Wie es nie wieder Montag wurde, oder: wie ein Zufall mir die Flasche abgewöhnte

Heute gibt es eine kleine Kindheitsanekdote von mir, wie ein Zufall mit die Milchflasche abgewöhnte und die Antwort auf die Frage, warum es für mich nie wieder Montag wurde.

„Wäschchen! Wäschchen!“

Im Jahre 1987 kletterte ein kleines Mädchen regelmäßig ins elterliche Schlafgemach, um die kalten Hände und Füße unter die Decke und an den schlafwarmen Körper von Mama oder Papa zu drücken. Nach einigem Positionieren und drehen um die eigene Achse („musst du mir immer in den Rücken treten?“) ertönte der nächtliche, kleinkindliche Ruf nach Milch. „Wäschchen, wäschchen!“ Das war mein Codewort.
Das Elternteil, das gerade nicht im Nachtdienst war oder am nächsten Tag zum Frühdienst musste, kredenzte dem gierigen Milchvampir sein Fläschchen mit warmer Milch. So weit so gut und auch mir wohlbekannt.

Die letzte Nuckel ist kaputt – am einem Samstagnachmittag 

Wir erinnern uns kurz an die 80er Jahre, in denen Samstags ab 14 Uhr die Geschäfte ihre Tore schloßen. Bis Montagmorgen musste sich der konsumwillige Kunde gedulden. Aber auch diese, die grade ein episches Drama mit einem Kleinkind erleben müssen, weil der letzte verbliebene Milchnuckel seine Dienste eingestellt hat.
Was also tut das doppelt pädagogisch ausgebildete Elterpaar in dieser Krisensituation? Bis Montag durchhalten und das Kind bei Laune halten und ablenken – irgendwie!                     „Am Montag gegen wir einen neuen Nuckel kaufen, dann machen die Geschäfte erst wieder auf.“ Den Überlieferungen nach, habe ich diese Nachricht so mittelmäßig verständig aufgenommen – und trank dann trotzig aus dem Becher, den meine Mama schnell mit lustigen Motiven verzierte.

Der Montag, der niemals kam

Der kalte Entzug schien aber gewirkt zu haben und schon in der Nacht von Sonntag auf Montag gab es keinen nächtlichen Wäschchen-Appell mehr.
Für Gunst der Stunde wurde dann genutzt und einfach keine Nuckel mehr gekauft. Auf meine Nachfrage, wann denn wieder Montag sei, antworteten meine Eltern viele Wochen lang:  „Das dauert noch ganz, ganz lange!“
Heute, 28 Jahre danach, warte ich immer noch auf einen Montag, der niemals kommen wird……..

[kurzgebloggt] Volle Kanne Harmonie

Manchmal lösen sich die Spannungen der vergangenen Wochen und Monaten in einem heftigen Gewitter. Es regnet, es blitzt, es kracht.
Danach ist die Luft frisch und klar, die Sonne geht auf und die Vögel piepsen um die Wette.

In diesen Tage quillt die Harmonie über.

Weil wir gerade weniger Sorgen haben, wir gut schlafen können, wir gönnen können, wir genießen können, wir planen können. Weil der Frühling kommt und die Sonne scheint.

An diesen Tagen, mitten in der Woche, wenn alle Familienmitglieder morgens ausgeruht und gut gelaunt sind.

Dann quillt sie über, die volle Kanne Harmonie.