Ein Jahr #workingmom – Vereinbarkeit ist möglich

Vor einem Jahr und zwei Wochen bin ich wieder in meinen Job zurückgekehrt. Ich habe mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht, wie es wohl werden wird. Mann und Kind werden fünf Monate alleine zu Hause sein und den Alltag wuppen, während ich täglich fast 12 Stunden außer Haus bin. Den Beitrag zum ,Schichtwechsel, könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Jetzt kann ich sagen, dass es ein Jahr mit (wenigen) Höhen und (vielen) Tiefen war. Und trotzdem bin ich der Überzeugung, dass die Vereinbarkeit von Familie und Berif möglich ist. Hier ein kleines Resümee:

Die ersten fünf Monate habe ich Vollzeit gearbeitet, während der Mann das Kind hütete und den Haushalt versorgte. Als seine Elternzeit vorbei war, bin ich dann auf eine 30 Stundenwoche gewechselt (80%). (Hier gibt es noch den Artikel zu meinen Bedenken zum Teilzeitmodell.)

 

Nach 9 Monaten zurück in den Job – warum eigentlich?

Der Plan hatte ja eigentlich einen anderen Ablauf vorgesehen: nach neun Monaten wollte ich wieder zur Uni und mein Studium beenden. Aus verschiedenen Gründen wurde dieser Plan bereits in der Schwangerschaft zerschlagen (und alle späteren Versuche das Studium wieder aufzunehmen sind ebenfalls bisher gescheitert). In dieser Situation hat man mir meine alte Stelle angeboten. Zu dem damaligen Zeitpunkt war es für mich ideal, denn ohne weiteres Bafög hätte mir nur ein hoher Studienkredit durchs Studium geholfen. Das wollte ich nicht. Die Ängste aus den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten waren erstmal verflogen.

So früh wieder in den Job zurückzukehren hatte also im Endeffekt mehrere Gründe: ich wollte meinen Arbeitgeber nicht länger als nötig hinhalten, nach 9 Monaten musste ich raus aus dem Hamsterrad Haushaltschaos mit Schreibaby und wir wollten unbedingt, dass der Mann genügend Zeit hat, seine Tochter ein paar Monate zu begleiten.

 

 

Schwieriger Start

Richtig los ging es dann im März und dann kam es dicke! Seit der Geburt lebten wir eigentlich nur unter Strom unter Anspannung. Solange einer zu Hause noch die Stellung hielt und dem Arbeitenden den Rücken freihalten konnte, funktionierten wir irgendwie. Die Doppelbelastung hat uns erstmal ganz schön aus der Bahn geworfen. Dazu jeden Abend noch bis zu 2 Schreistunden und meist sehr unruhige Nächte. Zu guter Letzt haben wir noch jeden Infekt mitgenommen, den man so kriegen kann (ich hatte ja eh schon permanent irgendwelche Infekte) . Erstes Kitajahr eben.

Bei Familie.de habe ich im Sommer über meine Erfahrungen geschrieben, die ich bis dahin mit meiner Berufstätigkeit seit dem Wiedereinstieg gemacht habe. Alles in allem hatte ich einen schwierigen Start. Das hatte vielerlei Gründe: Krankheiten, mehrfach Belastungen, keine Erholungsphase und vor allem die nicht klar definierten Erwartungshaltungen sowohl von meiner Seite als Arbeitnehmerin, als auch die Erwartungen meines Arbeitgebers an mich.

 

Freizeit, was ist das?

Nach unserem Horrorurlaub im Sommer musste ich mich für zwei Wochen krankmelden. Die eigentliche Krankheitsursache war schnell gefunden und behoben, trotzdem führte ich ein längeres Gespräch mit meiner Hausärztin über die dauernde Erschöpfung, über das fordernde Kind, über das Schreien, nicht schlafen und der Druck, der sich auf der Arbeit aufgebaut hat. Möglicherweise floßen auch ein paar Tränen… Da alle Werte ansonsten in Ordnung waren, sprach sie mir vor allem Mut zu und gab mir auf den Weg, was ich sowieso schon mache: achten Sie auf sich! Freiräume, Ruhezeiten, Aufgaben abgeben. Den Alltag überdenken und sich darin so einrichten, dass es sich gut anfühlt!

Seit dem Sommer geht es permanent bergauf.
Der Alltag läuft mittlerweile ganz gut. Jeder hat hier seinen Aufgabenbereich und seine Freizeiten. Die Alltagsroutine hat uns im Griff – das erleichtert uns so einiges, auch wenn uns unser Lebensradius manchmal sehr winzig vorkommt.

 

 

Ohne schlechtes Gewissen? Ja!

Und das schlechte Gewissen? Immer wieder lese ich von Müttern, die sich tagtäglich mit einen schlechten Gewissen zur Arbeit quälen. Ich habe, zum Glück!, keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Das Kind ist gut versorgt, erst vom Papa und nach komplikationsloser Eingewöhnung zu Jahresbeginn in der (weltbesten) Kita. Hätten wir nicht so einen guten Betreuungsplatz, sähe das vielleicht anders aus, aber so bin ich mir sicher, dass sie gut versorgt ist. Die Rahmenbedingungen waren also von Anfang an gut.
Nachmittags haben wir dann noch ungefähr vier Stunden gemeinsam und natürlich den langen Freitag und das Wochenende. Alles in allem haben wir einen guten Kompromiss gefunden, mit dem alle leben können.

Mein Fazit aus dem ersten Jahr als #workingmom

Ich habe in diesem Jahr viel gelernt:

  • über Grenzen, insbesondere Belastungsgrenzen
  • Über Vertrauen und die Art unserer Beziehung
  • Über den Umgang mit Erwartungen und den Mut, diese offen zu kommunizieren
  • über die vielen Wege der Vereinbarkeit….und das diese möglich ist!
  • wie wichtig es ist, in einem tollen Team zu arbeiten und sich dieser Arbeitsplatz auch ein ganz klein wenig wie ein Stück von Heimat anfühlt ❤️

….und so vieles mehr!

 

Vereinbarkeit IST möglich!

Niemals hätte ich gedacht, dass ich die Debatte über Vereinbarkeit führen müsste. Niemals hätte ich gedacht, dass ich einmal soviel Gegenwind bekomme. Trotzdem sage ich euch, das es möglich ist Familie und Beruf zu vereinbaren! Es ist nur kein Zuckerschlecken.

Ich denke, dass jede Familie ein Anrecht darauf hat, ihr Modell zu leben. Realistischerweise ist es aber in den Köpfen der Arbeitgeber noch nicht angekommen, dass wir als Eltern auch Teil dieses Systems sind. Um so wichtiger ist es durchzuhalten und einen eigenen Weg zu finden.

Vielleicht macht es ja der einen oder anderen Mut?
Wie waren eure Erfahrungen mit dem Wiedereinstieg und der Vereinbarkeit? Hattet ihr auch eine geteilte Elternzeit?

Alles zu seiner Zeit

Die Zeit fließt nur so dahin und in den vergangenen Wochen und Monaten ist eines immer wieder Gast in meinem Gedankenkarussell: wann ist der richtige Zeitpunkt? Gibt es den eigentlich?

Ich glaube mittlerweile, dass Pläne vor allem aus dem Grund scheitern, weil ihre Zeit noch nicht gekommen ist.

Es gibt Menschen, die legen mit 18 ihren Lebensweg fest und verfolgen diesen dann so gradlinig, dass man ihnen auf ihrer Überholspur nur noch nachschauen kann. Ich dagegen habe mich schon in so vielen verschiedenen Lebensweg-Varianten gesehen und nachher kam es halt doch ganz anders. Ich könnte das jetzt hier im einzelnen beschreiben, aber das ginge dann doch zu weit.

 

Durch Leben ohne Brechstange

 

Vielleicht liegt es an mir und meiner Taktik, mit der Brechstange mein Lebensmodell durchzusetzen. Denn sind wir mal ehrlich, es ist so ein wenig wie die Sache mit der Kindererziehung: als Kinderlose weiß man ALLES über Kinder und wie man sie am besten erzieht, hütet, großzieht…und dann kommt es eben doch anders. Und warum? Weil dieser kleine Mensch eben seinen eigenen Kopf, sein eigenes Tempo hat und individuelle Umstände umgeben. Genauso ist es mit uns. Mit unserem Leben. Eigentlich sind wir lebenslang Kinder!

 

 

Lebenslanges Lernen – fürs Leben lernen, vom Leben lernen

 

Keiner von uns beendet sie Schule und ist ein fertiger Mensch. Kein Uniabsolvent ist allwissend und auch nach Kind 1-3 kann man immer noch dazu lernen.

Ich bin jetzt 30 und bin noch lange nicht fertig. In manchen Momenten fühle ich mich viel zu jung für dieses Leben. Nicht überfordert, sondern einfach noch nicht 30.

Lebenslanges Lernen macht aus uns tolerante und neugierige Menschen. Und das finde ich gut. Manchmal ärgere ich mich, dass ich nicht die heiligen Drei der Mittelschicht (Uniabschluss, 2 Kinder, Eigenheim) vorschriftsmäßig absolviert habe. Und dann schaue ich mich um und bemerke, dass es eigentlich keine Rolle spielt, in welchem Alter ich ein bestimmtes Level im Statussymbol-Quartett erreicht habe. (Okay, ich bin wohl gerade vom Thema etwas abgewichen. Es sollte doch um das lebenslange Lernen, um Pläne und den richtigen Zeitpunkt gehen.)

 

Ein Topf voller Optionen. Der Bauch entscheidet!

 

Tagtäglich treffe ich Kopfentscheidungen. Im Job, im Haushalt, im Alltag. Aber der Lebensweg kann sich auch mal nach Gefühl ändern.

Zum Beispiel, wenn ich lieber einen Angehörigen pflegen möchte, anstatt sich mit 100% auf eine Prüfung vorzubereiten. Man einen Traumjob ziehen lässt, weil die Nähe zu Familie und Freunden einfach wichtiger ist. Wenn man sich bewusst wird, dass man nicht alle Wege gleichzeitig gehen kann, wohl aber nacheinander. Einfach um die eigenen Kräfte zu schonen.

Pläne sind gut, aber für ihren Erfolg sind viele Faktoren zuständig. Es kommt: Alles zu seiner Zeit!

 

Und wie ist es bei euch? Bauch oder Kopfmensch – wie entscheidet ihr? 


 

So war das #WUBTTIKA2015

Knapp zwei Wochen ist es jetzt her und unser erstes #WUBTTIKA (und um genau zu sein, war es mein erstes, richtiges Bloggerevent überhaupt) ist vorbei und ich muss sagen: es war großartig <3

In den vergangenen vier Monaten ist aus einer spontanen, kleinen Idee auf Twitter das #WUBTTIKA entstanden. Besonders haben wir uns natürlich über unsere großzügigen Sponsoren gefreut, die uns vollkommene Freiheit in der Planung und Umsetzung unserer Veranstaltung gelassen haben.

Wie alles begann und wie wir zu unserem Motto gekommen sind, könnt ihr hier in diesem Beitrag nachlesen.

 

Aufregung und immer die Angst, es könnte noch war schiefgehen….

Obwohl uns unsere Planung ohne größere Probleme und Ausfälle von der Hand ging und wir  eigentlich an alles gedacht hatten, blieb ich bis zum Schluss noch ziemlich skeptisch: was, wenn wir doch irgendein wichtigen Punkt vergessen haben? (haben wir nicht :-)) Oder die Kinder ununterbrochen weinen, weil die gestreßt sind und uns unsere Referentinnen uns laut fluchend wegrennen ( Kinder und Referentinnen waren total locker, entspannt und souverän 🙂 ) oder wenn einer von dem Kuchen einen allergischen Schock bekommt? (VIELLEICHT war dieser Gedanke etwas übertrieben….). Es ging gar nichts schief und tatsächlich war ich nach kurzer Zeit schon recht gelassen. Besonders war ich von unseren kleinen und kleinsten Gästen begeistert, die ganz entspannt den Raum erkundeten und sogar neue Freundschaften geschlossen haben.

 

Über den eigenen Schatten gesprungen

In der gesamten Planungszeit und beim Event selbst bin ich wohl so häufig über meinen eigenen Schatten gesprungen, wie schon lange nicht mehr! Aber es war eine tolle Erfahrung. An dieser Stelle möchte ich auch noch einen ganz großes DANKESCHÖN an JuSu und Susanne richten. Bestes Planungsteam ever <3! Ich würde sagen: Ihr könnt uns auch als Eventplaner buchen 😉

Die Menschen hinter dem Blog/Account

Ich war ziemlich nervös. Habt ihr hoffentlich nicht so gemerkt! Meine Befürchtungen sind dann ja auch nicht eingetroffen: es gab keine Katastrophen, kein infernalisches Kindergebrüll und ich habe es tatsächlich geschafft, zumindest mit allen ein paar Sätze zu Wechseln. Leider war es natürlich viel, VIEL zuwenig Zeit!

Bei einigen war ich überrascht, wie sehr sich Blogidentität und die reale Person gleichen. Bei anderen war ich wiederum erstaunt, weil ich mir ein ganz anderes Bild von der Person gemacht hatte. Zum Glück ging es anderen bei mir auch so 😉

Für mich ist das wieder eine sehr interessante Erfahrung gewesen und macht einem mal wieder sehr, sehr deutlich, dass hinter jedem Beitrag und jedem Tweet ein Mensch sitzt und das ein Text (ob kurz oder lang) immer nur ein Bruchteil des gesamten Lebens, Alltags, Persönlichkeit wieder spiegelt. Viel zu wenig eigentlich um darüber zu urteilen, ob man eine Person mag oder nicht.

 

„Und, biste zufrieden?“,

fragte der Mann, als ich Samstagabend endlich zu Hause war. Ist das Konzept aufgegangen?“
Ich bin zufrieden, auch wenn ich natürlich keine Zeit hatte, tiefer gehende Gespräche zu führen. Aber das ist wohl auch das Los, dass man als Gastgeber ziehen muss. Bin ich mit dem Tag sehr zufrieden! Wir hatten einen tollen Nachmittag und ich habe viele neue Ideen aus dieser Veranstaltung mitgenommen.

Wie geht es weiter?

Die Gäste waren zufrieden und die Resonanz groß, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit ein #Wubttika2016 geben wird. Dann vielleicht sogar mit einem sonntäglichen Brunch? Man darf gespannt sein!

In diesem Sinne lasse ich jetzt einfach mal ein paar Bilder sprechen!

 

DANKSAGUNG
Wir danken zu allererst unserem Hauptsponsor, der Shopping- Community Limango – ohne den wir diese tolle Veranstaltung gar nicht hätten auf die Beine stellen können! Aber auch das Onlineportal schwangerinmeinerstadt.de untstützte uns, damit wir einen tollen Nachmittag im Wuppertaler Brauhaus mit Euch erleben konnten!
Wir drei Organisatorinnen sind stolz, dass wir dabei ein Set des schwedischen Labels me&i tragen durften und Eure Kinder konntet Ihr vor Ort mit den Produkten von Pampers wickeln.
Aber auch das Familienportal wireltern.de, der Dumont Buchverlag, Babyprodukte Difrax, Illustrationen Frau Ottilie und auch Britax Römer sorgten dafür, dass wir neben tollen Gesprächen, vielen Denkanstößen durch unsere beiden Programmpunkte und jeder Menge Inspiration auch noch etwas anderes mit nach Hause nehmen konnten 🙂
Damit wir in Ruhe netzwerken konnten, hat Danica Heide von bekibe eine tolle Kinderbetreuung organisiert <3 Last but not least danken wir dem Team des Wuppertaler Brauhauses für die angenehme Bewirtung!