Der neue Alltag

In der vergangenen Woche war es dann endlich soweit: unsere Elternzeit war voll ausgeschöpft und für uns begann wieder der Ernst des Lebens. Als berufstätige Eltern. Der neue Alltag heißt: weniger Familienzeit, lange Tage, kurze Nächte und raus aus dem Chaoskonzept und rein in einen organisierten Alltag.

Vorbei ist die Zeit, in denen ich nach Hause komme und da steht schon das Essen bereit, das Kind ist bereits von der KiTa abgeholt und der Nachmittag besteht nur noch zur freien Familienzeit. Gemeinsames spazieren gehen und Kaffee schlürfen auf dem Spielplatz gehören nun der Vergangenheit an. So konnten wir nämlich unseren März genießen!

Ja, ich gebe zu: das Leben als das berufstätige Elternteil, dass ‚den Rücken frei gehalten bekommt‘, ist gar nicht mal so übel.

 

Wieder mehr Zeit mit Kind – und weniger ‚Freizeit‘

Seit Anfang März arbeite ich nun in Teilzeit. Bisher habe ich das keinen Tag bereut. Die kurzen und anstrengenden Nächte kann ich so viel besser verpacken und auch sonst ist das mehr an Tag, was einem die zwei Stunden weniger Arbeit bringen, einfach unbezahlbar. Apropos Zahlen: noch habe ich meine Abrechnung nicht bekommen. Wie viel (oder wenig) jetzt wirklich bei rum kommt, werde ich dann morgen sehen….

Ab 15 Uhr ist  für mich Mama-Kind-Zeit…..

 

…..und ich verstehe nun das Jammern..

von Müttern, die sich über die langen Tage beschweren. Was zu zweit keine Kunst ist, ist  für jemanden, der bereits seit 5 Uhr morgens auf den Beinen ist, harte Arbeit: nämlich ein müdes und ausgepowertes Kleinkind bei Laune zu halten, während man doch selbst nur mit einem Kaffee in der Hand die Füße hochlegen mag. Oder zumindest in Ruhe ein Mittagessen zu sich nehmen will.

Unsere Duracellraupe meint nur vormittags eine kleine Ruhepause einhalten zu müssen. Leider ist dann Nachmittags häufig die Luft schon raus. Oder es liegt gerade an dem 13/15-Monats-Schub…. Auf jeden Fall habe ich gut zu tun mit Kleinkind, Einkaufen, Kochen und Haushalt. Der Tag endet dann erst gegen 19.30 Uhr, wenn die Müdigkeit über das Kind siegt und der Mann nach Hause kommt. Ich bin dann rund 14-15 Stunden ohne wirkliche Pause am Werk. Ohne erholsame Nächte.

Bloggen, Lesen, Lernen: ich denke ich brauche nicht viel über meine Produktivität  zu sagen, oder?

 

Termine, Termine, Termine – wir werden Orgaprofis!

Arzttermine von Dreien, Familienfeiern, Geschenke organisieren, Auto-Werkstatt, Abgabefristen von Unikram, Vorstandsarbeit und die Arbeit in der Elterninitiative. Puhhh…ich denke es ist nun Zeit das bisherige Organisationskonzept: Chaos und Zettelwirtschaft zu verabschieden und nun zum Organisationsprofi umzuschulen.

Wie dem auch sei: es sind gerade lange Tage, kurze Nächte und immer wieder die Angst, das Opfer der neuesten KiTa-Seuche zu werden 🙂

Es ist aber auch: ein geregelter Alltag, neue Herausforderung und ein bisschen das Gefühl endlich anzukommen. Im Beruf, im Alltag und als Mutter.

Oder wie mein Chef letztens so schön sagte: „Frau C., sie sind nun Mutter und jetzt auch schon alt: das Leben hat sie nun im Griff!“

In diesem Sinne: Ahoi!

 

Ich, die Teilzeit-Mutti

Ab dem 1.3 werde ich in Teilzeit arbeiten gehen. So richtig wohl ist mir dabei ja nicht, denn es kommt mir so vor, als würde ich damit in die Mutti-Teilzeitfalle rutschen.

Die negativen Assoziationen überwiegen. Aber warum eigentlich?

Vergangene Woche habe ich die Vertragsänderung für meinen Job erhalten. Ab März werde ich dann anstatt 38 auf 30 Wochenstunden reduzieren. Das entspricht dann fast 80 % – genau genommen: 78,9 %.

MIt dieser Art der Teilzeitregelung bin ich nicht alleine: rund 70 % der  Frauen in Deutschland sind erwerbstätig. Knapp die Hälfte (45,6%) davon in Teilzeit. Wiederum 50 % von diesen Frauen arbeiten in Teilzeit, weil sie Kinder oder Familienangehörige betreuen.

 

 Ist die Vereinbarkeit eine Lüge?

Ob und wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie überhaupt zu bewerkstelligen ist ein wichtiges Thema unserer Zeit. Wege und Lösungen werden auf allen Ebenen diskutiert, denn in Zuge des demographischen Wandels und der näherrückenden Problematik des Fachkräftemangels, kann es sich die Politik und die Wirtschaft sich nicht leisten die Frauen nur an Heim&Herd oder nur an „die Karriere“ zu verlieren.

Der harte Kampf um das Humankapital und Womanpower ist bereits in vollem Gange.

Fakt ist: wirklich adäquate Lösungen wurden bisher noch nicht gefunden!

 

Berufseinstieg 3.0

Ich bin bei meinem dritten Wiedereinstieg in den gleichen Job. Nach meinem Berufseinstieg nach meiner Ausbildung, dem Wiedereinstieg als Werksstudentin kam nun der Wiedereinstieg als berufstätige Mutter.

Rückblick: Im Oktober, als die kleine Raupe gerade mal 10 Monate alt war, gab es bei uns einen Schichtwechsel. Ich bin Vollzeit in meinen Beruf zurück und der Papa ist nun in Elternzeit. Soweit so gut. Ursprünglich war der Plan zwar ein anderer…das ist nun aber ein Fall von ‚Hätte, hätte, Fahrradkette‘. Ist jetzt halt eben anders – auch gut. 

Zum Glück haben wir auch zum 1. Geburtstag einen Krippenplatz bekommen. Damit war eigentlich alles in trockenen Tüchern. Nur meine Arbeitszeiten bis 16.30 h plus mindestens eine Stunde pro Arbeitsweg und die Betreuungszeiten bis 16.30/17 h waren noch nicht ganz kompatibel zu einander. Was also tun? Die Lösung war von Anfang an…

 

…Stunden runter!

Bereits bei der Vorbesprechung habe ich meinem Chef darauf angesprochen, dass wir zwar einen Ganztagesplatz haben, wir aber trotzdem in einer zeitlichen Zwickmühle stecken und ich dann, wenn die Elternzeit für den Mann endet, meine Stunden reduzieren müsste. Er reagierte eher positiv.

Die Reaktionen auf meinen Vorschlag waren sehr unterschiedlich. 

Mein Chef hat bereits in Vorfeld der Vertragsunterzeichnung sehr zuvorkommend und positiv reagiert (positiver Gedanke: wow, familienfreundlich und flexibel! yeah!) und direkt eine studentische Hilfskraft gesucht, die meinen Arbeitsausfall kompensieren soll (negativer Gedanke: meine Arbeit kann also auch von einer ungelernten Aushilfe gemacht werden 🙁 )

Mein Kollege kommentierte die Neuigkeit nur mit: aha, dann sind wir bald ein Teilzeit-Labor. Wer macht dann die ganze Arbeit?

Und der Mann sagte beim Abendessen nur ganz flapsig: „dann sind wir ja bald wie eine richtige, spießige Familie: ich arbeite Vollzeit und Mama kümmert sich nachmittags ums Kind!“

Humpfl…

Der fade Beigeschmack

Eventuell hätten es auch drei oder fünf Stunden weniger getan. Nun habe ich mich aber ganz bewusst für 30 Stunden entschieden. Ich sehe meine Tochter dann eh schon nur abends und es muss nur mal ein Stau auf dem Nachhauseweg sein oder die S-Bahn ausfallen und schon bin ich zu spät. Und dieses Szenario im Straßenverkehr ist eigentlich an der Tagesordnung.

Und ganz ehrlich? Ich will nicht immer die letzte, abgehetzte Irre sein, die ihre Tochter völlig verschwitzt und abgenervt von der KiTa abholt!

 

Das Beste für alle….nur nicht für die Karriere!

Ich will das Beste für mein Kind: tolle KiTa, perfekt verlaufende Eingewöhnung, noch ein wenig Familienzeit, zufrieden, vor allem gesund!

Ich will das Beste für uns Eltern: einen Alltag ohne Dauerstress und schlechtes Gewissen, ein Leben, dass nicht gerade finanziell am Limit läuft

Ich will das Beste auf der Arbeit: mich in die Projekte einbringen, die mir wichtig sind und gute, qualitativ hochwertige Arbeit abliefern.

 

Und doch habe ich das Gefühl mich permanent rechtfertigen zu müssen.

Ist es also doch alles nur eine Lüge mit der Vereinbarkeit?

 

Was sind eure Erfahrungen mit Teilzeit-Arbeit? Chance oder eher ein weiteres Problem? Wie reagieren die Kollegen? 

Ahoi!

Schichtwechsel

Vergangene Woche war es dann endlich soweit: ich, 9 Monate Vollzeitmama, wurde wieder in die Welt entlassen. Aus dem kuschligen Nest geschubst und hinein in die kalte Arbeitswelt geworfen.
Papa dagegen bekam eine Schürze umgebunden und ist fortan die kommenden 5 Monate für Heim, Herd und Raupe verantwortlich.

Heute Morgen beginnt die erste ‚richtige‘ Arbeitswoche für mich. Hatte ich vergangene Woche noch Zeit mich zu sortieren, meinen Arbeitsplatz zu organisieren und auch noch zwei Nachmittage frei, so ist jetzt Schluss mit lustig.

Heute kommt mein Chef zurück. Das heißt Meetings und Projektplanung.

Und, bist du traurig?

Das war wohl die meist gestellte Frage in meiner ersten Arbeitswoche.
Kurz überlegt: nein! Die ersten fünf Tage fühlte es sich wie die große Freiheit an. Weg von den ungeliebten Pflichten Wäsche und Haushalt. Den Radius erweitern – mehr als den angrenzenden Park, Spielplatz und die Stadt sehen. Ja, und auch einfach mal kein Gebrüll beim Anziehen, wickeln, schlafengehen. Mutter sein ja:! Hausfrau:Nein!

Natürlich freue ich mich am meisten darauf, nachmittags die kleine Raupe zu kuscheln und zu bobbeln! Keine Frage. Und in den nächsten Tagen und Wochen wird es sich sicherlich ändern. Dann nämlich, wenn der (Arbeits)Alltag einkehrt und die Euphorie verflogen ist.

Raupenpower vs Superdad

Die beiden sind ein klasse Team und gerade ist Papa einfach nur der Beste. Nur manchmal zum einschlafen nicht. Gross vermisst wurde ich wohl erstmal nicht. Aber der Papa bemerkte schon nach den wenigen Tagen: der Radius wird winzig und die Tage mit Baby können ganz schön lang sein!

Die sonstigen Projekte

Mit dem Oktober endete nicht nur meine Elternzeit, sondern es begann auch das Wintersemester an der Uni. Zwei Kurse werde ich abschließen und besuche nach der Arbeit Freitags das Tutorium. Ich darf auch an zwei Tagen in der BlogF-Redaktion aushelfen und freue mich Ende des Jahres zwei weitere Projekte vorstellen zu können.

Wie es hier weitergeht – darüber bin ich mir noch nicht im Klaren. Ich suche noch nach dem roten Faden und meiner genauen ‚Zielgruppe‘. Bis dahin wird es weiter ein gemischtes Potpourri an Themen geben. Mal persönlich, mal allgemein. Hin und wieder lecker und ein wenig Unifachkram.

P.S.: Daumen drücken. Ich glaub wir haben grad eine gute Phase….aber psssscht!

In diesem Sinne: Ahoi!

Back in Job – meine Zukunft als ‚Working Mom‘

Der Wiedereinstieg in den Job – bald Realität

Letzte Woche hat mich per whatsapp eine Nachricht einer lieben Kollegin erreicht.
Wie es mir so gehe und der Kleinen. Man habe in der Firma wohl munkeln gehört, dass ich im Herbst wieder anfangen wolle. Ob ich denn schon einen Termin hätte.
Ja, sagte ich. Mitte Oktober wäre mein Wunschtermin. Da läuft ja auch schließlich mein Elterngeld aus und unser Papa geht für fünf Monate in Elternzeit. Ich wolle ja die Woche eh mal reinschneien, jetzt wo der Umzug fast erledigt ist.

Montag war es dann soweit. Der Mann hatte frei und hat den Raupendienst übernommen. Während er also gemütlich mit der Raupe die Uroma bespaßte, durfte ich mich durch den Düsseldorfer Verkehr quälen. Ich hab mein Eintreffen auf 12.30h kalkuliert. Genug Zeit um überall ein ‚hallo‘ hereinzuwerfen und den Chef abzufangen, bevor es zu einer Verabschiedung geht.

Was soll ich sagen? ‚Man munkelt du fängst wieder an.‘ War etwas untertrieben. Es gab einen schriftlichen Umlauf und eine Email an alle Mitarbeiter, welche mein Erscheinen als Arbeitskraft ankündigte. Meine Angst, dass mein Chef doch noch einen Rückzieher machen könnte, löste doch damit in Luft auf.

Alle Kollegen gesehen (Check)
Chef gesprochen (Check)
Termine für Projektbesprechung festgelegt (Check)

 

Bauchgefühl – richtig oder falsch?

Mein Besuch fühlte sich gut und meine Entscheidung richtig an. Das ist ein wenig wie Fahrrad fahren: der Arbeitsplatz an dem ich gelernt und 7 Jahre (davon die meiste zeit voll) gearbeitet hab. Der Kern der Kollegen ist immer noch der gleiche und ich freue mich bald wieder dazu zugehören.

 

Zweifel…

Und dann kommen wieder so Tage wie heute, wenn die Raupe den ganzen Tag quengelt, nicht einschlafen und permanent trinken will. Wie soll der Papa diese Bedürfnisse befriedigen, wenn es doch keine Brust mehr gibt? Und die Mama den ganzen Tag nicht da ist?

 

Abstillen: das große Thema

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Das die Zeit der Muttermilchverköstigung mit meinem Berufseinstieg ein Ende haben wird war uns vorher bewusst. Diese Entscheidung habe ich jetzt nicht nur für mich getroffen, weil ich es einfacher finde, sondern hat einen handfesten Grund: ich darf es einfach nicht!                        Ich arbeite mit unzähligen chemischen Substanzen und da wäre Stillen ein Gesundheitsrisiko für die Raupe, welches ich nicht eingehen darf.

Abstillen ist also unausweichlich. Momentan fühle ich mich schlecht bei dem Gedanken, wo wir doch nach Bedarf stillen und einschlafen ohne Mama (und meist auch ohne Brust) ein ganz großes Drama ist.

 

Das große ABER!

„Wat mut, dat mut“. Wie man so schön sagt. Und ich gehe ja nicht arbeiten, weil ich es nur so schön da finde und ich nichts anderes mit mir und meiner Freizeit anzufangen weiß. Ich gehe vor allem arbeiten, weil ich muss. Von selbst bezahlt sich die Miete, das Auto und die Lebensmittel eben nicht. Grausame Welt. Und es ist ja auch nicht so, dass ich mein Baby in einem Weidenkörbchen vor der Kirche aussetze.

Ich lasse mein Baby mit meinem Mann ein paar unvergessliche Monate erleben. Er wird sehen, wie sie de ersten Schritte macht und ihre ersten Worte hören. Und es gibt Milch aus dem Fläschchen und Brei. Und dann bald ja auch schon was ‚richtiges‘ 🙂 Die Beiden sind ein super Team,  da kommt kein Blatt zwischen. Unser Papa ist halt der beste Papa…wo gibt. Ist klar, oder? 🙂

In den ruhigen Momenten sind die Zweifel also wieder wie weggeblasen.

Unser Familienmodell: Gleichberechtigung!

Ich habe jetzt noch ein paar Monate Zeit um mich darauf vorzubereiten. Den Gedanken zu akzeptieren, dass ich das Band zwischen mir und meinem Baby etwas länger lassen muss. Das ich vielleicht einiges verpasse. Das ich nicht mehr ‚Herrin‘ des Haushaltes bin (nicht das ich eine GUTE Hausfrau wäre).

Diese neue Konstellation beinhaltet aber auch eine Form der absoluten Gleichberechtigung. Der Papa und ich haben dann (naja FAST) die gleiche Zeit gehabt um unser Baby im ersten Lebensjahr zu begleiten. Wir waren beide Hausfrau und Hausmann. Wir waren beide eine zeitlang Haupternährer der Familie. Und das macht mich auch wieder ein wenig stolz. Auf mich. Auf uns.

Wie sieht euer Familienmodell aus?  Wie hat der Einstieg in den Job geklappt? Und die Elternzeit der Papas?

In diesem Sinne: Ahoi!

16 Wochen: Mein Rückblick auf die erste Babyzeit

So, nun finde ich dann doch noch diese Woche Zeit eine kleine Zusammenfassung zu unserer Anfangszeit mit Baby zu schreiben. Dann am vergangenen Freitag hatten wir 4 Monatiges!!! Meine kleine Babymaus ist nun schon 16 Wochen alt und es ist kaum zu glauben WIE schnell die Zeit vergeht.

 

Geburt, Krankenhaus und die erste Zeit danach

Nach der Geburt war ich  einfach nur froh es überstanden zu haben. Froh, dass mein Baby es doch noch unbeschadet geschafft hat und der beste Mann der Welt nun der stolzeste Papa der Welt geworden ist.

Schon ab dem Moment, als wir unser Zimmer bezogen haben war klar: wir haben eine kleine Kuschelratte. Schlafen nur auf dem Arm und IMMER hungrig! Dafür aber recht zufrieden, wenn diese beiden Bedürfnisse befriedigt waren. Zudem verdammt niedlich und recht entspannt. Die ganze Arbeit hat sich also gelohnt. Dennoch hatte ich nicht das Gefühl, mich jemals wieder als nicht blutendes, nicht schmerzendes, nicht NUR stillendes menschliches Geschöpf zu fühlen…geschweige denn als begehrenswerte Frau. Zum Glück sah Mann das anders.

Nach zwei Tagen bin ich dann endlich zu Hause gewesen. Ja, ich habe solange rum genervt, bis ich endlich gehen durfte. Das Krankenhaus war zwar super und das Personal perfekt, aber ich wollte mich mit meiner kleinen Familie ins NEst kuscheln und mich von meinem Mann mit leckerem Essen und Tee verwöhnen lassen. Die Kinderärztin sagte mir nachher, es hätte bei mir nach Flucht ausgesehen…

Zuhause haben wir das ganze dann gut gerockt. Unsere Hebamme kam im Grunde nur noch zum Kaffee trinken vorbei 🙂 Nachts konnte ich 1,5-3 h am Stück schlafen, gestillt nach Bedarf und das Baby immer im Tuch mit dabei (Kuschelratte).  Ich hatte noch die naive Vorstellung frisch geschlüpftes Baby, Haushalt und Klausurvorbereitungen unter einen Hut zu bekommen. Das mit den Klausuren hat NICHT geklappt, mein Haushalt…naja, ich war noch nie eine motivierte Hausfrau…jetzt wird nur noch das nötigste gemacht 😉

Der beste Mann der Welt hat uns zwei Wochen lang verwöhnt und musste dann leider wieder arbeiten 🙁

Schübe, Phasen….es geht Alles vorbei!!

Ja, trotz aller Entspanntheit unsererseits, hatten wir das große Los des Dreimonatskoliken gezogen. Meist nach jeder Mahlzeit und abends sowieso, öfter mal auch nachts, hat das arme Mausi jämmerlich geweint und gestrampelt, bis sich endlich die fiesen Pupse gelöst haben. Was muss, das muss und so haben wir versucht, ohne Panik einfach das beste draus zu machen. Augen zu und durch. Ach ja, dann gibt es ja auch immer noch Schübe und so. Also wenn das Kind nachts kein Bauchweh hat, dann halt uns Gezappel und Gebrabbel war oder die Zähne. Die stehen nämlich schon alle in den Startlöchern und warten nur auf einen ruhigen Moment 🙂

Die guten Tipps

Vor allem die Familie fühlt sich genötigt, zu allem und jedem ungefragt ihre Tipps abzugeben. Da ist eigentlich bei jeder Begegnung, noch bevor man sich begrüßt, die erste Frage: „Und, schläft sie durch? “ Auch beliebt sind: „DARF das Kind etwa nicht schreien?“, „Ihr müsst ihr Tee geben. Sooft wie die trinken will, bekommt sie bestimmt nicht genug!“, „Jaja, das mit dem tragen werdet ihr euch wohl noch überlegen. Wenn die erstmal schwerer wird.“,“ Ihr müsst ihr Schmelzflocken in die Flasche machen, dann schläft die auch durch.“ “ Wenn sie weint, einfach mal in den Kinderwagen legen.“ Und immer mit der Begründung: Das haben wir früher ja auch so gemacht. Ähm, ja. Wenn ich aber sage, dass wir bereits einen U3-Platz haben, sind wir Rabeneltern 🙂

 

…und sonst so?

Aus dem „kleinen“ vollkommen hilflosen Wesen, welches nur dauernuckelnd, schreiend oder schlafend unseren bequemen Alltag gesprengt hat ist schon eine kräftige, kleine Dame geworden. Und es stimmt, was man so liest und hört: es wird besser! Schlafen wird regelmäßiger, Stillen wird kürzer und im allgemeinen „versteht“ man einfach besser, was das Baby will. Okay, da gibt es natürlich doch immer wieder Rückschläge…das nennt sich dann Schub oder Phase 🙂

Die Babymaus hat unser Leben einmal komplett umgekrempelt. Zumindest meins. Denn obwohl ich mir die Zeit mit Schwangerschaft, Baby, Arbeit und Studium gut geplant habe, ist es im Endeffekt doch komplett anders verlaufen wie geplant. Es fing damit an, dass ich viele Kurse und meinen Job an der Uni nicht weiterführen konnte, deswegen kein Bafög mehr bekommen habe und (zum Glück und tausend Dank an meinen Arbeitgeber) ganz viele Stunden arbeiten musste, um überhaupt einen nennenswerten Betrag an Elterngeld zu bekommen.

So froh ich also auch war/ bin dieses kleinen Menschlein in meinem Leben zu haben, so frustriert hat es mich, dass meine restliche Lebensplanung (zumindest in meinem Zeitrahmen) komplett den Bach runter gegangen ist. Und nach 4 Monaten weiß ich auch immer nicht, wie es GENAU weitergehen soll. Zumindest werde ich ab November wieder arbeiten gehen können und der beste Mann der Welt geht dann in Elternzeit. Er freut sich wie Bolle und ist so stolz darauf! Einen Betreuungsplatz haben wir auch schon (in der besten KiTa der Welt 🙂 ) . Also, es geht voran.

Ich freue mich schon auf die nächsten Tage, Wochen, Monate und Jahre mit der Süßen und bin überzeugt, dass wir unser Leben zu Dritt ganz gut rocken werden!

Als nächstes werden wir den ersten Brei in Angriff nehmen 🙂

Ich werde berichten und freue mich, dass ihr mit an Bord seid!

Ahoi!