Jamie Oliver und die Chili-Strafe

Die Veröffentlichung dieses Skandals ist schon einige Wochen her: Starkoch Jamie Oliver hat seine Tochter bestraft, indem er ihr einen mit Chili eingeriebenen Apfel zu essen gab.  Seit dieser Zeit bin ich unschlüssig, wie genau man mit solchen Berichten von Kindesmisshandlung umgeht, wenn es einen Starkoch betrifft, dessen Bücher man reihenweise in der Küche stehen hat.

Ich hatte diesen Bericht nicht vergessen, aber bereits ein wenig verdrängt. Zuerst bin ich auf diesen Vorfall aufmerksam geworden, weil er von Susanne in ihrem Aufruf zur Blogparade gegen Kindesmisshandlung thematisiert wurde. Mein erster Gedanke war: ja, auch das ist Kindesmisshandlung und eine Strafe, die in keinem Zusammenhang steht. Mein zweiter Gedanke war dann, dass das Kind ja keinen Schaden davon getragen hat und das immer noch besser ist, als das Kind zu schlagen.

 

Ist ein brennender Mund, besser als eine Ohrfeige?

Aber ist es das wirklich? NEIN! Ist es nicht! Gewalt ist und bleibt Gewalt, auch wenn sie ein anderes Gewand trägt. Sowas ist kein harmloser Streich. Kein Mensch sollte mit Schmerzen bestraft werden. NIEMALS und egal in welcher Weise!

Besonders haben mich die Kommentare auf Facebook schockiert. Viele sind da wirklich der Meinung, dass man sich nicht so anstellen sollte……. eine Zusammenfassung  dieser Meinungen zeigt ein Artikel aus dem Stern.

Dieses Vorgehen und diese Art von Erziehungsmethoden lehne ich ab und ab diesem Moment ist mir diese Person „Jamie Oliver“ sehr unsympathisch geworden. Und doch bin ich in einem Zwiespalt zwischen dem Jamie Oliver, der Vater der sein Kind misshandelt und eben diesem hier:

Was tun? Alle Bücher wegschmeißen und keine der -teils liebgewonnenen -Rezepte mehr von ihm kochen? Das wäre doch nur konsequent, oder?

Und um ehrlich zu sein, zieht sich mir bei jedem Rezept das ich von ihm lese der Hals zu, wenn doch Chilis erwähnt werden…..

Was ist eure Meinung dazu und wie handelt ihr in solchen Situationen?

Ahoi!

Ich bin nicht weg! Ich bin nur nicht hier!

Seit drei Wochen ist hier nichts mehr passiert. Aber ich habe meinen kleinen Blog nicht vergessen, sondern es ist einfach momentan so viel los, dass ich irgendwie gar nicht zum Schreiben komme. Und bevor es hier langsam so verwaist, keiner mehr reinschaut und so vertrocknete Pflanzenreste vorbeiwehen, muss ich mich doch mal zurückmelden.

 

Dezember from hell!

Puh! Es waren jetzt acht anstrengende Wochen, die da hinter uns liegen. Arbeitsstart, Weihnachten mit dem #Verwandtenbesuch und der Jahreswechsel: all das hat ganz schön an meinen Kräften gezehrt. Und gerade aus diesem Grund war es mit wichtig auch mal wieder einen Gang zurückzuschalten und den Blog einfach mal Blog sein zu lassen. Das hatte ich ja bereits in meinem Beitrag zur #blogpause bereits angekündigt.

 

 

Vom Rotzen und Keuchen = Dauerseuche

Leider war es dann auch so, dass wir die Weihnachtsferien so gar nicht genießen konnten und seit Mitte Dezember permanent krankheitsbedingt wieder ausfallen. Nicht alle gleichzeitig versteht sich, sondern immer schön abwechselnd und mit wechselnder Keimausstattung. Und wenn mal gerade kein Familienmitglied mit Kotzen oder Keuchen dahinsiecht, so hat mindestens einer Kopfschmerzen oder Migräneanfälle (in diesem Fall bin ich da das bevorzugte Opfer 🙁 ). Neuerdings in einer interessanten neuen Ausführung mit Schwindel.

 

Die Raupe ist jetzt ein KiTa-Kind

Jetzt ist es ja nicht nur so, dass wir hier nur das Krankenlager hüten. Ich muss ja auch zwischendurch mal arbeiten und die kleine Raupe wird seit dem 5.1 in der KiTa eingewöhnt. Wie zu erwarten ohne Probleme. Sie bleibt schon 1,5 h ohne Papa dort und spielt schon wie eine Große 🙂

Aber auch hier kam es schon zu Verzögerungen durch Krankheit, sowohl von Raupenseite, wie auch von der Erzieherseite. Noch sind wir ganz entspannt, denn wir haben ja noch zwei weitere Monate Zeit zu Eingewöhnung. In der Zwischenzeit vertreiben wir uns unsere Zeit mit sonstigen KiTa-Aktivitäten wie Elternabende (alle zwei Wochen) oder dem Markt-Einkaufsdienst, zu dem wir eingeteilt sind.

 

 

Noch mehr Raupencontent!

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Und dann war da ja noch der 1. Geburtstag meiner kleinen Babyraupe! Oje! Ein Jahr ist so schnell rum und doch muss ich ganz ehrlich sagen: ich bin froh darum, dass die schlimme Zeit vorbei ist und wir nun so eine aufgeweckte und gesunde junge Dame hier herumwuseln haben 🙂

 

 

Wunderwelt der Technik

...der Laptop pfeift aus dem letzten Loch!
…der Laptop pfeift aus dem letzten Loch!

Wer jetzt glaubt, das wären ja bereits genug Gründe für meine momentane Blogabwesenheit, dem sei gesagt: da kommt noch was!

Zum Beispiel ist diese Abstinenz nur teilweise dem Zeitmangel bedingt. Hier hat sich nämlich ein technisches Problem in Form von einem altersschwachen Laptop aufgetan. Und der hat nur noch bedingt Lust, seine Dienste zu erbringen. Durch den Twittersupport und ein Gespräch im Fachhandel wurde mir dann doch zu der Anschaffung eines Neugerätes geraten. Nun bin ich auf der Suche nach günstigen Angeboten und hoffe einfach inständig, dass mein alter Junge hier noch weiter durch hält – zumindest den Internetnotbetrieb!

 

 

Neues Jahr – neuer Blog!

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Zu guter Letzt möchte ich euch noch ein neues, kleines Blogprojekt vorstellen:

den POLyMEER – Blog auf dem Scilogsportal. Dort schreibe ich seit Anfang diesen Jahres Artikel rund um das Thema Meeres- und Polarforschung. Ein Herzensthema und ich freue mich die Möglichkeit zu haben auf dieser Plattform zu schreiben. Bereits auf meinen ersten Artikel haben ich viel positive Resonanz bekommen. Vielleicht schaut ihr auch mal vorbei?

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles Wochenende. Bald gibt es hier wieder regelmäßig was zum schmökern für euch. Ein paar neue Rubriken habe ich mir bereits zurechtgelegt und natürlich platzt mein Kopf vor Ideen. Also alles wie immer!

Ahoi!

p.S: fast hätte ich es vergessen: mein Blog wurde von Blogstar-Eltern zu einem der 12 besten Neueinsteigern gewählt. Da freu ich mich! Hier gibt es noch ein Interview zu mir und meinem Blog! Danke Martin!

#momsrock – Wir rocken das Elternding

Lucie Marshall hatte beim Kinderarzt eine Schlüsselsituation. Ihr Arzt ‚Sie machen das wirklich gut!‘ Danach hat sie die Blogparade #momsrock gestartet, denn eigentlich macht man viel mehr total gut im Umgang mit den Kindern, als einem das schlechte Gewissen einreden möchte. 

Eigentlich wollte ich ja bereits ganz am Anfang bei dieser Blogparade mitmachen, aber wie das ja manchmal so ist, kam mal wieder einiges dazwischen. Zum Glück gab es nun für die Nachzügler wie mich, eine Fristverlängerung! Und trotz dieser Verlängerung tippe ich natürlich in der allerletzten Minute 🙂 Hier ist mein Beitrag zur Blogparade: #momsrock!


 

Dieses Mütter/elternding war eigentlich für mich immer etwas, was andere haben. Ich konnte mir das nie so recht vorstellen mein Leben mit so einem kleinen Wusel zu teilen und das Glück im Familienalltag zu finden.

Als ich dann die Idee hatte: ‚hey, Kind hört sich sich eigentlich ganz gut an‘, musste es dann auch direkt sein. Wer weiß, ob sich diese Idee bei genauerem Nachdenken nicht doch als eher unklug herausstellt!!?  So ist nämlich meine Taktik im Leben: oh, hört sich gut an. Mach ich! Falls es dann doch nicht so ist, wie man sich das vorgestellt hat, kann man ja auch zurückrudern.

 

Gut gemacht!!

 

Zurückrudern geht immer. Aber bei einem Kind?! Geht ja schlecht. Wenn es sich erst mal eingenistet hat, ist es da – und wächst! Und zwangsläufig möchte es auch irgendwann aus seiner kuschligen Einraumwohnung heraus. Und dann geht es erst richtig los!

 

„Sie machen das wirklich gut!“ Sagte mir die Frauenärztin bei den regelmäßigen Kontrollen. Das Thema Ernährung hatten wir in zwei Minuten abgehandelt, per Embryotox die Medikamente abgeklärt und auch eine Lösung gefunden, wie man als Schwangere mit vulkanischen Schwefeldämpfen umgeht (nämlich gar nicht – meine Exkursion habe ich dann abgesagt!). Auch die Sache mit den 1001- Möglichkeiten der Diagnostik sind wir mit bedacht angegangen. Für die Ärztin war ich eine seltene Spezies der nicht-panischen Schwangeren. und das habe ich wirklich gut gemacht!

 

„Sie machen das wirklich gut!“ Das hat uns auch die Hebamme, Ärztin und der Oberarzt gesagt, nachdem wir nach Geburtsstillstand immer noch nicht in Panik ausgebrochen sind.

 

„Sie machen das wirklich gut!“ Sagte uns die Hebamme, als wir mit unserem Miniwürmchen zu Hause waren und sie sich leicht überflüssig vorkam. Trotz vollkommener Müdigkeit haben wir das gerockt!  Und auch unsere Kinderärztin sagte: Sind sie mit dem Baby zufrieden? – Dann ist das Baby auch zufrieden! Und wir waren sehr zufrieden (ausser die Brüllerei – aber da machste nichts, ausser durchhalten!)

Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass man sich eigentlich immer toll und gut finden sollte! Das gelingt zwar nicht jeden Tag, aber es sollte häufiger sein, als die Tage mit Selbstzweifel, schlechtem Gewissen  und Weltschmerz.

Viel zu häufig warten wir nämlich darauf, dass jemand uns von aussen sagt, was wir gut gemacht haben. Und wenn es keiner sagt? Dann geht man natürlich davon aus, dass man es schlecht gemacht hat. Oder andere es eh viel, VIEL besser können/machen als man selbst. Ist doch schon irgendwie komisch, wie man sich selbst niedermacht, oder?

 

Eltern machen es nicht automatisch richtig

 

Es klingt vielleicht etwas paradox, wenn ich hier so häufig schreibe: hört auf euer Bauchgefühl und mit mehr Selbstbewusstsein wird man schon einen guten und richtigen Weg finden. Das ist natürlich meine Meinung, aber ebenso bin ich auch der Ansicht:

Nur weil man ein Kind auf die Welt gebracht hat, ist es nicht zwangsläufig richtig, was man damit anstellt! Genau das wird aber den Frauen häufig vermittelt: du bist die Mutter und weißt zu 100% was richtig ist. Eher nicht, denn manchmal werden Entscheidungen auch aus Unwissenheit oder falschen Informationsquellen heraus getroffen. Und das macht es dann nicht unbedingt ‚richtig‘. Manchmal ist gut gemeint nämlich auch Mist.

Und dann gibt es ja immer noch die Mütter, die ihre Kinder vernachlässigen, misshandeln, misshandeln lassen, non-stop vor der Glotze abschieben, stundenlang ferbern …ach, diese Liste ist unendlich! Manchmal passieren diese Dinge auch mit dem Gedanken etwas gutes zu tun. Auch irgendwie paradox! Aber das macht es nicht richtig, da stimmen mir doch alle zu, oder?

Aber angesehen davon  -und die eben genannten Handlungen werden Kindern zwar leider viel zu häufig angetan, aber es ist wohl doch eher die Ausnahme – woher kommt das schlechte Gewissen, dass die meisten Mütter umtreibt?

 

 

Perfekte Welt für perfekte Kinder?

 

Ich lese so häufig von dem schlechten Gewissen, dass die Mütter haben, weil sie: arbeiten, nicht arbeiten, den Haushalt nicht schaffen, die Kinder in die Kita müssen, man nicht mehr kann, sich eine Auszeit wünscht (aber ein schlechtes Gewissen hat)…etc pp.

Viele wollen alles unter einen Hut kriegen und verzweifeln. Man ist halt keine Maschine und wuppt ALLES. Dazu noch top entspannt und instyle-mäßig geschminkt. Geht nicht! Ist auch nicht nötig, denn wir sind alles…

 

 ..Individuen in einer unperfekten Welt

Wir sind alle irgendwie groß geworden. Und auch, wenn ich mit meiner Kindheit sehr zufrieden war, so war sie sicherlich nicht perfekt. Und meine Eltern haben ihre Sache schon ganz schön super toll gemacht, aber sie waren bestimmt nicht fehlerlos!

Genau so war es auch bei all meinen Freunden und Klassenkameraden: irgendwas ist immer. Und gerade bei den Kindern, deren Eltern alles richtig machen wollten….bei denen kam es nachher in irgendeiner Art zu einem Zusammenbruch.

Was aber viel, viel wichtiger ist – und jetzt komme ich auch endlich zum Schluss  – aus allen diesen Kindern, die in dieser nicht – perfekten, mit pädagogisch nicht 100 % wertvollen Familiensituationen, nicht quality-time getakteten Welt groß geworden sind und nicht mit Bio essen genährt wurden: aus diesen Kindern sind recht passable und erfolgreiche Erwachsene geworden!

 

 

„Sie machen das wirklich gut!“ – Mein Fazit

 

Wir wussten nicht, was bei diesem Elternding auf uns zukommt und lassen uns jeden Tag überraschen. Wir tuen, was wir können: wir geben unserer Tochter Liebe und Halt, wenn sie es braucht; soviel Nähe, wie sie benötigt; vertrauensvolle Betreuungsorte und Personen, wenn wir mal selbst nicht da sind; gesundes Essen und die Möglichkeit sie selbst zu sein!

Das machen wir wirklich gut!

Eltern brauchen kein schlechtes Gewissen haben, sofern sie nicht ihre Kinder seelisch oder körperlich misshandeln (s.o.)!  Man macht zwar nicht alles automatisch richtig, aber auch nicht alles falsch. Scheucht das schlechte Gewissen aus dem Kopf und findet euch selbst, egal ob Eltern oder nicht, einfach mal super!

Hauptsache: informiert sein, kritikfähig bleiben, sich selbst gut finden und KEINE PANIK!

Und falls es dir heute noch keiner gesagt hat: DU MACHST DAS WIRKLICH GUT!

 

Ahoi!