#Freitagsfrage Blogsplitter ‚

Steffi vom Blog 3fach Jungsmami hat mich an ihren Gedanken zum Thema meiner #Freitagsfrage ‚Du tust mir nicht gut!‘ teilhaben lassen. Bei ihr geht es (wie bei vielen anderen) um Freundschaft. Was bei Steffi passierte und wie sie damit umging, könnt ihr hier lesen.

Ich war schon immer eine die wenige Freundinnen hatte. Also wirklich sehr wenige. Aber die, die ich hatte möchte ich wirklich gerne und ich dachte es seien Freundschaften für immer.
Leider war dem nicht so. Der Kontakt wurde immer weniger. Immer musste ich den Kontakt herstellen. Von dieser einen Freundin kam gar nichts mehr. Mich machte das unendlich traurig. Zumal ich damals mit meinem dritten Sohn schwanger war und irgendwie schon auch mal eine Freundin gebraucht hätte.

Als mein Sohn dann geboren wurde, und mir nicht mal zur Geburt gratuliert wurde, war ich wirklich tot traurig, da merkte ich diese Freundin tut mir nicht mehr gut.

Ich zog also meine Konsequenzen daraus, ich meldete mich auch nicht mehr bei ihr, brach den Kontakt komplett ab, schließlich entfernte ich sie sogar aus meiner Facebook Friendslist. Viele finden dass vielleicht kindisch. Ich nicht, denn es befreite mich. Ich fühlte mich besser, denn ich hatte so mit diesem Kapitel abgeschlossen. Und seitdem mache ich das mit allem, was mir nicht gut tut. Abschließen und hinter mir lassen.
Danke Steffi für deinen Beitrag zur Blogparade. Ich denke, dass man irgendwann mit solchen Freundschaften brechen und sich von diesem Ballast befreien muss. 

Wie seht ihr das: sind es auch Freundschaften dir euch nicht gut tun? Wenn ja, wie geht ihr damit um? 

Bis Freitagabend könnt ihr noch eure Beiträge zur #Freitagsfrage: ‚Du tust mir nicht gut!‘ einreichen. Ich freue mich über eure Kommentare und Beiträge!

Noch eine Woche! Der Countdown läuft! #WUBTTIKA 2015

-Werbung- Noch eine Woche, genauer gesagt noch fünf! Tage bis es losgeht mit #WUBTTIKA! Dem ersten Blogger -und Twittertreffen im Wuppertal! Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ununterbrochen gehen Emails rein und raus, bei Frl.0.2 stapeln sich die Kartons mit den Goodies und so langsam wird mir doch ein wenig flau im Magen.

Veranstaltung_Wubttika_klein

 

Eine Veranstaltung mit 35 tollen Bloggern und Bloggerinnen, zwei interessanten Referentinnen und einem ganzen Haufen Kindern….puh! Aber wie kam es eigentlich dazu?

 

Von der Idee zu #WUBTTIKA

Wenn ich so überlege, wie sich das eigentlich entwickelt hat, dann kann ich nur sagen: da war irgendwo auf Twitter eine Idee und plötzlich stand die halbe Veranstaltung schon auf festen Füßen. Gemeinsam mit JuSu vom Blog Mama Schulze und Susanne von Nullpunktzwo ging die Planung und die Umsetzung mit viel Spaß und Enthusiasmus von der Hand. An dieser Stelle auch noch ein großes Danke an Euch: Mädels, ihr seid klasse!!

FullSizeRender-1
JuSu, Susanne und ich bei unserem Planungstreffen inkl. Ortsbesichtigung

 

Das Motto: Die Gedankenfabrik – von Blog zu Blog

Als die Planungen konkreter wurden, haben wir überlegt, welche Botschaft wir mit unserem Treffen den Teilnehmern mitgeben wollten. Wir wollten weder die Professionalisierung von Bloggern in den Vordergrund stellen, noch eine reine Werbeveranstaltung aufstellen.

#WUBTTIKA steht für den Austausch von Ideen und Erfahrungen von Bloggern. Wir wollen euch informieren, gemeinsam mit euch Ideen entwickeln, neue Inspirationen liefern und einen Raum zum Gedankenaustausch schaffen: Die Gedankenfabrik!

Ich freue mich darauf, die lieben Menschen endlich persönlich kennen zu lernen und mit euch allen einen tollen Nachmittag bei Kaffee, Kuchen und einer tollen Atmosphäre zu verbringen.

Weitere Informationen gibt es auf unserem Veranstaltungsblog!


Ich möchte an dieser Stelle besonders unseren Sponsoren danken, ohne die diese Veranstaltung in diesem Umfang nicht möglich wäre:

DANKSAGUNG

Wir danken zu allererst unserem Hauptsponsor, der Shopping- Community Limango – ohne den wir diese tolle Veranstaltung gar nicht hätten auf die Beine stellen können! Aber auch das Onlineportal schwangerinmeinerstadt.de untstützt uns, damit wir einen tollen Nachmittag im Wuppertaler Brauhaus mit Euch erleben können!

Wir drei Organisatorinnen sind stolz, dass wir dabei ein Set des schwedischen Labels me&i tragen dürfen und Eure Kinder könnt Ihr vor Ort mit den Produkten von Pampers wickeln.

Aber auch das Familienportal wireltern.de, der Dumont Buchverlag, Babyprodukte Difrax, Illustrationen Frau Ottilie und auch Britax Römer sorgen dafür, dass wir neben tollen Gesprächen, vielen Denkanstößen durch unsere beiden Programmpunkte und jeder Menge Inspiration auch noch etwas anderes mit nach Hause nehmen können 🙂

 

Bloß kein Neid! #Freitagsfrage KW37

IMG_3472

In meiner #FreitagsFrage vom letzter Woche, habe ich euch danach gefragt, ob ihr neidisch seid. Wenn JA, warum oder auf wen. Ist es etwas zwischenmenschliches oder etwas materielles? Ich bin ganz erstaunt über eure Antworten. Aber lest selbst:

Und wenn ihr euch fragt, wer oder was die #Freitagsfrage ist und wie man mitmachen kann, könnt ihr das hier  herausfinden.


 

Bloß kein Neid!

Am Samstag habe ich eine Bekannte getroffen. Ich war an diesem Samstag mehr als übermüdet, denn die Nacht ging nur von 3-6 Uhr und ich versuchte mit meinem müden Mombiekörper und meinem quietschfidelen Kleinkind eskalationsfrei die Wochenendeinkäufe auf dem Wochenmarkt zu absolvieren.
Und da stand sie: ausgeschlafen, frisches Gesicht und gut gelaunt. Ihr Baby ist 12 Wochen alt. Zwischen erntefrischem Gemüse und Edelkäse unterhielten wir uns kurz:
Sie: „Ich kauf jetzt nur schnell ein fürs Frühstück mit den Schwiegeeltern. War ja gestern spät. Wir sind erst um 2 h ins Bett gekommen.“
Ich: „Ach, wir haben auch die halbe Nacht durchgemacht“, antwortete ich ein wenig weniger frisch, dabei mein Kleinkind auf der Suche nach etwas essbarem aufhaltend. „Was war es denn bei euch? Noch das Bauchweh?“
Sie: „Ne, wir waren mit Kind auf einer Hochzeit. Schwiegereltern waren da und haben heute morgen aufgepasst, aber J. hat ja durchgeschlafen bis gerade.“
Mein Gesicht, möglicherweise etwas entgleist. Und ich fühlte etwas sehr überraschendes.

Keinen Neid, sondern ehrliche Freude.

Denn ich hatte meine Reaktion anders erwartet.

 

 

Neid, was ist das eigentlich?

 

Der Duden definiert Neid folgendermaßen:

„Empfindung, Haltung, bei der jemand einem andern dessen Besitz oder Erfolg nicht gönnt und selbst haben möchte.“ Quelle www.duden.de

Das klingt jetzt nicht besonders gut. Und das sehen auch andere so:

IMG_3483

Bei Wikipedia sieht das schon ein wenig differenzierter aus.

Neid bezeichnet den Wunsch der neidenden Person, selbst über mindestens als gleichwertig empfundene Güter (materieller oder nichtmaterieller Art) wie die beneidete Person zu verfügen. Quelle: deutsches Wörterbuch

Es wird differenziert in materielle und nichtmaterielle Güter. Und trennt das Gefühl Neid auch von dem „nicht gönnen“. Und sowohl meine eigenen Erfahrungen mit diesem Gefühl, wie auch die Neid verursachende Gründe der Leser sind meist nichtmaterieller Natur.

 

Neid ist hässlich…kann aber auch ein Ansporn sein

In diesem Zusammenhang wird auch beschrieben, dass es zwei Ausführungen von Neid gibt: eine konstruktive und eine destruktive Form. In der konstruktiven Form entsprechen unsere Reaktionen von neutral bis gönnerhaft und sind nicht selten ein Ansporn, es der anderen Person gleich zu tun. In der destruktiven ist der Neid eine furchtbare Eigenschaft. In schlimmsten Fälle kann er Beziehungen zerstören und ist der Ursprung der meisten Straftaten.

Neid ist also zusammengefasst keine tolle Eigenschaft. Um das herauszufinden brauche ich aber keine Definition, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt.

Schwarz, zerfressend, ……und wenn es dann weggeht, dann fühlt man sich noch schlechter. Es heißt der Neid sei grün, aber er ist schwarz wie Teer und genauso klebrig

 

Was macht euch zu neidenden Menschen?

 

Hier mal ein paar Twitterstimmen:

IMG_3487

 

IMG_3486 IMG_3482 IMG_3479 IMG_3477 IMG_3475IMG_3476 IMG_3473

 

 

Und bist du auch manchmal neidisch?

 

IMG_3485
Sie sind furchtbar, diese Twitterer…kommen so einfach mit einer Gegenfrage daher 😉

 

Meine eigenen Erfahrungen mit Neid habe ich natürlich auch gemacht und bin immer noch nicht ganz vor ihm sicher.

Vor einigen Jahren war ich zum Beispiel sehr neidisch auf Menschen, die ALLES einfach nur so bekamen und denen ihr Leben und der Erfolg einfach so in die Hände fällt, während ich für alles hart arbeiten musste. Da gibt es die Frauen, die einfach nur niedlich sind und total hilflos wirken: denen wird geholfen und jedes Fehlverhalten verziehen. Oder die, die einfach zu jeden Gelegenheit ihre Titten oder ihren Flirtcharme einsetzen. Nunja, ich bin weder niedlich, noch möchte ich mich für irgendwas „prostituieren“. Und flirten….lassen wir das.

Ich finde so ein Verhalten in keinster Weise erstrebenswert, aber es scheint das Leben zu vereinfachen. Auf diese Menschen war ich EXTREMST neidisch! Es stimmt wohl, wenn man sagt, dass Neid in erster Linie etwas über den Neider aussagt. Bei näherer Betrachtung sagt es nur etwas über ihn aus.

Diese Gefühl von Neid ist sehr stark und hat mich jahrelang begleitet. In meinem Fall kann ich sagen, dass es genau durch die Faktoren ausgelöst wird, die die Psychologen anführen: in erster Linie mangelndes Selbstbewusstsein. 

 

 

Wege aus der Neidspirale!

Mitte 20 war mir das ganze dann zu doof. Irgendwie habe ich mich immer im Kreis gedreht.

Das Gefühl von Neid – das schlechte Gewissen, den Menschen ihr Glück nicht zu gönnen – das Wissen, dass ich meine Situation ändern könnte, wenn ich doch in Situation x anders handeln würde – die Angst vor der eigenen Courage – Neid, dass andere diese haben und y erreichen……

Ein permanentes schlechtes Gewissen lähmt und macht furchtbar schlechte Laune.

Wie kann man sich also aus dieser Neidspirale befreien?

  • die gedankliche Stopptaste: Wenn man mal wieder in Gedankenkarussell festhängt: laut STOPP rufen und die Gedanken auf etwas anderes richten. Im besten Fall auf etwas angenehmes 🙂 (hilft auch bei anderen unerwünschten Gedanken 🙂 )
  • sich ablenken! Kino, putzen, mit der Freundin schnacken, sich auf ein Projekt konzentrieren……
  • die Situation reflektieren: ob im Gespräch mit einem Freund, dem Partner oder als therapeutischer Blogpost: andere an dem Gedanken teilhaben lassen. Das Feedback holt einen schnell wieder auf den Boden der Tatsachen und (im besten Fall) geht es anderen auch so!
  • Will ich das wirklich? So leben wie diese Person? Das haben – was mache ich dann damit? Könnte ich das wirklich stemmen: finanziell/ zeitlich oder wäre der Aufwand gar nicht zu schaffen? Mit hilft es da, mir einen Alltag zu visualisieren, in dem Faktor x eingetroffen ist.
  • sich was Gutes tun!
  • und zum Schluß noch mein Lieblingspunkt: ich habe was, was du nicht hast! Was läuft bei dir super, was hast du an Eigenschaften/Talente etc etc, was die Person, die du beneidest nicht hat. Am besten aufschreiben, dann ist es für den nächsten Neidanfall parat

Ich habe diese Maßnahmen nach und nach in meinem Alltag umgesetzt. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei?

Die temporären Zustände

Genauso wie ich mehr als ein Jahr lang die Eltern beneidet habe, die ein friedlich schlafendes Anfängerbaby hatten, geht es vielen. Viele von euch sind neidisch auf die Eltern, die es einfacher haben: ohne Einschlafkämpfe, durchschlafen, Paarzeit genießen  oder das Kind auch mal fremdbetreuen lassen können.

Es ging mir auch so. Ich habe sogar  zu einer Freundin gesagt: “ Wenn das Kind von E+L ein ruhiges, friedliches Kuschelbaby wird, dass eskalationsfrei schläft und trinkt, dann werde ich wohl nicht mehr dorthin gehen können, weil mich das zum Heulen bringt!“ Das Kind ist noch nicht da und ich bin wieder soweit, dass ich mich für andere freuen kann. Denn….

 

 ….Jeder hat sein Päckchen zu tragen

Ich bin mir mittlerweile bewusst, dass Menschen nicht unbedingt glücklicher sind und ein besseres Leben führen, nur weil sie das haben, was man selbst gerne hätte. Menschen mit super einfachen Kindern haben andere Probleme oder die Schwangerschaft war schwierig oder sie sind einfach trotzdem nicht zufrieden. Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Ob aktuelle Probleme oder in der Vergangenheit. Offensichtlich sichtbar oder für andere unsichtbar.

Darum schließe ich diesen Artikel mit einer wundervollen Antwort:

IMG_3481

 

 

Einen tollen Beitrag über Neid als eine der 7 Todsünden gibt es von Sabine Heinrich (. Ich empfehle übrigens die ganze Sendungsreihe 🙂

Kennt ihr dieses Gefühl? Seit ihr auch manchmal neidisch und wenn ja, auf was?

Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Heute gibt es wieder ein Gastbeitrag für euch. Die Autorin des Textes möchte anonym bleiben, denn sie spricht über ein Thema, dass in der Gesellschaft, und gerade auch im familiären Umfeld, als Befindlichkeit abgetan wird: die schwierige Zeit der Schwangerschaft mit dem zweiten Kind.

Während man bei der ersten Schwangerschaft noch eine ruhige Kugel schieben konnte und alle die Ankunft des erstgeborenen Kindes kaum erwarten können, liegt die Situation bei der zweiten Schwangerschaft etwas anders. Denn da ist ja auch noch ein anderes Kind zu betreuen! Wenn die Schwangerschaft dann auch noch mit einschränkenden Begleiterscheinungen daherkommt, gilt man schnell als Jammerlappen, denn: Schwangerschaft ist keine Krankheit.                                              Und was, wenn es sich doch nach Krankheit anfühlt und weit und breit keine Hilfe in Sicht ist?


 

Schwangerschaft ist keine Krankheit? Ich scheiß drauf!

Mein erstes Kind ließ sehr lange auf sich warten und entstand dann auch nur nach einer OP und mit weiterer medizinischer Hilfe. Gerade als wir dachten, wir bekommen kein zweites Kind mehr, wurde ich überraschend schwanger – einfach so. Das ist ein unbeschreiblich großes Glück, das ich mit diesem Text nicht schmälern will. Ich freue mich auf mein Kind, genieße die Bewegungen und Tritte in meinem Bauch und würde es nicht anders wollen.

Aber zur Zeit kotzt mich diese Schwangerschaft einfach nur noch an!
In den ersten Monaten war mir schlecht, was allerdings im erträglichen Rahmen blieb. Ich war vor allem so dermaßen müde, dass ich anfing, meinem Kind das Handy zum Spielen in die Hand zu drücken bevor ich narkoleptisch auf der Couch zusammenbrach. Meine Ideale über Bord werfend begann ich parallel zu glauben, was 2kindchaos hier schrieb.

Zwar wurden mir die gleichen doofen Fragen wie in der ersten Schwangerschaft gestellt: „Wie geht´s denn dem Bäuchlein?“ Äh, was soll ich dazu sagen. Gut.
oder
,„Und? Wisst ihr schon, was es wird?“ Ja, es ist ziemlich sicher ein Kind!
Doch echte Anteilnahme oder gar Unterstützungsangebote suchte ich vergebens. Macht ja nix. Eine Schwangerschaft ist schließlich keine Krankheit. Das schaffe ich.

 

Nur eine kurze Erholungsphase

Wie erhofft, wurde es im vierten Monat schlagartig besser. Ich war fitter, die Müdigkeit nahm ebenso ab wie die Aknepickel am Kinn und ich genoss den deutlich wachsenden Bauch. Da mein Rücken anfing leicht zu schmerzen, ein Zipperlein, dass ich aus den letzten Wochen der ersten Schwangerschaft kenne, hörte ich auf, K1 zu tragen und hoffte, dass es so bei den leichten Schmerzen bleiben würde. Haha! Wie naiv ich sein kann!
Dann kam die Hitze. Ich hatte heiße Hände, heiße Füße, an Schlaf war kaum zu denken. Nasse Tücher, Eispacks und Ventilator brachten nur wenig Erleichterung. Mein geliebter Sommer wurde zum Feind.
Zum Glück konnte mein Mann mich den Sommer über stark entlasten, so dass ich im Großen und Ganzen trotz allem recht vergnügt war. Ich wollte auch nicht jammern. Ich wollte genießen. Wir bereiteten uns gemeinsam auf die Geburt vor und ich übte, mich tief zu entspannen.

Der Sommer ging und ich wurde von Tag zu Tag unfitter. Jeder Weg bereitet mir Schmerzen im Rücken, die mich dann vor allem nachts wach halten. Hausarbeit wird dadurch zur Folter und dieses Eingeschränktsein macht mich wahnsinnig. Mein geliebter Mann versucht bei stetig steigendem Arbeitspensum unsere Tochter zu bespaßen, der mit mir eindeutig körperliches Auspowern fehlt, und gleichzeitig noch den Haushalt zu stemmen. Dabei entgleitet ihm schon der ein oder andere fiese Spruch. Das kann ich ihm nicht verdenken. Er ist auch überlastet. Aber seine passiv-aggressive Art bringt mich zum Heulen. Ich würde ja so gerne alles schaffen, niemanden brauchen, fit sein. Ich fange an, meinen Körper wieder zu hassen. Diesen Körper, mit dem ich Probleme habe so lange ich denken kann und der es mir immer schwerer zu machen scheint als es andere haben.

 

Die helfende Hand fehlt! Und nun?

Nun muss mein Mann seit einer Woche jeden Tag so viel arbeiten, dass wir ihn quasi gar nicht sehen. Nächste Woche muss er zusätzlich für fast zwei Wochen geschäftlich verreisen. Und ich dekompensiere völlig.
Am schlimmsten ist es für mich, dass meine Tochter darunter leiden muss. Die Schmerzen machen es mir unmöglich, ihr ausreichend Toben und Spielen zu ermöglichen. Ich kann sie kaum tragen, wenn es ihr schlecht geht und meine Geduld nimmt stetig ab. Dabei ist sie so lieb.

Und dann war heute: Ein Tag zum in die Tonne treten. Ich wachte müde auf. Zu wenig Schlaf. Schmerzen. Nach dem Duschen ging es einigermaßen, so dass wir den Vormittag bei Frühstück, lesen, spielen und aufräumen ganz gut rum bekamen. Nachmittags wollten wir raus, zu einer Kinderfarm, wo meine Tochter auch ohne mich ganz gut ausgelastet sein kann, wenn jemand sich ihrer erbarmt und sie mitmachen lässt. Ställe ausmisten, Ponys striegeln, Hufe auskratzen – ich war froh, dass so wenig los war und eine Bekannte für mich einsprang.

Dann sollte ein kleiner Ausritt gemacht werden. Kurz bevor es losging, wollte meine Tochter aber nicht mehr reiten. Ich denke, sie hatte Angst bekommen, weil eine Betreuerin meinte, dass ihr der Helm nicht richtig passen würde und das gefährlich sei. Also beschloss sie, dass sie erst einmal nebenher laufen wollte. Wir stiefelten los, doch schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass sie, obwohl sie sich so sehr anstrengte zu rennen, nicht mitkam. Die Beine einer Dreijährigen können mit Ponys eben nicht mithalten. Die anderen waren einfach zu schnell und ich konnte sie ja leider nicht tragen, in dem Tempo schon gar nicht.
Keiner drehte sich nach uns um und als meine Tochter bitterlich weinte, kamen mir auch die Tränen. Warum schaffen das andere Frauen? Warum kann ich das nicht leisten? Warum haben wir niemanden, der uns hilft?
Meine Eltern? Im Urlaub.
Mein Bruder? Im Urlaub.
Freunde? Müssen arbeiten und/oder sind zu weit weg.
Meine Schwiegermutter? Ist körperlich noch unfitter als ich derzeit.
Immerhin war Tochters Patentante schon zweimal da, damit ich zum Geburtsvorbereitungskurs gehen und einmal auch schlafen konnte. Aber das war das erste Mal seit drei Jahren und auch nur, weil ich ihr echt die Ohren vollgejammert habe. Und ich hasse es, jammern zu müssen, damit sich jemand unserer erbarmt. Mich muss auch niemand anbetteln, damit ich helfe, verdammt!

Eine Bekannte erzählte mir, dass ihre Mutter einmal pro Woche kommt, um ihren Sohn zu hüten. Außerdem würde sie zusammen mit einer Tante drei Wochen vor Termin das Haus noch mal richtig putzen, mit Vorhängen und so und sie dann mitnehmen, damit sie vor und nach der Geburt nichts machen muss. GRÜN VOR NEID!

Wie ich die kommenden zwei Wochen schaffen soll? Ich weiß es nicht. Ich denke auch einfach nicht mehr darüber nach. Irgendwann wird mein Sohn geboren werden und mein Mann wird Urlaub haben. Das Leben als frischgebackene Familie zu viert wird zwar bestimmt auch nicht einfach, aber ich hoffe, dass mein Rücken sich regenerieren kann und wir es gemeinsam wuppen.

 

Putzen statt Strampler!

Wenn ihr also Schwangere in eurem Umfeld habt, bietet doch mal Hilfe an, echte Hilfe. Einkaufen gehen, das Bad putzen, saugen oder das Kind mit zum Spielplatz nehmen. Spart euch den hundertsten Strampler zur Geburt und sammelt im Freundeskreis für eine Putzhilfe oder einen Gutschein zur Fußpflege – mit Kinderbetreuung. Denn so süß Stofftiere und all der Krempel sind – echte Unterstützung, sich nicht alleine fühlen müssen, das ist es, was man wirklich brauchen kann.


Danke für deinen Beitrag. Ich wünsche dir alles Gute für dich, deinem Kind und überhaupt der ganzen Familie! Ihr werdet diese schwere Zeit überstehen, da bin ich mit sicher!

Was ist eure Meinung zu diesem Thema und wie kann man die Schwangerschaft und die anstrengende Zeit am besten wuppen, wenn man wenig helfende Hände, dafür aber ein, zwei oder mehrere kleine Kinder zu versorgen hat?

„Damit ihr euch der Lage bewusst werdet!“ Ein Text über Symbolbilder, den Umgang mit Medien und der Kompetenz von sehen-können und sehen-wollen.

Triggerentwarnung: In diesem Beitrag werden keine Bilder gezeigt. Aber der Text ist lang!

Vor ungefähr einer Woche habe mich mit meiner morgendlichen Portion Kaffee durch die Twitter/Facebook/Nachrichten-Welt gescrollt. Bei einem Bild auf Facebook bin ich hängengeblieben. Kann das wirklich sein? DIESE Person postet Bilder ertrunkener Kinder bei Facebook??? Ich war geschockt und irritiert, denke ich doch als erstes immer an ein gefaktes Bild. Nein, diese Bilder waren echt! Bilder von toten Kindern am Strand. Zum Frühstück. Bäm!

Die Reaktionen unter dem Artikel waren seltsam inhomogen. Befürworter und Gegner vom Teilen und Verbreiten dieser Bilder gaben sich einen verbissenen Schlagabtausch.

Die häufigsten Argumente dafür: mit solchen Bildern rüttelt man auch die auf, die es bisher nicht verstanden haben.

Die Argumente dagegen: so was ist pietätlos und bringt nichts.

Mein eigener Gedanke war nur: Ich will das nicht sehen! Es gehört nicht hierher.

 

Ja oder Nein? Und die 1001 Meinungen dazwischen…

Ich habe meine Meinung dazu, warum ich diese Bilder nicht sehen möchte. Dazu gibt es dann aber noch einen anderen Beitrag. Am Donnerstag (3.9.15) wurde dann vermehrt das Bild des toten Kindes aus Bodrum geteilt. Nicht in meiner Timeline, aber es war ein Dauerthema. Und ein Diskussionsthema. Und während ich versuchte mich zu positionieren, habe ich gemerkt, dass es einige gibt, die das Thema  kategorisch ablehnen. Ohne eine weitere eine Begründung anzuführen/anführen zu können oder wollen. Andere haben eine feste Meinung und untermauern sie mit Fakten und Argumenten. Keine Position deckt sich 100%. Selbst im Lager derjenigen, die diese Bilder ablehnen, sind die Begründungen sehr divers.

Grund für mich, meine eigene Argumentation zu überdenken und auch die Meinungen derer zu durchdenken, die mir auf den ersten Blick missfallen.

 

Das Thema Flüchtlinge ist Teil unseres Alltags. Wie gehen wir damit um?

Das Flüchtlingsdrama von 2015. Wird es irgendwie in die Geschichtsbücher eingehen oder stehen wir gerade erst am Anfang einer Entwicklung, deren Ende wir nicht absehen können?

Das Flüchtlingsdrama, welches ein Drama für die Menschen ist, die aus ihrem Land flüchten müssen, ist für mich als Europäerin eine Art Wendepunkt. Es ist, als ob die Mauern gebrochen sind und Europa nun ein Teil der Welt ist. Nicht mehr abgeschottet – in Frieden und mit Wirtschaftswachstum. Wir werden mit der Realität konfrontiert, die in anderen Teilen der Erde schon lange eine furchtbare Lebenswirklichkeit ist. Jetzt steht der Krieg und die Armut vor unserer Haustüre und wir reagieren noch ein wenig wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

Von der Politik her gab es keine Impulse, um uns darauf vorzubereiten. Oder wollten wir als Bürger die Entwicklung gar nicht sehen?

Ich stelle diese Fragen, weil wir es doch hätten besser wissen müssen. Die Politik will diese Entwicklung wohl mit der Taktik ‚Augen zu! Wenn ich euch nicht sehe, seht ihr uns nicht“, bewältigen. Nun gut, das funktioniert ja auch nicht gut. Auch bzw. gerade im Bereich des wachsenden (Rechts)-Extremismus nicht.

Wir sind als Erwachsene, mit der Präsenz von Fernsehen und Nachrichten aufgewachsen. Haben ständig jegliche Nachricht auf dem Bildschirm, im Ohr oder im Blick. Niemand kann sagen, dass die Entwicklungen in Sachen Klima, Wirtschaft oder die Entwicklungen des verschiedenen Krisenherde nicht thematisiert wurden.

Bisher war das alles sehr weit weg. Gestorben wurde woanders.

Worauf möchte ich hinaus? Zum einen scheint es nicht gelungen zu sein, dass wir trotz medialer Dauerbeschallung die Dringlichkeit dieser Nachrichten in Konsequenzen für unsere Lebenswirklichkeit übersetzt haben.

Und zum anderen scheinen bereits Abstumpfungserscheinungen eingetreten zu sein.

Brauchen wir vielleicht doch diese Bilder von toten Menschen? Müssen wir uns Aufrütteln (lassen), so wie es manche Teiler solcher Bilder behaupten?

IMG_3426
Das ist eine Meinung von tausenden

 

Eine neue Form der Medienkompetenz muss her

Diese Fragen werde ich nicht beantworten können, aber ich bin mir sicher, dass wir neben den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben die zu stemmen sind, die digitale Entwicklung nicht aus den Augen verlieren dürfen. Die Realität wird digital und umgekehrt. Die meisten Menschen sind vernetzt. Unser Leben ist real-digital. Es kommt mir manchmal so vor, als ob wir eine Art Leben auf mehreren Ebenen führen.

Die digitale Informationsflut die wir als Weltbevölkerung erschaffen ist ungefiltert und zeigt das wahre Leben. Hier fotografiert einer sein reales Mittagsessen, auf der anderen Seite des Mittelmeeres sein zerbombtes Haus. Beides ist real. Die Frage ist, ob und wie wir damit umgehen können und sollten.

Einen Teil dieser Aufgaben haben bisher Journalisten übernommen. Sie haben gefiltert, selektiert, aufbereitet und recherchiert. Den Wahrheitsgehalt einer Nachricht oder eines Bildes geprüft. Auch in diesem Bereich sind die Grenzen gefallen. Digitale Freiheit kennt keinen Pressekodex. Die Grenzen von Bilder und Informationen, die wir sehen/lesen wollen oder nicht, müssen wir nun selbst ziehen. Jeder von uns muss sich vom passiven zum aktiven Nutzer entwickeln. 

Eine neue Form der Medienkompetenz ist auch ein Teil der Entwicklungen, die sich in dieser Epoche vollziehen.

 

 

Symbolbilder früher und heute.

Symbolbilder zu zeigen und die Welt aufzurütteln ist kein Phänomen der heutigen digitalen Zeit.

Hilfsorganisationen aller Couleur bedienen sich dieser Bildsprache schon seit ihrer Entstehung. Ebenso gab es in jedem Krieg und in jeder Epoche „Symbolbilder“.

Bilder mit Kindern tauchen dabei bevorzugt immer wieder auf. Kinder sind die schwächsten und hilfsbedürftigsten in unserer Gesellschaft. Und unsere Zukunft. Ein leidendes Kind bewegt die Menschen. Man könnte auch sagen, sie werden stärker instrumentalisiert.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von hungernden, afrikanischen Kindern, die fast jedes Spendenplakat „zieren“? Ganz berühmt ist das Bild des vietnamesischen Mädchens Kim Phuc. Sie floh nackt vor einer Napalm-Wolke und wurde damit zum Symbol eines furchtbaren, gescheiterten Krieges.

Ein Symbolbild, über das sich bislang noch die Experten streiten ist das „Begräbnis von Gaza“ von Paul Hansen. Realität und Fälschung liegen sehr nah beieinander. UNd der Zweck heiligt noch lange nicht alle Mittel – meiner Meinung nach.

Symbolbilder machen Stimmung und Polarisieren. In jede Richtung ist das möglich.

Gemessen an dem Hintergrund, dass jeder Zugang zu Kamera, Bildbearbeitungsprogrammen und dem Internet hat, ist die oben genannte Problematik noch schwieriger zu erfassen und für den einzelnen zu beurteilen.

Das Bild des kleinen Jungens wird wohl ein solches Symbolbild werden. Das Bild wurde stark verbreitet, die meisten bekannten Medien haben es abgedruckt oder zur Prime-Time gezeigt. Das Kind aus Bodrum ist der Schlüssel zum Sommer 2015. Ob wir wollen oder nicht. Allein unsere Diskussionen zeigen das.

Aber es soll um das Grundsätzliche gehen:

Darf man solche Bilder zeigen? Eure Meinung!

Die Süddeutsche Zeitung hat gestern einen sehr klugen und differenzierten Text veröffentlicht, in dem eigentlich die meisten meiner Gedanken und Gefühle zu diesem Thema beschrieben wurden.

„Das Bild zeigen oder nicht?

An dieser Stelle in eigener Sache: Wir haben weder das Lkw-Foto nachgedruckt, noch haben wir es uns nun mit den Fotos des Kindes aus Bodrum leicht gemacht. Zeigen oder nicht? Ist es tatsächlich so, dass Menschen dem Tod erst ins Auge sehen müssen, um das tödliche Potenzial politischer Entscheidungen zu verstehen? Reichen nicht Worte wie zu Beginn dieses Artikels, um begreifbar zu machen, was vor jenem Strand passiert ist, was an vielen Orten gerade vielen Menschen passiert? Vulgär formuliert: Muss man Ihnen als Leserin oder Leser das Bild eines toten Kindes zum Frühstück zumuten, damit unmenschliche Aspekte der Asylpolitik in Ihren persönlichen Diskurs rücken?

Redaktionen, die gerne diskutieren, wie unsere, finden verschiedene Antworten auf solche Fragen. Es gibt wohl keine eindeutig richtige, aber viele falsche, vielleicht so viele Antworten, wie es Leser gibt — je nachdem, unter welchen Umständen Sie als Leserin oder Leser sich mit solchen Bildern konfrontieren möchten und Sie, im Verständnis der genannten Zeitungen, die Fotos wirklich „brauchen“, um das Problem zu verstehen. Sie können sich Ihre richtige Antwort nun selbst geben. Die Bilder aus Bodrum sind allerorten im Internet zu finden.“ Quelle: www.sueddeutsche.de

Ich finde es interessant zu sehen, dass die Redaktion einer renommierten Zeitung an den gleichen Fragen hängenbleibt wie wir. Dies zeigt die Komplexität des Themas.


Ich habe euch gestern bei Facebook und Twitter gefragt, was eure Meinung ist.         500 Zeichen sollte jede/r hier bekommen. (bei einigen ist es ein wenig mehr geworden, ich bitte das zu entschuldigen!)

Sollten die Bilder von toten Geflüchteten gezeigt und geteilt werden? Ja/Nein?

Hier sind eure Stimmen.

Von mir ein klares NEIN! Warum? Erstens finde ich es würdelos und respektlos den ohnehin schon unwürdig gestorbenen Kindern (Menschen) gegenüber. Zweitens hilft es einfach nicht. Die, die ohnehin schon vom Leid berührt sind, werden evtl. so überfordert, dass sie emotional abschalten MÜSSEN, als Schutz für die eigene Seele. Wie schlimm die Bilder für bereits traumatisierte sind, kann man sich denken. Und die, die sich von den Erzählungen der Menschen nicht haben berühren lassen, die werden auch mit solchen Bildern nicht politisch oder helfend aktiv.

Julia aus der guten Kinderstube

Seit Tagen geistern Bilder toter Flüchtlingskinder durch die sozialen Medien. Will ich das sehen? Nein. Geht es darum? Nein. Ob ich das „sehen will“, finde ich recht unerheblich. Fakt ist, aber: Ein toter Mensch hat auch das Recht auf Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte. Ein totes Kind darf nicht dafür instrumentalisiert werden, dass andere Menschen ihre Betroffenheit zeigen. Ich finde es schlimm, wenn ein unbekannter Mensch schutzlos im Tod für jeden sichtbar ist. Dass Privatpersonen Bilder teilen ist schon befremdlich, warum die Medien das Gleiche tun, verstehe ich noch weniger. Die Betroffenheit zeigt sich anderswo. Bilder von Menschen, die man nicht mehr fragen kann, dafür zu verwenden ist der falsche Weg.

Bettie von FrühesVogerl

Wäre ich eine Angehörige der Toten, es würde mir das letzte Stück Würde nehmen, ihre Leichen, fotografiert fern von mir, immer wieder sehen zu müssen. Als Flüchtling könnte ich nichts tun, um sie zu bestatten. Ich würde mit den Bildern alleine sein in völliger Ohnmacht. Und wofür? Damit ignorante Menschen verstehen, was Krieg bedeutet? Wie diese Bilder die Wahrheit sind?

NEIN!

Die Visagen der Schlepper würden mich interessieren. Die Waffenhändler! Die Gesichter der Menschen, die vor Gericht gehören!

Sicher möchte auch keine Frau das Gesucht ihres Kriegs-Vergewaltigers sehen müssen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass ein begleitender Text mit dem Hinweis „in Arrest“ das Ganze weniger entsetzlich machen würde.

Die Opfer brauchen unsere Stimmen um in Frieden leben zu können! Aber wir brauchen nicht derartig intime Bilder menschlicher Grausamkeit um Handeln zu wollen.

Liefs,

Minusch

Ich bin Journalistin. Ich kenne viele schlimme Bilder. Sie kommen ungefiltert in den Redaktionen an und müssen ausgewählt werden. Nach dem großen Beben in China habe ich ungefilterte dpa-Fotos aus der Datenbank gesichtet.Bilder von toten Kinder unter Geröll. Eine ganze Schulklasse. Es war furchtbar, aber damals eben leider mein Job. Ich habe die Bilder gezielt nicht ausgewählt. Unsere Maxime: keine Bilder von Leichen. Aber: Was ist zumutbar,um auf Leiden hinzuweisen? Was hat mit Pietät zu tun? Ich bin nach wie vor dagegen, solche

Fotos zu veröffentlichen. Auch privat. Bei FB. Bei Twitter. Man muss den Leuten eine Wahl geben. Und: es gibt auch Fotos ohne Leichen, die eindrucksvoll eine Situation und ein Schicksal darstellen. Viele Grüße! (Kristina)

„Ich empfinde das Teilen dieser Bilder, vor allem des speziellen Bildes des toten Jungen als pietät- und würdelos; es erreicht emotional ohnehin nur die, die empathisch und/oder hilfsbereit auf die Situation der Vertriebenen reagieren. Alle anderen Individuen stachelt das vermutlich leider nur an.

Es geht mir nicht darum, die Augen zu verschließen. Aber ein totes Kind brauche ich nicht, um das Leid zu erfassen. In mir ist viel Kummer und Wut über die aktuelle Situation und meine Gedanken sind bei den Eltern, die ihre Kinder verlieren bzw. bei den Familien, die einander verlieren.                                     Mögen sie diese Bilder nie sehen. Tina (Tante Emma // @_Gemischtwaren

Vorneweg: Ich bin selber in der Flüchtlingshilfe aktiv, und bekomme viele verschiedene Schicksale mit. Und auch ich finde jeden einzelnen Tod eines Flüchtlings, ob nun auf hoher See, im LKW oder sonst wo, schrecklich und absolut überflüssig. 
Aber noch überflüssiger ist es, dass aktuell zB das Foto des kleinen toten Jungen, der an der türkischen Küste gefunden wurde, von Hinz und Kunz auf Facebook, Twitter, Instagram und Co geteilt wird! 
Für mich ist das eine ekelhafte Instrumentalisierung und Entwürdigung, die aktuell stattfindet, die mit Anteilnahme oder auch „Informieren über die Flüchtlingssituation“ herzlich wenig zu tun hat. Dass die Flucht, grade über das Meer, mehr als lebensgefährlich ist, sollte jedem Menschen mit halbwegs klarem Verstand bewusst sein – und dass jener Fluchtversuch leider auch oft tödlich endet, ebenso. 

Aber, um mal ein konkretes Beispiel zu nennen: Würde man die Fotos toter Autofahrer, die kurz zuvor bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, in sozialen Netzwerken teilen, nur um auf die Gefahren von zB Alkohol am Steuer, Drängeln oder Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen? Nein! Und warum nicht? Weil es unnötig, und vor allem aber völlig respektlos ist.

Unnötig, da es die Menschen, die man damit eigentlich „ansprechen“ will, eh nicht erreicht. Denn diese kennen ihre Einstellung eh zu gut, und werden diese aufgrund eines Bildes sicherlich ändern. 
Und respektlos, da die Würde eines Menschen auch nach dessen Ableben geachtet werden sollte – und dies ist meiner Meinung nach eben nicht gegeben, wenn das Foto einfach, und zT auch aus Sensationsgier, wie wild geteilt wird. 

Helfen tut man den Flüchtlingen selbst damit zumindest nicht, wenn man einfach nur stumpf ein Foto teilt – helfen tut man, wenn man zB Dinge spendet, Ausflüge mit organisiert, oder die Flüchtlinge einfach mal herzlich Willkommen heißt. Helfen kann man auch, indem man auf die Straße geht, und der Regierung zeigt, dass es absolute Scheiße ist, dass sie Waffen in zT genau jene Kriegsgebiete liefern, aus denen die Menschen fliehen, und somit indirekt auch dafür sorgt, dass Menschen unter Einsatz ihres Lebens flüchten müssen.

Und – von alledem einmal ganz abgesehen – ist es auch eine Zumutung für psychisch labile Personen (dazu kann man zB durchaus auch Schwangere zählen, Horrormone und so), dass einfach so, ohne Vorwarnung, plötzlich Bilder von toten Menschen (es müssen nicht mal Flüchtlinge sein), in die Timeline oder die Chronik gespült werden. Selbst für psychisch stabile Personen ist der Anblick eines Toten – sei es in real, oder auf einem Foto – oft nicht mal eben so zu verkraften. 
Von daher sollte es meiner Meinung nach verboten sein, diese Fotos in sozialen Netzwerken ohne Warnung oä zu teilen! Von der Veröffentlichung in Printmedien mal ganz abgesehen…

ich habe zu der Verbreitung der schrecklichen Bilder kaum Worte. Ich finde das Vorgehen abstoßend, menschenverachtend und pietätlos. Wie kann man nur glauben, dass diese Bilder die Menschheit aufrütteln und die Flüchtlingspolitik ändern? Und das alles auf dem Rücken unschuldiger Kinder, die nicht mehr gefragt werden können! Es macht mich wirklich sprachlos, wie respektlos die Bilder verbreitet werden. Das alles unter dem Deckmantel der Menschlichkeit, denn viele Kommentare werden mit ’so ist nun mal das Leben, schaut nicht weg‘ begründet. Ich schaue auch nicht weg! Ich will nur diese Bilder nicht sehen müssen. Ich will selbst entscheiden können, ob ich mir die Bilder anschaue und nicht ständig auf meiner Timeline in Facebook darüber stolpern. Ich will nicht an einer Gemeinschaft teilhaben, die die Würde des Menschen mit Füßen tritt und auch noch glaubt, dadurch Gutes zu bewirken!

Für mich steht fest: Alle, die diese Bilder teilen, haben genauso wenig Achtung vor Flüchtlingen wie diejenigen die ‚rechtslastige‘ Kommentare von sich geben. Denn in beiden Fällen wird der Mensch gedemütigt und verachtet. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Bilder die Familien der Kinder erreichen wird mir schlecht! Ich möchte meine Kinder so nicht auf Facebook sehen müssen!

Viele Grüße, @Sailorgrumpymum von Twitter

ich habe zu der Verbreitung der schrecklichen Bilder kaum Worte. Ich finde das Vorgehen abstoßend, menschenverachtend und pietätlos. Wie kann man nur glauben, dass diese Bilder die Menschheit aufrütteln und die Flüchtlingspolitik ändern? Und das alles auf dem Rücken unschuldiger Kinder, die nicht mehr gefragt werden können! Es macht mich wirklich sprachlos, wie respektlos die Bilder verbreitet werden. Das alles unter dem Deckmantel der Menschlichkeit, denn viele Kommentare werden mit ’so ist nun mal das Leben, schaut nicht weg‘ begründet. Ich schaue auch nicht weg! Ich will nur diese Bilder nicht sehen müssen. Ich will selbst entscheiden können, ob ich mir die Bilder anschaue und nicht ständig auf meiner Timeline in Facebook darüber stolpern. Ich will nicht an einer Gemeinschaft teilhaben, die die Würde des Menschen mit Füßen tritt und auch noch glaubt, dadurch Gutes zu bewirken!

Für mich steht fest: Alle, die diese Bilder teilen, haben genauso wenig Achtung vor Flüchtlingen wie diejenigen die ‚rechtslastige‘ Kommentare von sich geben. Denn in beiden Fällen wird der Mensch gedemütigt und verachtet. Wenn ich mir vorstelle, dass diese Bilder die Familien der Kinder erreichen wird mir schlecht! Ich möchte meine Kinder so nicht auf Facebook sehen müssen!

Viele Grüße,
Julia (schimpfmalmama)

Claudia Stiegler nein, ich finde nicht dass Bilder von toten Flüchtlingen und vor allem von toten Kindern und generell nicht von toten menschen gepostet werden soll. ich denke jeder weiss was gerade passiert und jeder kann sich sicherlich vorstellen wie viele dinge aussehen und ablaufen. ich hatte gestern so ein Bild gesehen und das hat mich total aus der bahn geworfen. konnte die ganze nacht nicht schlafen und habe viel geweint. es ist schrecklich was passiert aber ich an der Situation nichts ändern. ich bin nicht Gott und leider nicht in einer Position wo ich tatsächlich etwas bewirken kann und somit kann ich nichts weiter tun als spenden und eine helfende Hand reichen aber mehr geht – auch wenn ich gerne sofort das ganze Drama beenden würde. aber ich möchte nicht mit solchen Bildern konfrontiert werden und ich sehe keinen sinn darin solche Bilder zu verbreiten. das hat genau den gleichen Charme wie gaffen bei einem Unfall oder ähnliches und wenn ich hier bei fb weiterhin damit konfrontiert werde, werde ich fb wohl für längere zeit verlassen müssen. bin nicht stark genug für solche Bilder

Das Bild rüttelt mich nicht wach. Auf das Bild reagiere ich nicht als politisch denkender Mensch. Ich reagiere als Mutter. Obwohl ich kaum hinschauen konnte. In mir wuchs der Wunsch, ja das Verlangen, diesen kleinen Jungen aufzuheben und in den Arm zu nehmen, trösten. Ich finde, das Bild zu teilen, und sei es mit den besten Absichten, widerspricht der Würde der toten Menschen, weil es ihre Körper instrumentalisiert. Könnten solche Fotos ein Umdenken bewirken, würde die Gesellschaft längst anders denken, längst anders handeln. Wir hätten eine andere Politk! Diese Fotos mit im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen gibt es seit Monaten! Erst seit Tagen werden sie zunehmend in Social Media geteilt. Natürlich mit der besten Absicht, das Bild möge aufrütteln, möge zum Umdenken bringen. Als politisch denkender Mensch wird mir beim Anblick dieser Bilder umso mehr bewußt, dass wir offene, freie und sichere Fluchtwege brauchen. Und zwar schnell. Aber andere, die Angst haben, die Flüchtlinge würden ihnen etwas wegnehmen? Bringen sie diese Fotos auch zum Handeln, zum Helfen? Mama Notes

 

Fotos von Leichen auf Social-Media-Kanälen sind vor allem würde- und respektlos. Das steht außer Frage. Ich möchte schreiben, wie ich mich als Mutter dabei fühle und wie ich mich verhalte, wenn ich Fotos von toten Kinderkörpern auf Online-Kanälen sehe:

Tränen schießen mir in die Augen. Mein Herz bricht. Ich werde regungslos – fast ohnmächtig, sitze nur da und versuche die Bilder wieder aus meinem Kopf zu bekommen. Ich schließe die Augen, die Bilder erscheinen mir immer wieder und ich versuche sie mit Gewalt zu verdrängen. Ich sollte froh sein, dass meine Kinder es gut haben. Schäme mich aber, dass wir es ein besseres Leben haben.

Was bringt diese Art von Fotos? Aufklärung? Nein, nicht für mich. Denn in dieser Zeit, in der ich mit den Gedanken und Bildern kämpfe, könnte ich Sinnvolleres machen – für die Geflüchteten. Nicht nur kopflos durchs Haus rennen und alle Kleiderschränke durchwühlen, ob sich wohl doch noch ein Winterpullover in ihm versteckt.
Liebe Grüße,
Ute


Weitere  Texte und Diskussionen findet ihr auf :

Kathrin von Nestling Von Liebe und Respekt (und dem Mit Fehler zu begehen)

Eine Diskussion bei Fb auf der Seite von MeSuperMom Jette

Da seit einigen Tagen vermehrt Fotos von toten Kindern und Erwachsenen geteilt werden, die an die Strände gespült…

Posted by ME Super Mom on Donnerstag, 3. September 2015

Papaleaks Ich will das nicht sehen!

Mama Notes Wie wichtig ist unser Schmerz? – Über das Zeigen des Fotos des toten Kindes

Nicht vergessen möchte ich die rigorosen „Nein“-Stimmen, die für ihre Entscheidung keine Begründung brauchen. Danke euch für eure Meinung und den Austausch 🙂


Ein kleines Fazit: Im Text oben habe ich geschrieben, dass die digitale Freitheit keinen Pressekodex kennt. Nach den vielen Beiträgen glaube ich aber, dass ein Mensch mit Empathie und gesundem Menschenverstand diese Regeln automatisch befolgen würde.

Ich danke euch alle für eure Resonanz, für eure offenen Herzen und den Mut mit offenen Augen in diese Zeit zu gehen.

 

Das (un)planbare Leben

Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aber irgendwie lerne ich es wohl nie. Bei mir verläuft eigentlich nie etwas nach Plan, selbst, wenn es so haarklein ins Detail vorbereitet wurde. Nun denn, nachdem mich das Warten auf die Antwort des BAFÖG-Amtes wochenlang gelähmt hat und ich mir nach der Absage den Frust abgeschüttelt habe, kann es nun weitergehen. Ich bin bereit. Für einen neuen Plan! Oder auch keinen.

Seit, ach, eigentlich schon immer, stehe ich mir mit folgenden Eigenschaften selbst im Weg: ich interessiere mich für vieles, ich bin absolut begeisterungsfähig, ich will alles/ganz, ich habe ein Problem, Dinge loszulassen.

50% dieser Eigenschaften sind super, die restlichen eher nicht. Zusammen führen Sie dazu, dass ich angefangene Dinge liegenlasse (aber nicht aufgeben will!!) oder soviele Dinge gleichzeitig mache, dass das System zusammenbricht. Der Tag hat schließlich nur 24 Stunden und ich bin irgendwann auch leer. Letzteres habe ich zumindest in den vergangenen zwei Jahren verinnerlicht.

 

 

 

Der Plan ist tot! Es lebe der Plan!

Dieses Jahr werde ich 30. An sich nichts schlimmes. Tatsächlich habe ich mich in den vergangenen Wochen in der Hochphase von Wut, Frust und Enttäuschung gefragt: und nun? Was ist aus den 1001 Träumen geworden? Soll es das jetzt gewesen sein? 

Ich habe mich dann ins Bett gekrümelt, dem Mann mein Leid geklagt und gemeinsam haben wir gegrübelt, analysiert, geplant und phantasiert.

Herausgekommen ist ein neuer Plan. Der gar nicht so neu ist. Nur anders.

 

 

Zufrieden sein mit den Dingen, die man hat

Ich bin dankbar und zufrieden mit den Dingen die ich habe. Ich habe eine Berufsausbildung und einen Job. An dem ist nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht. Eigentlich ist er sogar überwiegend toll! Ich habe einen tollen Mann, ein noch tolleres Kind. Familie (eine irgendwie tolle ;-)) und Freunde! Wir haben ein Dach über dem Kopf.
Ich bin gesund und auch nicht vollständig talentfrei. Auch das ist…..toll 😉

Und damit habe ich schon viel, viel mehr, als die meisten anderen Menschen auf dieser Welt. Dafür bin ich auch tagtäglich sehr dankbar! Aber….

 

Und dann kommt das Leben!

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einer guten Freundin auf 1-3 Cocktails getroffen. Wir haben uns gegenseitig unser Leid von der Arbeit geklagt und überlegt: wollten wir nicht eigentlich was ganz anderes? Haben wir nicht irgendwas lebenserfüllenses machen wollen, nichts weniger als die Welt retten?
Welt retten, Künstler werden, Dinge erforschen, jeden Tag glücklich sein! Was ist bloß passiert?
Da waren diese Pläne und Träume. Und dann kam das Leben!“ So recht hat sie!

 

Gerade kann ja jeder!

Es fällt mir schwer mich zurückzulehnen und einfach nur den IST-Zustand zu genießen. Ich will immer weiter…nur führt mich mein Weg nie nach oben, sondern Zickzack, in Schleifen, zu neuen Orten, zu fremden Menschen, zu Unbekanntem.

Und so bin ich auch (irgendwie) Künstler und Entdecker. Und ich kann vielleicht nicht die Welt retten, aber die vielleicht ein klitzekleines bisschen besser machen.

 

Was kommt, was bleibt?

Ich finde es in Zeiten wie diesen schwierig, über die Zukunft zu grübeln. Wir leben ein Luxusleben und immer mehr empfinde ich das als Luxusprobleme, mit denen wir unsere Zeit vertrödeln. Wie auch hier beschrieben, ist es sehr schwer einen Weg zu finden zwischen den eigenen Bedürfnissen und der gesellschaftlichen Verantwortung. Zwischen Zukunftsverpflichtungen und ICH-LEBE-JETZT. Denn bei all den Verlockungen der Möglichkeiten möchte ich eines nicht: eine Arbeitssituation, bei der ich von Praktikum zu Praktikum geschickt werden oder nur einen Zeitvertrag nach dem anderen bekomme. Am Ende ist die Suche nach dem WOHIN, nicht nur eine Frage von: was will ich?, sondern eine der finanziellen Möglichkeiten. Und auch der Frage nach: wie viel Familienzeit und #metime möchte ich opfern für einen Traum? Und: könnte man nicht die ein oder andere Stunde opfern, um anderen zu Helfen, statt nur für sich und die (wenn es sie überhaupt gibt) nächste Karrierestufe zu arbeiten?

 

Vereinbarung ist überall. Immer!

Ich versuche nun also wieder zu Vereinbaren. Neu zu Vereinbaren.                                         Den Alltag, der endlich eingekehrt ist, mit all seinen Routinen, mit der Hilfe für Andere, mit Ehrenämtern und Familie.

 

Wunsch und Realität und eine große Portion Zufall!

2016 wird geheiratet, eine große Prüfung abgelegt, fernstudiert und angepackt. Die Pläne werden kleiner. Dafür sind die Ergebnisse nicht weniger wichtig. Und vielleicht kommt ja alles anders. Oder auch nicht.

Ich lasse mich überraschen.