Die Liebe wächst, wenn der Sturm sich legt – Die Zeit nach dem Schreien

Meine kleine Tochter ist nun 1,5 Jahre alt. Ein wildes, lautes und selbstbewusstes Mädchen.Jeden Tag wird es schöner und wir haben einen eingespielten Familienalltag. Der Weg dorthin war aber nicht immer einfach.

 

 

Der erste Schrei…..

war wunderschön. Nach einer endlos langen Geburt war es das schönste Geräusch, was ich jemals gehört habe. Knapp 15 weitere Monate sollte dieses Geräusch ein ständiger, nervenaufreibender Begleiter sein. Vielleicht war die Geburt auch nur die Ruhe vor dem Sturm, der die kommenden Monate über uns hereinbrechen sollte.

Nach knapp 10 Monaten waren wir dann soweit, dass es fast „nur“ noch abends mehrere Stunden Geschrei gab – und nachts. Schon der Gedanke an das abendliche Zu-Bett-Geh-Ritual ließ mir die Haare zu Berge stehen.

Wäre es doch wenigstens so, dass die Nacht uns ein wenig Erholung bringen könnte. Aber Pustekuchen.

Wir sind da und halten dich!

All die Monate – und auch jetzt noch- halten wir dich und halten aus. Halten durch und verlieren nie den Mut, nicht die Überzeugung, dass wir richtig handeln. Das es richtig ist, dir alles zu geben was wir können. An Liebe und Zuneigung und an Halt. Denn du weißt ja nichts von der Welt und irgendwas macht dir Angst, verwirrt dich und lässt dich nicht zu Ruhe kommen.

Wir hielten dich all die Zeit und bekamen nichts zurück. Wir gaben dir mehr Nähe, als es manchmal für uns zu ertragen war. Du warst nur hilflos und hast uns unentwegt deinen Schmerz entgegen gebrüllt.

Die Babys der Anderen sind leise. Ich war neidisch auf die Frauen, deren Kinder auch mal ohne zu Brüllen auf einer Decke liegen bleiben, die versonnen in ein Babylächeln blicken können oder deren Einkauf kein Spießrutenlauf ist.

Die Stille. Sie ist ohrenbetäubend.

13 Monate. Die Tochter liegt in ihrem Zimmer und schläft. Wenigstens für 2 Stunden. Die Stille ist nicht zu ertragen. In meinen Ohren rauscht es und ich horche im Flur. Das Ticken der Uhren aus mehreren Räumen überlagert sich und dröhnt mir entgegen. Plötzlich fühlen wir uns leer. Die wenigen Stunden, die das Kind nun nicht an uns gepresst verharrt, müssen nun wieder mit Leben und Gefühlen gefüllt werden.

Wir gehen kleine Schritte vor und wieder zurück. Der tosende Orkan flaut ab. Es ist zeit, den Fokus neu einzustellen.

Von Dir zu Mir. Zu uns!

Unser Kind ist laut, trotzig, wild und braucht noch soviel Nähe. Es ist wunderbar, denn wir wissen, dass es gut gemacht haben.

Aber es ist auch Zeit, den Fokus wieder zu justieren, damit wir uns nicht verlieren. Du warst, kleines Mädchen, über Monate der Dreh und Angelpunkt unseres Lebens, weil deine Präsenz und deine Bedürfnisse einfach alles geschluckt haben. Nun sind wir wieder Menschen mit Bedürfnissen. Mit Hobbies, beruflichen Ambitionen, mit dem Willen nicht nur Mama und Papa zu sein. Unseren Freunden und der Familie auch wieder etwas zurückzugeben.

Wie haben das geschafft: mit klitzekleinen Ruheinseln, mit einer Menge Hilfe von Familie und Freunde und einer ganzen Menge Optimismus.

Wir haben den Blick auf uns alle gelenkt und sind nun eine Familie. Du zeigst uns jeden Tag die Welt mit deinen Augen und wir helfen dir und halten dich.

Kleines Mädchen, die Welt war noch nie so sonnig und so frisch wie nach diesem Sturm! Wir lieben dich, du Räubertochter! Jeden Tag mehr.

Dr. Schneider erwartet sie!, oder: Die Katzen tanzen auf dem Tisch!

Ist die Maus aus dem Haus, dann tanzen die Katzen auf dem Tisch! So ähnlich kam es uns als Eltern zumindest vor, als unsere kleine Maus mit Oma, Opa und dem Wohnwagen in den Urlaub fuhr. Ohne uns! So eine Gemeinheit, aber wir müssen ja auch die Woche arbeiten. Trotz und gerade aus diesem Grund haben wir gestern einen Power-Erlebnis-Tag eingelegt.

Es war lecker, leicht betüdelt und ziemlich gruselig!

Ich musste arbeiten, der Mann hatte frei und unsere Freunde haben wir auf dem Weg eingesammelt. Erst gab es bei sehr bescheidenem Düsseldorfer Waschküchenwetter einen leckeren Kaffee mit anschließender Shoppingtour. Trotz vielfältiger Verführungen in Sachen Buch habe ich wiederstanden. Ich bin sehr stolz auf mich.

 

Ein Drink vor dem Essen ….*hicks*

Weil wir alle noch nichts gegessen hatten und das Restaurant erst eine Stunde später offnete, kam uns die Idee, die Zeit mit einem Cocktail zu überbrücken. Was für eine mittelgute Idee. Der Schwips saß!

Anschließend haben wir uns im NaNiWa den Bauch vollgeschlagen. OMG! Irgendwann werde ich platzen. Todesursache: Sushi! Ich bin mir da ganz sicher. Aber es war wieder sooo lecker. Vorspeise, Misosuppe, Salat, Sushi, Nachtisch und danach haben wir uns noch mal Vorspeisen bestellt. Nennt uns verfressen.

Aber das war ja alles nur Vorgeplänkel. Unser eigentlicher Programmpunkt war unser Date mit Dr. Schneider…………..

 

60 Minuten Gruselspaß

Vor einigen Monaten haben wir im Radio von sogenannten Live Escape Games gehört und waren sofort begeistert. In echt Rätsel in gruseliger Kulisse lösen. Was gibt es für Rollenspieler denn besseres?? Nichts! Darum mussten wir hin. Am Vortag haben wir uns spontan für den letzten Termin des Tages angemeldet.

Das Spiel heißt „Mission 60 Minutes“  und der Name ist Programm. Wir wurden von einem netten, jungen Mann in die Story eingewiesen und haben eine handvoll Verhaltensregeln bekommen. Am Anfang haben wir noch über das WalkiTalki gelacht, über das wir uns Hilfe in Form von Tipps holen könnten. Aber bereits im ersten Raum haben wir es gebraucht.

Ich möchte hier auf gar keinen Fall spoilern, aber es ist verdammt cool. Man ist direkt in der Geschichte drin und das Adrenalin steigt. Vier Personen sind übrigens die perfekte Gruppengröße. Und ich hatte natürlich ein perfektes Team 🙂

Wie das Spiel endet? Ich verrate soviel. Wir haben es nur ganz knapp geschafft zu entkommen……………


Das war unser 1. Tag ohne Kind von 3.

Und wie verbringt ihr eure kinderfreien Tage?