sagt ihr dazu? Ändern sich Freundschaften im Laufe der Zeit und durch die verschiedenen Lebensabschnitte? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Teilt euren Beitrag bis zum 31.12.2015 mit mir oder postet eure Erfahrungen in den Kommentaren!

 

Viele weitere Beiträge zu diesem Thema gibt es auch schon bei Bella von Familie Berlin. Bei ihr gab es das Thema auch schon 🙂

Ein Gedanke zu „Freundschaft gestern und heute #Blogparade“

  1. Liebe Frau Chamailion,
    vielen Dank für den Aufruf zur Blogparade zu diesem Thema, das mich insbesondere nach der Geburt unseres Großen sehr beschäftigt und auch mitgenommen hat! Ich habe meinen Link auch hinzugefügt und freue mich über Kommentare und Meinungen. Einen schönen Urlaub noch!
    Liebe @DienichtMama,
    Deinen offenen und ausführlichen Artikel habe ich echt gerne gelesen, Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Eva

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