Das Selbstbild eines Bloggers

Heute ist es soweit: mein kleiner Blog wird 1 Jahr! Die beste Gelegenheit um sich die Zeit für eine kleinen Blick auf mein Bloggerumfeld schweifen zu lassen und ein paar Fragen zur Identität der Blogger ins den virtuellen Orbit zu schicken.

Dieser Beitrag ist auch an niemanden persönlich gerichtet, sondern soll mein Gefühl beschreiben, welches mir meine ‚Bloggerszene‘ in den vergangenen Wochen und Monaten bereitet hat.

Ich war schon immer ein Internetmensch. Mit 14, 15 war ich in den Chatrooms und in Foren unterwegs. Und auch da habe ich nicht nur sehr viel Zeit verbracht, sondern auch echte Freundschaften geschlossen. Die kleine Gruppe die sich da gebildet hat, hat drei Jahre überdauert, bis wir uns aus den Augen verloren haben. Mit den Leuten ist auch der kleine virtuelle Irish Pub eingeschlafen. Sehr schade eigentlich. Zum Glück darf ich mittlerweile echtes Guinness trinken.

Viele Jahre später habe ich dann mit dem Fernabitur begonnen. Darüber gebloggt und aktiv im Forum geschrieben. Es hat sich eine kleine RL-Lerngruppe gebildet und wir haben uns durch die Jahre getragen und uns auch so getroffen und unsere Freizeit miteinander verbracht. Und auch meine Mutter hat durch ein Hobbyforum Freundschaften zu Gleichgesinnten gefunden. Die Treffen sind klar hobbybezogen, aber es haben sich auch bereits langjährige Freundschaften entwickelt.

Was ich damit sagen möchte? Dieses Internet ist eine super Sache. Es bringt Leute zusammen, die die gleichen Interessen haben oder zufällig auf der gleichen Wellenlänge surfen.

Selbstbild eines Bloggers

In diesen ganzen Jahren Internet ist mir einiges schon begegnet. Leute die sich besonders wichtig nehmen und die für sich eine ganz klare Definition benötigen.

Jetzt bin ich ja auch so ein Blogger. Oder so. Oder ich teile einfach über das Medium Internet, mit Hilfe eines Blogsystems Wissen, Erfahrungen und Geschichten. Ich blogge.

Das Bloggen ist eine Tätigkeit und hat den Vorteil, dass es über die oben genannten Hilfsmittel -allen voran das Internet natürlich- viele Menschen erreichen und vernetzen kann. Das ist auch gut, denn für jeden gibt es ja bekanntlich genug und die richtigen Leser.

Es hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl, dieses definieren als Jemand, was aber eigentlich eine Tätigkeit beschreibt.

Es ist einfach das Gefühl, dass da was nicht zusammen passt: Die Definition von Blogger als etwas Besonderes, als jemanden Besonderes. Ist dabei nicht eigentlich so, dass Mensch dahinter steht – als einzigartige Person, die die Tasten drückt und die etwas tolles/wichtiges/interessantes verbloggt und dabei das Medium Internet als Multiplikator benutzt?

Der Blogger kann nichts. Ist aber alles!

Es gibt Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Blogs. Einige werden nach kurzer Zeit der Euphorie aus verschiedenen Gründen wieder offline genommen. Wer aber dabei bleibt kann, wenn er sich gut vernetzt, eine stetig ansteigende Leserschaft an sich binden. Ganz unverbindlich schreiben sie ihre Texte an die unbekannte Leserschaft. Der Blog lebt von einem Menschen, der seine Geschichten (Geschichten stehen jetzt hier stellvertretend für alles Geschriebene) veröffentlicht.

2014 gab es bei Tumblr 182,5 Mio. Blogs – und dann kommen die anderen Plattformen noch dazu!

Was ich damit sagen will: Was ihr (und ich natürlich auch!) da macht ist nichts besonderes! Jeder der einen Internetzugang hat und die Grundkenntnisse der geschriebenen Sprache beherrscht, kann einen Blog schreiben. Und das ist auch gut so: Meinungsfreiheit und Vielfalt und so.

Mir fiel das als erstes Beispiel nur die Beschreibung der Fähigkeit Geschicklichkeit Stufe 1 (aus dem alten Vampire-Regelwerk) ein: du kannst gehen und Kaugummi kauen gleichzeitig! *hier ironisches klatschen einfügen *

Wie ich aus einem Vampir mit Knoten in den Beinen keinen erfolgreichen Jäger machen kann, so schreibt man nur mit der Fähigkeit eine Tastatur zu bedienen keinen Top-Blog oder wird zu einem Pulitzer-Anwärter.

Warum ist es also gerade in der Elternblogger-Szene so verbreitet sich so stark hervortun zu wollen, sich dieses Label ‚Blogger‘ auf die Stirn tackern und diese Tätigkeit als Selbstzweck zu stilisieren?

Ich bin kein Blogger! Sondern ein Mensch der Sachen ins Internet schreibt!

Mit diesem Trugschluss, dass man mit der Bedienung eine Blogsystems nicht nur seine Berufung, sondern auch seinen neuen Beruf gefunden hat und nun zur schreibenden Zunft gehören möchte, werden die frischgedruckten Visitenkarten, die About-Seiten auf dem und die Biographie auf Twitter nicht nur mit der eigenen Blog-Adresse gefüllt, sondern auch mit den wohlklingenden Bezeichnungen: Blogger, Journalist, Autor.

Weil ich mal ein paar Teile nähe, bin ich ja auch keine Näherin. Oder Köchin, weil ich auch gerne koche, oder?

Einheitsbrei und Artikel um ihrer selbst willen

Von den 590 Twitter-Followern befinden sich geschätzt 350 Elternblogger und den unendlichen Blogs in meinem Feed-Reader sind auch überwiegend Familienblogs zu finden. Ich brauche nicht mal mehr ein Drittel davon zu lesen, denn die Artikel ähneln sich immer mehr.

Wer jetzt sagt: ‚dann klick doch einfach weg.‘, hat vielleicht recht. Und das mache ich auch: die immer gleichen Artikel rund um die gleiche Kooperationskampagne, und das eine Produkt oder 25 mal der gleiche Bericht zum Blogger-Event von Firma XY, ein Video zur Flechtfrisur oder ein 08/15-Kinderbuch im Test…muss nicht sein!

Das sind die einen Artikel die mich gerade nerven, denn sie sind ÜBERALL!

Was aber eher diese ungute Gefühl verursacht sind die Berichte über sich selbst als Blogger. Wie toll es als Blogger ist, was man alles macht, wie einen der Sog der Zahlen motiviert weiter zu machen. Und dann kommt nämlich in vielen Berichten der Punkt: der Blogger produziert Content für die Klickzahlen! Ich glaube ich habe schonmal an anderer Stelle darüber geschrieben.

Und dann gibt es die, die es unbedingt wollen: Blogger sein! Mit dabei bei den Großen!

Manchmal kommen auch neue Blogs hinzu, die starten durch. Sind plötzlich da, bedienen ihre Nische und sind zudem noch von sehr sympathischen, bodenständigen Personen. Und dann gibt es die, die auftauchen und sehr, sehr penetrant und überall nach Aufmerksamkeit gieren. Man merkt dann: diese Person will es unbedingt! Blog to Business, sich etablieren und bei ‚den Großen‘ mitspielen.

 

 

Auch nach einem Jahr virtuelles Leben habe ich wohl noch nicht die Nische gefunden, in der ich mich wirklich zu Hause fühle. Das hat nichts damit zu tun, dass ich die Menschen, die ich bereits kennenlernen durfte nicht zu schätzen weiß, ganz im Gegenteil. Sie bereichern meine Welt und sind daraus nicht mehr wegzudenken.

Und doch muss ich sagen,dass ich mich so wie sich meine Filterbubble gerade zusammensetzt, nicht wirklich identifizieren kann.

Das hat vor allem etwas damit zu tun, wie ich das Selbstbild der Blogger aus dieser Blase empfinde.

Damit ihr mich nicht falsch versteht: Kontakte knüpfen und Netzwerken sind ein wunderbares Instrument auf so vielen Ebenen! Und darum soll …

… sich zusammenfinden, was zusammen gehört!

Im Allgemeinen würde es uns alle weiterbringen, wenn weniger ‚Blog to Business‘ in Vordergrund stehen würde und das die Zahlen (die sind natürlich wichtig) einen nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren lassen.

Anstatt nur auf die Kooperationen zu schielen, wären fundierte Angebote in Sachen Textarbeit, Recherche, Stilfindung und moderierte, themenbezogene Diskussionsrunden eine gute Alternative zu der ewigen Frage nach Kooperationen, oder?


Mein Wunsch: mehr gute Texte, weniger Füller, weniger Werbung, weniger Selbstdefinition über die Tätigkeit Bloggen und dafür mehr Mensch! Mehr Geschichten! Individuelle, bunte, lebendige Geschichten!

Zum Schluss komme ich natürlich noch einmal auf die Frage zurück, wohin in mit meinem Blog gehen wird. Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht! Werbung und Kooperationen stehe ich persönlich weiterhin kritisch gegenüber. Das hat viele unterschiedliche Gründe. Der Hauptgrund ist aber einfach, weil es nicht zu mir passt.

Vielleicht fällt es mir auch einfach schwer, diesen Zustand und diese Entwicklungen zu akzeptieren, weil ich noch nicht in dieser ‚digitalen Welt‘ angekommen bin, in denen es die Berufsbezeichnung: Blogger und Speaker gibt 🙂

In diesem Sinne: Ahoi!

 

27 Gedanken zu „Das Selbstbild eines Bloggers“

  1. Als erstes: Glückwunsch zum 1. Blog-Geburtstag!
    Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen und bin bei einigen Punkten 100%bei Dir, aber…
    Ich selbst blogge, sehe mich aber nickt als Blogger so wie du diesen beschreibst. Ich liebe Geschichten aus dem Alltag, Geschichten von Menschen. Auf meinem Blog geht es um mich, meine Gedanken. Hier habe ich über eine Krankheit meines Sohnes geschrieben weil es zu uns gehört, weil es Teil unseres Lebens unserer Geschichte ist. Dafür habe ich unzählige Unverschämte Mails bekommen. Wie ich als Mutter die Erkrankung breit treten könne um „klicks“ zu bekommen. Unfassbar aber wahr. Was ich damit sagen will, wie man es macht, macht man’s falsch….

    Ich für mich bzw wir als Familie haben entschieden das es hilft unser Leben niederzuschreiben mit Allem was dazugehört, egal was andere davon halten. Und vielleicht liest irgendwann irgendwo eine Mutter das und kann uns helfen weil sie ähnlichen Weg gehen musste.

    Vielen Dank für deine Gedanken, die ich so gut verstehe!

    1. Liebe Bella,
      Für mich ist es genau das: es sind die Geschichten aus dem Leben, die unsere Blogwelt bereichert qund unsere Blickwinkel erweitert. Was die Leute dir unterstellen ist unverschämt! Weder habt euch dieses Schicksal ausgesucht, noch wird es ausgeschlachtet (ich vergleiche jetzt mal mit diesen furchtbaren Boulevard-Blättern). Bitte lasst euch nicht unterkriegen!

      Danke für deine lieben Worte! Ich bin froh, dass ich nicht ganz allein mit diesen Gedanken bin

      Lg, Miriam

  2. Du triffst es mal wieder voll auf den Punkt 😉 Mir geht es ganz oft genau so wie dir… man ist schon eine Weile dabei uns schaut dabei zu, wie schöne Blogs immer kommerzieller werden, sich manche selbst beweihräuchern und zu vermeintlichen Stars / Journalisten / Autoren werden und dabei eigentlich eher an Werbejunkies erinnern.

    Ok, den ein oder anderen sponsored post nehme ich auch an, aber würde ich alle machen, würde ich genauso zuspammen wie die anderen auch. Ich sehe es eher so: wer es nicht lesen will muss ja nicht, für mich ist es die Refinanzierung meines Hobbys, mehr kommt dabei nicht rum. 90% sind jedenfalls „richtige“ Beiträge und da bin ich auch stolz drauf 😉 gar nicht so einfach heutzutage, sich nicht „korrumpieren“ zu lassen.

    Aber auch die nicht werblichen Texte gleichen sich immer mehr, vielleicht liegt es daran dass es immer mehr Mama Blogs gibt die eben über dieselben Sachen schreiben? Und dann gibt es die, wie du sagst, penetranten Blogger, über die man immer wieder stolpert und sich fragt, woher nehmen die die Zeit 😛

    Ich find dich toll, so wie du schreibst, eine gute Mischung! Und weit mehr als ein Mama Blog…

    Liebe Grüße, Frida 🙂

    1. Liebe Frida!

      Ich bin finde es auch gar nicht schlimm, sich sein Hobby so zu finanzieren. Die Mischung macht es aus und irgendwie muss man auch seinen Weg gehen. Nur muss man (meiner Meinung) nach nicht permanent darüber reden (jetzt nicht im Sinne von ‚anderen Bloggern keine Tipps geben‘), sondern das auch noch in anderen Posts thematisieren. Das ganze wirkt dann immer unrunder und macht so manchen Blog kaputt. Und die Personen dahinter definieren sich immer mehr durch ihre Werbepartner, als durch ihre Texte.

      Danke für die lieben Worte!

      Liebe Grüße und alles gute für dich!

  3. Erst einmal gratuliere ich zu deinem ersten Bloggergeburtstag 🙂

    Nun aber zu deinem lesenswerten Beitrag: Grundsätzlich fühle ich mich angesprochen, weil ich mir ja selbst in letzter Zeit viele Gedanken zu meinem Bloggerdasein gemacht habe und ich zudem Teil deiner Bloggerblase bin 😉

    Jeden Schuh, den du da anbietest, ziehe ich mir dennoch nicht an, muss ich ja auch nicht, denn du hast ja nicht mit jedem Satz jeden persönlich gemeint – und dementsprechend auch nicht mich mit allem ansprechen wollen.

    Einige Gedanken aber möchte ich kurz mitteilen: Die Sache mit dem guten Content ist so eine Sache, da das ja auch von den Bewertungsmaßstäben abhängt. So manchen Post empfinde ich persönlich als völlig überflüssig, weil zum hundertsten Mal dasselbe gesagt oder gezeigt wurde, aber ist es deshalb schlechter Content? Immer wieder beobachte ich nämlich, dass gerade diese Blogposts dann doch auch (manchmal) recht stark von Nicht-Bloggern frequentiert werden. Für die war das dann wohl guter Content…
    Sobald man mit dem Bloggen auch gerne Geld verdienen möchte (oder muss), wird vieles irgendwie schwieriger finde ich. Denn nur wenige Werbeblogposts haben auch abseits des Werbeziels guten Content. Mit gutem Content meine ich dabei „Mehrwert für den Leser“… ich glaube aber auch, dass viele da erst reinwachsen müssen und für sich herausfinden müssen, wie Werbung und Bloggen doch einen guten Weg zusammenfinden können.
    Bin ich selbst eine große Bloggerin oder dergleichen? Sicher nicht, denn meine wiederkehrenden Leser sind zu großem Teil selbst Blogger und generell ist meine Reichweite eher klein. Ich erfreue mich derzeit am Wachstum meines Blogs, bin mir aber darüber im Klaren, dass dies wohl auch seine Grenzen schnell erreicht. Da mache ich mir keine Illusionen und das ist auch nicht so schlimm, denn in erster Linie blogge ich für mich und dieses für mich bloggen beinhaltet, dass es mir etwas gibt, wenn ich andere mit meinen Texten erreichen kann. Das müssen aber nicht zigtausende Menschen sein. Manchmal reicht schon eine einzige Mitteilung, die mir solch ein gutes Gefühl gibt, dass ich sofort motiviert bin, weiter zu bloggen.

    Wohin mein Weg führen wird? Ganz ehrlich? Kein Ahnung, aber das finde ich mittlerweile gar nicht mehr so schlimm. Ich lasse mich mehr treiben und einfach überraschen, was so möglich wird – und vielleicht kommt für mich in Zukunft Werbung auch in Frage, aber nur, wenn es wirklich passt. Bis dahin lehne ich lieber weiterhin ab, denn ich will auch damit ein gutes Gefühl haben können.

    Liebe Grüße
    Jessi

    1. Liebe Jessi,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar!

      Ich verstehe, was du meinst, wenn wir über guten Content reden. Zum einen ist das natürlich absolut eine persönliche Empfindung! Ich bin vielleicht auch etwas sehr schwierig bei diesem Thema 😉

      Für mich (persönlich) ist guter Content erst einmal, wenn dasThema zum Blog und zum Autor des Blogs passt und dann sollte auch die Form und die Sprache des Posts angemessen sein. Einen Beitrag ohne Punkt und Komma lese ist nicht! Ebenso sollte der Text in lesbare Absätze verpackt sein

      Ich habe gerade in einer anderen Antwort schon beschrieben, dass ich gegen Werbung und Monetarisierung überhaupt gar nichts habe. Ich befinde mich ja selbst in dem Dilemma, dass ich mit diesem Hobby irgendwann mal ein paar Taler abgreifen muss, denn ich noch mehr Zeit hinein investiere. Aber dafür ist noch Zeit und solange ich noch meine Linie suche, warte ich einfach mal ab wohin mich der Weg führt.

      Liebe Grüße und noch ganz viel Freude mich deinem tollen Blog!

  4. Toller Artikel – wirklich! Vieles bringst Du ziemlich gut auf den Punkt. Klickzahlen sind aber natürlich auch eine Bestätigung, dass das was man zu sagen hat gefällt. Und das hört bzw. sieht ja jeder gern…

  5. Ich blogge mittlerweile seit 13 Jahren und habe in all dieser Zeit viele Blogs gefunden, verfolgt, sterben oder überleben sehen. Durchaus haben sich mit den Jahren Kooperationen gehäuft. Gerade im Bereich der Beauty und Modeblogger finden sich meist sehr gleichartige Kooperationen oder Blogartikel, was jedoch im Kern der Artikelart liegt. Produkttestsblogs sind eben thematisch ziemlich nah beieinander.

    Im Bereich der Elternblogger bin ich neu. Hier kann ich weniger beurteilen, ob es gleichartig zugeht. Aber in diesem Bereich liebe ich die humorvollen kleinen Begebenheiten des Alltags und mag die Erfahrungen anderer verbloggt lesen. Ein Kinderbuchtest nach dem nächsten ist dabei auch nicht mein Ansinnen, sondern es sollte auch viel Persönliches dabei sein. Es hat dann eher etwas von Daily Soap als Produkttestblog. Hin und wieder freue ich mich auch über Produktempfehlungen, durchaus. Das kann praktisch sein, besteht ein Blog jedoch zu 99% aus sowas, fliegt er aus meinem Reader.

    Ich habe jedoch nichts gegen Kooperationen mit Bloggern. Schön sind dabei jedoch immer wieder die, die ein wenig hervorstechen durch Individualität. Selbst wenn 20 Blogger vom selben Event berichten, so kann es immer etwas anders sein. Sei es durch den Schreibstil oder einfach den Blickwinkel. 🙂

    1. Hallo Conny,

      danke für deine Sicht zu dem Thema. Gegen Kooperationen habe ich auch gar nichts! Selbst Produkttests bzw sorgsam eingestreute sponsored Posts finde ich vollkommen in Ordnung. Was mich eigentlich stört, ist, dass sich die Schreiber immer mehr über „ich bin jetzt Blogger und ziehe hier einen Partner nach dem andern an Land“, definieren.

      Ein schöner Blog mit vielen Geschichten (meinetwegen auch Tipps) und zwischendrin ein Produkttest ist mir aber wesentlich lieber, als das permanente Gerede darüber, dass man Blogger ist.

      Liebe Grüße,
      Miriam

      1. Schließe mich Dir da ganz an. Wenn der Blogger vergisst, was ihn einst zum Blogger machte, nämlich die Geschichten und Posts, dann wirds nur noch inhaltslose Werbefläche. 🙂

  6. Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum! Ich kann dich verstehen, habe manchmal selbst diese Gedanken, aber finde es eigentlich nicht schlimm. Man investiert viel Zeit in dieses Hobby, ich kann nachvollziehen, wenn einen dann der Wunsch nach „noch mehr“ überfällt. Mit zunehmender Popularität bieten sich dann wahrscheinlich einfach die Möglichkeiten zu Professionalisierung & Monetarisierung, damit der Druck nach Content, was eine gewisse Gleichförmigkeit mit sich bringt. Ich lese auch lieber, wenn ich das Gefühl habe, es ist „echt“ und ich kann die Person dahinter greifen. Und wahrscheinlich habe ich es auch leicht, weil in meiner Nische mit großer Wahrscheinlichkeit keine Werbepartner auftauchen werden :-). Zumindest kann ich mir schlecht vorstellen, dass Beauty-& Lifestyleprodukte bei mir werben wollen.

    1. Danke!Ich muss wohl doch noch für alle einen Kuchen backen 🙂

      Ich musste über deinen Kommentar ein wenig schmunzeln. Denn du hast so recht, dass es für eine gewisse Sparte einfach keine oder wenige passende Werbepartner gibt. In dieser großen Sparte „Mama-Blogs“ gibt es so viele Facetten, aber wer weder für Ratgeber, Beauty, Fashion, Putzmittel oder Bastel-DIY werden mag, der hat es schwer passende Firmen zu finden.

      Ich finde den Schritt zur Professionalisierung & Monetarisierung auch gar nicht falsch. Nur ist es leider geradediese Einförmigkeit die mich, unter anderem, stört. Die ‚Blogger‘ sind dann halt eben nicht diese super Geschäftsleute, sondern nur eine kleine Werbegeißel von vielen für die großen Firmen.

      Liebe Grüße,

      Miriam

  7. Huch, wo ist denn der Rest meines Kommentars hin? Der war eigentlich viel länger…aber zusammengefasst schließe ich mich Frida und Jessi an. Das trifft auch meine Einstellung ziemlich genau!!! Liebe Grüsse

    1. Hallo Anna,

      das tut mir leid, dass der Kommentar verschluckt wurde. Das passiert mit manchmal vom Smartphone aus. Natürlich sind Klickzahlen wichtig und sich immer weiter für seinen Blog zu motivieren, wenn ihn keiner liest ist natürlich auch schwer. Ich hatte eigentlich auch einen Absatz im Text, in dem ich das noch mal genauer beschreibe, aber es führte dann zu weit vom Thema weg.
      Ich finde auch Vernetzung und Bewerbung von Posts wichtig. Ohne Twitter und Facebook hätte ich wohl pro Woche nur 2 Leser 🙂 Irgendwie muss man in diesem großen, weiten Internet ja auch sich aufmerksam machen.

      Liebe Grüße,
      Miriam

  8. Vielen Dank für den tollen Post, der mich nachdenklich gemacht hat! Ich liebe es, Bloggerin zu sein, einen Online-Clan zu haben, mich mit Freunden austauschen zu können. Ich liebe es, mein Leben in einem Blogpost auf den Punkt zu bringen und dabei andere bestenfalls zum Lachen oder auch zum Weinen zu bringen. Das liegt mir, das bin ich, das will ich sein. Aber es irritiert mich, dass plötzlich die Blogs wie die Pilze aus dem Boden schiessen und alle „HIER!“ rufen. Es irritiert mich, weil Beachtung nicht gewünscht, sondern gefordert wird. Das habe ich auf meinem Blog auch schon einmal thematisiert. Und Du bringst es eigentlich auf den Punkt: „Und dann gibt es die, die auftauchen und sehr, sehr penetrant und überall nach Aufmerksamkeit gieren. Man merkt dann: diese Person will es unbedingt! Blog to Business, sich etablieren.“ Mich nervt das.
    Ich blogge, weil ich etwas zu sagen habe. Weil ich ohne Schreiben eingehen würde wie eine Pflanze ohne Wasser. Ich gehe Kooperationen ein, aber nur von Hand verlesene. Nur, wenn es zu mir passt. Und so nehme ich auch nicht viel Geld mit dem Blog ein. Aber ich wehre mich mit Händen und Füssen dagegen, die Kontrolle über den Blog und seinen Inhalt zu verlieren. Dabei beobachte ich aber, wie andere Blogs immer kommerzieller und kommerzieller werden. Die fliegen bei mir aus der Blogroll raus. Ich habe nichts gegen Kooperationen. Aber wenn ein Blog von einem sponsored Post zum nächsten rennt, ist er nicht mehr glaubwürdig. Aber vielleicht sehen andere meinen Blog ja genauso, schliesslich habe ich mehr Werbung drin als früher? Diese Frage beschäftigt mich. Meine Wahrnehmung muss ja nicht mit derjenigen von den Lesern übereinstimmen. Ich bin aber wie Du total allergisch darauf, den gleichen Inhalt auf zig Blogs gleichzeitig vorzufinden. Da kriege ich Ausschlag!!!
    Und noch ein witziges Detail am Rande: Ich bin in der Schweiz beruflich anerkannt als „Bloggerin und Journalistin“. Ich finde das total merkwürdig, weil „Blogger“ einfach kein Beruf für mich ist. Ich bin Journalistin und habe einen Blog. Aber eine Bloggerin ist keine Journalistin.
    So, jetzt habe ich mal ein Statement abgegeben 😉
    LG
    Séverine aka MamaOTR

    1. Liebe Séverine,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Interessant finde ich es, dass es in der Schweiz diese Möglichkeit gibt, sich als Blogger registrieren zu lassen. Oder gibt es das hier auch? Ich persönlich finde es eh immer schwierig, weil ja gerade diese Bezeichnungen Journalist, Blogger, Autor hier in Deutschland nicht geschützt.

      Ich habe auch die Beobachtung gemacht, dass häufig auch die Blogs sehr bekannt sind und gut laufen, wenn der Autor sowieso etwas in diesem Bereich macht. UNd da kommt auch wieder das Thema: guter Content ins Spiel. Wer sowieso als Journalist, Texter oder in der Werbebranche arbeitet, der hat ein Händchen auch die Alltagsgeschichten schön und rund zu beschreiben, die richtigen Worte zu finden und auch Werbeposts so unterzujubeln, dass man sich nicht direkt vereimert vorkommt.Aber das ist ja jetzt eher off-topic.

      Aber du hast schon recht und da stehe ich voll hinter dir: ein Mama-Blogger ist (zu 99%!) ein Journalist. Anders würde es wahrschienlich aussehen, wenn du einen wissenschaftlichen Fachblog führen würdest.

      Liebe Grüße aus Deutschland,

      Miriam

  9. Liebe Miriam,

    Dein Blogpost hat mich hin- und hergerissen: Einerseits bewegt mich die Frage nach dem Selbstverständnis von Bloggern, hier besonders: Eltern-Blogger, durchaus, andererseits packst Du in diesen Beitrag so ein Sammelsurium von Gedanken, dass es mir schwerfällt, Dich zur Gänze zu verstehen. Ich habe mir daher einige Punkte herausgesucht, die bei mir hängengeblieben sind:

    Du sagst, man solle sich nicht darüber definieren, was man tut – über das Bloggen zum Beispiel. Nun: Jeder Mensch definiert sich zu einem Teil darüber, was er tut. Das ist etwas sehr Normales, finde ich. Nicht umsonst wird beim Kennenlernen häufig nach dem beruflichen Tun gefragt. Es erzählt etwas über den Menschen. Wenn also sich jemand auch (!) über das Bloggen definiert, dann ist das nicht zu bewerten, sondern als Selbstauskunft zu verstehen.

    Du sagst, dass Blogger nichts Besonderes seien. Naja, jeder Mensch ist doch etwas Besonderes, oder? Ich könnte mir vorstellen, dass Du gemeint hast, dass sich ein Blogger nicht besser als ein anderer machen sollte. Stimmt. Alle sind etwas Besonderes, jeder macht es auf seine Art schön. Und am Ende zählt, wie sich jeder, der bloggt, dabei fühlt. Und wenn der Button „Blogstar“, „Brigitte Mom Blog“ oder „Tollstes Blog aller Zeiten“ dazugehört – who cares?

    Du sagst, das Dasein als Mama- oder Papa-Blogger sei doch kein Selbstzweck. Bloggen um des Bloggens Willen. Weil’s halt ein jeder so macht. Ist das so? Ich vermute ganz andere Gründe dahinter, dass es täglich mehr Blogs werden. Einer ist ganz sicher sehr simpel: Weil man es kann! Außerdem fiele mir ein: weil es Spaß macht, weil es halt jetzt angesagt ist … so what? Das Stichwort heißt: Selbstauskunft!

    Du sagst, dass Blogger irgendwann anfingen, Content für Klickzahlen zu produzieren. Zunächst gestehe ich, dass sich mir beim Wort „Content“ die Nackenhaare aufstellen. Wer anfängt, über Blogposts in Form von „Content“ zu sprechen, hat seine Unschuld als Blogger in meinen Augen verloren, der ist auf der kommerziellen Seite gelandet. Ich bin mir nicht sicher, ob die Kommerzialisierung von Familien-/Elternblogs so ein Trend ist. Haben die betreffenden Blogger keine Sorge, dass ihnen die Leser, die ihnen ja so wichtig sind, weglaufen? Mich verscheuchen sie so ganz sicher.

    Die Gier nach immer mehr Klicks, das dringende Bedürfnis, die Zahl der Leser immer weiter zu steigern, ringt mir – ich gebe es offen zu – nur ein müdes Lächeln ab. Sicherlich sehnt sich jeder nach Anerkennung, das ist auch absolut richtig und wichtig. Aber in meinen Augen nimmt dieser Wettbewerb, wer die meisten Follower oder Klicks o.ä. hat, groteske Züge an. Ich behaupte: Wer im virtuellen Leben über die Maßen (wobei das Maß sicher zu definieren wäre) nach Anerkennung, Lob und Aufmerksamkeit giert, hat im realen Leben ein Problem.

    Du sagst, Blogs sollten vor allem Geschichten erzählen, weniger Füller und Werbung enthalten. Ich bin hier leider desillusioniert. Oder sagen wir es so: Ich bin misstrauisch geworden. Diese Geschichten sind ganz oft eben genau das – Geschichten. Schön lesbar, pointiert, witzig – ja, das macht mitunter Lesefreude. Ein bisschen ausgeschmückt hier, ein bisschen weggelassen dort – das ist okay, mir jedoch zu wenig. Ich möchte Echtheit, keine (mitunter nicht mal gut geschriebene) Literatur. Ich möchte das niedergeschriebene pralle Leben mit seinen schönen, aber auch hässlichen Seiten. Ich möchte etwas lesen, das mit meiner Realität zu tun haben könnte (!), keine Fantasy. Ich möchte in Blogs etwas anderes finden als ich es anderswo schon geboten bekomme (etwa in Zeitschriften). All das hat dazu geführt, dass ich kaum noch Elternblogs lese, sondern mich durch gezielte (thematische) Hinweise auf solche Seiten hinbewege. Jedoch: Das ist immer seltener der Fall.

    Meine Antwort heißt also: Wenn Dir etwas nicht gefällt, schau bei Dir zuerst. Bestelle Abos ab, schalte RSS-Feeds aus, reduziere Deine Filterbubble. Wie sich andere Blogger nennen, wie sich andere Blogger geben – all das liegt nicht in Deiner Hand. Für Dein Wohlfühlen bist aber Du verantwortlich, niemand sonst.

    1. Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Ich bin wieder total überrascht, wie sehr sich die Erwartungen an ‚was ein Blog zu bieten hat‘ unterscheiden 🙂 Ich meine das jetzt gar nicht negativ! Ich mag auch keine Fantasy lesen, aber ich erwarte, dass auch eine Alltagsgeschichte für den Empfänger aufbereitet und lesbar gemacht wird. Aber das war ja gar nicht das Thema des Artikels…ich schweife wieder ab.

      Ich denke, es wird sicherlich noch einen weiteren Artikel zu dem Thema geben, in dem ich dann mal die Themen besser abgrenze!

      Liebe Grüße von der anderen Rheinseite,

      Miriam

  10. Hi,
    Dein Post macht auch mich nachdenklich. Bzw. nötigt er mich etwas sagen zu wollen, da ich mich, wie Jessi eben auch, irgendwie angesprochen fühle.
    Ich habe angefangen zu bloggen, weil ich mit Worten, das ausdrücken kann was ich empfinde, sehe, höre.
    Es nennt sich therapeutisches Schreiben. Auch ich bin im Internet seit 2000 unterwegs aber immer in sozialen Netzwerken und Foren, meist aber anonym.
    Auch ich habe mir Visitenkarten machen lassen und ja ich finde Sie toll, Sie sind eigentlich nur für mich…Haha denn ich gehe zu keinen Bloggerveranstaltungen oder dergleichen. Ich habe keine Kooperationen. Ok. Ich bin recht neu in der aktiven Bloggerszene und ja es läuft wirklich gut. Mit gut meine ich nicht, viele Koops, oder viel Geld sondern die Akzeptanz ist gut, das Feedback der Leser ist gut. Ich finde es nicht schlimm, mich als Bloggerin zu definieren und zu sagen dass das eine journalistische Fähigkeit/Berufung und evtl ein Beruf ist. Der Traum mit Bloggen(für mich Schreiben) Geld zu verdienen, ist nicht irrational oder unrealistisch. Blogger sind anerkannter als je zuvor und bloggen zählt als journalistische Vorkenntnis und berechtigt mich bei vielen Magazinen, Zeitungen und eben Verlagen zu schreiben und als Autor tätig zu sein. Wieso um Himmels Willen darf man das dann nicht sagen?? Wieso wird man bewertet weil man da ist und erfolg(subjektiv) hat? Dieses Konkurrenzdenken finde ich ganz fürchterlich. Wie oft wurde ich schon still und heimlich angeschrieben, wie ich das alles mache, wieso ich soviel zu sagen habe, woher ich die Zeit nehme, wie meine Zahlen sind etc. was soll das denn?????? Ich bin Mama in Elternzeit, habe schreckliche Tragödien erlebt und schreibe darüber. Ich brauche dafür nicht viel Zeit da ich über meine Erlebnisse schreibe, ich denke mir nichts aus und ich muss nichts Schönschreiben um entdeckt zu werden. Ich schreibe, rede und lebe so wie ich es eben bin und da muss sich doch niemand drüber ereifern und als „erfahrenerer“ Blogger über mich stellen und sagen: die Blogs schießen wie Pilze aus der Erde und das beunruhigt mich, die gieren nach Aufmerksamkeit und Bloggen nur fürs Business. Diese Pauschalisierungen finde ich nicht gut. Jeder Blogger hat genau oder auch nicht, für sich entschieden, was er möchte oder eben auch nicht möchte,. Es ist legitim oder? Ich lese das was mir gefällt und so macht es jeder Leser(Konsument) Angebot und Nachfrage sage ich da nur. Dieses Bekriegen untereinander finde ich nicht angemessen.
    Liebe Grüße und auch wenn er jetzt schon vorbei ist, alles Liebe zum Bloggeburtstag.
    Dani

    1. Liebe Dani,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Im Urlaub gab es leider nur begrenztes WLAN, darum gibt es meine Antwort etwas verspätet.

      Ich freue mich, dass du dich so sehr angenommen fühlst und auch entsprechendes Feedback bekommst. Damit meine ich zum einen deine Texte und zum anderen aber auch für deine Person und deine (teils schlimmen) Erlebnisse.

      Trotzdem ist ist das was du/wir hier machen eine einfache Schreibe ohne handwerklichen Anspruch. Damit erreicht man selbstverständlich auch Menschen, aber diese Art von Bloggerei ist ein eigenes Medium mit eigenen Regeln. Und das ist gut so.

      Vielleicht ist es gar nicht so rausgekommen in meinem Text, was ich eigentlich meine: Ich es toll, dass es diese Diversität an Blogs gibt. Es ist für alle etwas dabei und die Landschaft an Texten, Bildern und Erfahrungen wird immer größer. Das Internet ist dynamisch und das macht für mich den Reiz aus. Jeder kann dort seine Spur hinterlassen. Es ist für alle Platz, für diejenigen die nur für sich schreiben und diejenigen, die vllt auch als Werbeplattform dienen möchten. Das ist okay so.

      Es bleibt die Tatsache, dass das Bloggen (so wie wir und zu 99% aller Elternblogs es machen) kein Journalismus ist. Es ist Arbeit, keine Frage. Ich möchte gerne mal die Medien sehen, die einen persönlichen Blog als journalistische Vorerfahrung bewerten. Ich bekomme sicherlich keine Stelle bei einer regionalen Zeitung, weil ich einen Blog habe…

      Einen interessanten Text gibt es übrigens auf Blogland-Bremen. In dem Text, Was kostet ein Blogger? , den ich übrigens absolut empfehlen kann, gibt es einen interessanten Absatz:

      Zitat: „Wenn eine neue Dienstleistung auf dem Markt ist, dann ist der Blick auf vergleichbare Tätigkeiten hilfreich, um einen Stundensatz oder eine andere Form der Vergütung zu ermitteln. Im Falle eines Bloggers sind Vergleiche mit freien Textern, Fotografen und Beratern meiner Ansicht nach die passenden. Ganz bewusst spreche ich von Textern, nicht von Journalisten. Für mich gibt es nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen einem in einer Redaktion arbeitenden, der Neutralität verpflichteten Journalisten und einem für ein Unternehmen strategisch arbeitenden Texter.“

      Ich möchte damit abschließen und auch gerne noch mal betonen, dass ich niemanden bekriege. Ich persönlich bin auch nicht beunruhigt über diese Situation, dass es so viele neue Blogs gibt. Ich finde es eher spannend zu beobachten, wie sich die Schreiber hinter den Blogs definieren, obwohl sie noch nicht einmal das erste Jahr herum gebracht haben. Mich persönlich interessiert dagegen allerdings so überhaupt gar nicht, wer wie viele Klicks hat und woher, oder ob die Geschichten echt oder ausgedacht sind.

      Liebe Grüße und weiterhin ein gutes Gelingen,

      liebe Grüße, Miriam

  11. Du sprichst mir aus der Seele. Ich bin zwar auch neu dabei, aber merke schon jetzt, dass mich viele Blogger nerven, weil sie sich nur um sich selbst drehen. Da wird unter dem Label eines Kinder-/Familienblogs oftmals nur die eigene Person thematisiert – mein Tag, meine Probleme, mein Leben. Oftmals denke ich „Thema verfehlt!“ und frage mich, worum geht es hier eigentlich? Denn so interessant sind die meisten Menschen einfach nicht, dass es reicht, nur sich selbst zu thematisieren. Manchmal frage ich mich, wo der Kinder-/Familienaspekt bleibt. Dazu kommt das Gieren nach Anerkennung, Zahlen, Followern, Likes. Das alles schreckt mich eher ab. Ich schreibe einfach gerne, deswegen blogge ich. Und: Ich bin Journalistin. So ganz echt, hab das gelernt (mit Volo und allem, was dazu gehört), arbeite bei einer Zeitung und habe jahrelange Erfahung als Redakteurin. Das nervt mich nämlich auch ungemein – jeder kann sich einfach Journalistin nennen und viele tun das leider auch. Nicht falsch verstehen, man muss keine gelernte Journalistin sein, um zu bloggen – das macht ja auch den Reiz aus. Jeder kann mitmachen. Ich mag es nur nicht, wenn sich Blogger so nennen, weil es sich schicker in ihrer Bio anhört. Zwischen den Massen an Muddi-Blogs gibt es aber immer wieder gute Beispiele. Kleine Perlen. Nette umd symphatische Menschen. Die Unterscheidung von großen und kleinen Blogs finde ich ebenfalls blöd. Es gibt gute und schlechte sowie neue und etablierte Blogs. Tolle Zahlen und viel Werbung macht noch keinen guten Blog. Für mich ist es so: Entweder kann jemand super schreiben und flasht mich damit oder ein Blog gibt neue Impulse, super Tipps und hat einen echten Mehrwert. Wenige Blogs können beides. Aber es gibt sie. Bei Twitter und Co.bin ich auch dabei – allerdings nicht exzessiv. Manchmal wundere ich mich, ob manche Blogger den ganzen Tag mit ihrem Smartphone neben ihrem Nachwuchs sitzen, denn anders kann ich mir die Anzahl der Postings nicht erklären. Wenn Mütter zehn Posts vom Geburtstag ihres Kindes in Echtzeit ablassen, dann denke ich: “ Sitzt Muddi nun die ganze Zeit twitternder Weise auf dem Kindergeburtstag?“ Wofür? Für Follower? Dann sitzt man ja nur noch in seiner Blase. Das schreckt mich ab. Macht mich nachdenklich. Warum das Ganze? Wir bloggen über Familie, aber sind nur noch körperlich anwesend? Keine Ahnung, wie lange ich dabei bleibe. Das Schreiben macht mir Spaß….das Drumherum verhagelt es mir zurzeit ein bisschen, denn eigentlich möchte ich zwar Kontakte pflegen, aber nicht Teil der Blase werden…darin besteht wohl die Kunst…deswegen: Danke für den Beitrag…umd sorry für den Roman!

  12. Ich habe gerade mit Entsetzen festgestellt, dass ich Dein Blog noch gar nicht im Reader hatte (dieser Fehler ist korrigiert).
    Mir ist, neben den Punkten, die Du ansprichst, auch aufgefallen dass sich „dank“ unzähliger Blogparaden manchmal ein richtiger Einheitsbrei bildet, und ich als sonst begeisterte Blogleserin nur darauf warte, bis endlich „alle“ das Thema X oder Y abgehandelt haben und wieder zum Tagesgeschäft – ihrem normalen Blogthema – übergehen. Grundsätzlich könnten Blogparaden interessant sein, aber nicht wenn sie Überhand nehmen und zum Selbstzweck werden (Bloggerhandbuch Seite 27: Organisiere eine Blogparade um von bekannteren Blogs verlinkt zu werden und so zu Klicks und neuen Lesern zu kommen). Auch nicht, wenn sie von einer Firma (aka „Kooperationspartner“) ausgehen und ein Produkt oder eine Dienstleistung bewerben.

    1. P.S. Ich nenne mich übrigens auch Journalistin, da ich das a) studiert habe (aber „nur“ im Fernstudium, zählt das auch?) und b) schon gegen Entgelt für richtige Papierzeitungen geschrieben habe. Ich glaube, dass viele „Mamabloggerinnen“ (ich mag die Bezeichnung nicht) ursprünglich aus der schreibenen Zunft kommen und das Bedürfnis zu schreiben auf diese Weise ausleben.

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