Akku leer! Und nun?

Nach unserem ‚Urlaub‘ habe ich es genau eine Woche lang geschafft noch weiter zu machen. Trotz der Tatsache, dass es bei uns gerade keinen Nachtschlaf gab (Schub/Zähnchen) und wir nur noch auf dem Zahnfleisch kriechen konnten. Letzte Woche Montag hat sich dann mein Kreislauf verabschiedet und mir somit gesagt: STOPP!

Nach fast zwei Wochen fühle ich mich beinahe wieder fit und wieder hergestellt. Bereit für den Alltag. Jetz ist es natürlich nicht so, dass nur Eltern das Los eines anstrengenden und fordernden Alltags gezogen haben, aber gerade Eltern können sich eben nicht so einfach mal nach der Arbeit zurückziehen und sich erholen.

 

Auf die Signale achten!

Meine Hausärztin hat es ganz gut ausgedrückt:

„Nur der Wille, den Alltag mit Kind und Beruf unter einen Hut zu bekommen, reicht nicht aus. Man muss auch die Kraft haben, diesen Marathon durchzustehen. Im Notfall sollte man die Reißleine ziehen!

Diese Reißleine besteht dann aus einer Krankschreibung, einer Kur oder aber auch aus einer psychotherapeutischen Therapie.

Diese Möglichkeiten sollte man in Anspruch nehmen, bevor man selbst (oder auch die Beziehung) unter der Belastung zerbricht.“

 

Als Eltern gesund bleiben

Eigentlich könnte es doch so einfach sein: viel Schlafen, gesundes Essen und ausreichend Bewegung. Klingt einfach. Und vor meinem inneren Auge sehe ich jetzt die vielen übernächtigten Mütter und Väter, die  bei der Vorstellung einer entspannten Joggingrunde nach der Arbeit, einer ausgewogenen, entspannten Mahlzeit und einer geruhsamen Nacht, ihren schweren Kopf einfach nur auf die Tischplatte fallen lassen….

 

Es ist schließlich nie mehr so wie früher und darum müssen auch die Strategien etwas angepasst werden.

1.) Trotz Stress und Hektik bewusst essen und sich was Gutes gönnen.

2.) Alltag ist Trumpf: geregelte Abläufe machen das Leben einfacher und alle können sich darin zurechtfinden

3.) Bewegen wo es möglich ist: kleine Strecken zu Fuss oder mit dem Rad zurücklegen.

4.) Schlafen wann/wo es möglich ist: dann ist die Bett-Zeit eben schon mal im 20 Uhr oder 2×30 Minuten in der S-Bahn..so what!

5.) Positiv denken und sich an den kleinen Dingen erfreuen 🙂

6.) Atmen und lieber die Dinge langsam angehen. Weg mit dem Perfektionismus und überfüllten To-Do-Listen!

Ich versuche all diese Dinge um zusetzten und ich merke, wie gut es tut. 


 

Und wie sind eure Strategien im Alltag? Wie wichtig ist eurer Meinung nach die Gesundheit von Eltern? Oder sollte man alles machen und die ‚perfekte‘ Mutter/ er ‚perfekte‘ Vater zu sein?

 

4 Gedanken zu „Akku leer! Und nun?“

  1. Toller Text!
    Ich finde das Thema ungemein wichtig und Du & Deine Hausärztin habt recht – manchmal muss man die Reißleine ziehen!
    Zu Deiner Frage: was macht den schon eine perfekte Mama aus? Ich denke, in erster Linie muss es der Mama gut gehen, dann geht es auch den Kindern gut. Alles machen und nach außen „perfekt“ erscheinen kommt im Innersten nur selten als solches an 🙂

    1. Hallo Vany,
      ich denke auch, dass es dieses *perfekt* gar nicht gibt. Ich finde es gut so, wie wir leben. Und das, obwohl es ganz weit weg ist vom supererfolgreichen, stylishen, energiereichen und immer strahlenden Werbeideal. Ich kenne auch sonst keinen, bei dem es so ist.

      Je mehr wir bei uns selbst sind, desto besser kann es uns gehen 🙂

      Lg

  2. Tolle Tipps – vielen Dank dafür. Ich ziehe mich von einer zur nächsten Phase, in der ich mal in Ruhe etwas tun kann. Das letzte Mal ganz in Ruhe essen ist schon lange her – vor der Geburt der Großen irgendwann.
    Und es ist nun sogar schlimmer geworden, denn manchmal esse ich jetzt mit 2 Kindern auf dem Schoß – oder eben auch nicht. Abends, wenn sie schlafen, habe ich manchmal so einen Hunger, dass ich die Tagesration innerhalb einer Stunde vertilge. Sehr gesund! 😀 Ich denke immer, dass es irgendwann besser wird – ganz bestimmt. Und bis dahin halte ich bestimmt durch.
    Ich nutze die Zeit, die mir die Kinder lassen, bewusst für mich – wenn der Haushalt und so erledigt sind. Ich denke immer: Durchhalten. Irgendwann habe ich sicher wieder mehr Zeit als ich mir wünsche, wenn die Kinder im KIndergarten und in der Schule sind oder sogar ganz aus dem Haus irgendwann. Und bis dahin komme ich so klar, wie es ist, denke und hoffe ich und wünsche ich mir.

    1. Hallo,

      ich wünsche dir, dass du weiterhin soviel Kraft hast und es durchhälst! Ich bin leider ganz schlecht im „doofe Situationen aushalten“ und versuche immer eine Alternative zu finden. Zum Beispiel gehen wir mal mit Freunden essen. Das ist ganz praktisch, weil dann andere mal eben das Kind beaufsichtigen oder mit ihr eine Runde an der Hand gehen können. Ich ziehe mich wirklich an diesen Kleinigkeiten hoch, brauch dafür aber auch regelmäßig diese kleinen Impulse.

      Liebe Grüße,

      Miriam

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